{"id":4944,"date":"2012-03-02T05:50:33","date_gmt":"2012-03-02T04:50:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4944"},"modified":"2012-02-29T09:16:18","modified_gmt":"2012-02-29T08:16:18","slug":"war-otzi-krank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4944","title":{"rendered":"War \u00d6tzi krank?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em>\u00d6tzi veranlagt zu Herz-Kreislauferkrankungen \u2013 Erste Genomanalyse liegt vor<\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\">Erkenntnisse \u00fcber Aussehen, Bev\u00f6lkerungsgruppe und Krankheitsanlagen der \u00e4ltesten Gletschermumie im Fachmagazin \u201eNature Communications\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4945\" title=\"oetzi_image001\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/oetzi_image001.jpg\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/oetzi_image001.jpg 177w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/oetzi_image001-107x160.jpg 107w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/oetzi_image001-93x140.jpg 93w\" sizes=\"auto, (max-width: 177px) 100vw, 177px\" \/><\/p>\n<p>Bozen\/T\u00fcbingen\/Homburg:\u00a0Vor rund eineinhalb Jahren gelang einem Forscherteam die Entschl\u00fcsselung des kompletten Genoms des Mannes aus dem Eis, also seines gesamten Erbguts. Die Weichen, um weitere R\u00e4tsel rund um die \u00e4lteste Gletschermumie der Welt aufzul\u00f6sen, waren damit gestellt. Nun folgt der n\u00e4chste Meilenstein: Die Forscher des Instituts f\u00fcr Mumien und den Iceman der Europ\u00e4ischen Akademie Bozen (EURAC), der Institute f\u00fcr Humangenetik der Universit\u00e4t T\u00fcbingen und der Universit\u00e4t des Saarlandes haben die Rohdaten der DNA-Sequenzierung auf verschiedene Aspekte hin ausgewertet. Die Ergebnisse hat das Fachmagazin \u201eNature Communications\u201c soeben publiziert.<\/p>\n<p>\u00d6tzi hatte eine genetische Veranlagung f\u00fcr Herz-Kreislauferkrankungen. Das ergaben die j\u00fcngsten Studien des Forscherteams rund um Albert Zink und Angela Graefen vom Bozner EURAC-Institut f\u00fcr Mumien und den Iceman, Carsten Pusch und Nikolaus Blin vom Institut f\u00fcr Humangenetik der Universit\u00e4t T\u00fcbingen sowie Andreas Keller und Eckart Meese vom Institut f\u00fcr Humangenetik der Universit\u00e4t des Saarlandes. An der 5.000 Jahre alten Gletschermumie ist jedoch nicht nur die genetische Veranlagung nachweisbar, sondern auch bereits ein Symptom der Erkrankung in Form einer Arterienverkalkung. Dabei war \u00d6tzi seinerzeit nicht den Risikofaktoren ausgesetzt, die heute Herzkreislauf-Erkrankungen ma\u00dfgeblich beeinflussen: Er war nicht \u00fcbergewichtig, bewegte sich viel. \u201eDie Best\u00e4tigung, dass solche genetischen Veranlagungen schon zu Zeiten des \u00d6tzi vorhanden waren, ist f\u00fcr uns sehr interessant. Denn es zeigt, dass Herz-Kreislauferkrankungen keineswegs moderne Zivilisationskrankheiten sind. Uns liegt nun daran, anhand dieser Daten die Entwicklung dieser Erkrankungen besser zu erforschen\u201c, unterstreichen der Anthropologe Albert Zink und der Bioinformatiker Andreas Keller.<\/p>\n<p>Neben dieser genetischen Veranlagung konnten die Forscher Spuren von Borrelien aufsp\u00fcren, die die Ursache einer Infektionskrankheit sind, die durch Zecken \u00fcbertragen wird. Carsten Pusch, der die genetischen Untersuchungen in T\u00fcbingen leitete, vermerkt: \u201eDies ist der \u00e4lteste Beleg f\u00fcr Borreliose und daf\u00fcr, dass sie bereits vor 5.000 Jahren \u00fcbertragen wurde.\u201c<\/p>\n<p>Ein Aspekt, dem die Forscher au\u00dferdem nachgingen, ist die genetische Herkunft des Mannes aus dem Eis. Ihre Untersuchungen zeigen, dass \u00d6tzi einer so genannten Haplogruppe des Y-Chromosoms angeh\u00f6rt, die heutzutage in Europa relativ selten ist. Die Charakteristiken weisen zum einen darauf hin, dass \u00d6tzis Vorfahren in der Jungsteinzeit im Zuge der Ausbreitung von Ackerbau und Viehzucht aus dem Nahen Osten eingewandert sind. Zum anderen zeigt es sich, dass deren DNA sich bis heute in sehr abgelegenen Gegenden, etwa bei Inselbev\u00f6lkerungsgruppen, gehalten hat wie beispielweise auf Sardinien und Korsika.<\/p>\n<p>Dabei ergaben die genetischen Untersuchungen auch zahlreiche Informationen zu den k\u00f6rperlichen Eigenschaften des Mannes aus dem Eis: Er hatte braune Augen, braune Haare und litt unter Laktoseunvertr\u00e4glichkeit, konnte also keinen Milchzucker verdauen. Dieser Befund st\u00fctzt die Annahme, dass in der Zeit von \u00d6tzi trotz der bereits vorherrschenden b\u00e4uerlichen Lebensweise die Laktoseintoleranz noch sehr weit verbreitet war. Die Entwicklung hin zur Milchvertr\u00e4glichkeit im Erwachsenenalter ging mit der Domestizierung von Tieren einher.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde von der National Geographic Society (USA), Life Technologies (USA) und Comprehensive Biomarker Center (Heidelberg) unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6tzi veranlagt zu Herz-Kreislauferkrankungen \u2013 Erste Genomanalyse liegt vor Erkenntnisse \u00fcber Aussehen, Bev\u00f6lkerungsgruppe und Krankheitsanlagen der \u00e4ltesten Gletschermumie im Fachmagazin \u201eNature Communications\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4945,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4944","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4944"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4944\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4959,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4944\/revisions\/4959"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}