{"id":544,"date":"2009-02-02T15:42:10","date_gmt":"2009-02-02T14:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=544"},"modified":"2010-11-24T17:38:13","modified_gmt":"2010-11-24T16:38:13","slug":"wildkatzen-zuruck-im-landle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=544","title":{"rendered":"Wildkatzen zur\u00fcck im L\u00e4ndle"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em>Wildkatze: Sichere Nachweise am Kaiserstuhl und im Nordschwarzwald<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"margin-left: 5px; margin-right: 5px;\" src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/news\/media_news\/Wildkatze_Klaus_Echle.jpg\" alt=\"\" hspace=\"5\" width=\"200\" height=\"300\" align=\"left\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Baden-W\u00fcrttemberg: &#8222;Durch eine umfassende Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass die seit 1912 in Baden-W\u00fcrttemberg ausgestorbenen Wildkatzen wieder in den W\u00e4ldern des Landes umherstreifen. Im Gebiet rund um den Kaiserstuhl und im Nordschwarzwald wurden diese scheuen Einzelg\u00e4nger durch genetische Untersuchungen eindeutig nachgewiesen. Dieser Nachweis ist der hervorragenden Zusammenarbeit der staatlichen Forschungseinrichtungen, dem BUND und seinen ehrenamtlichen Helfern sowie der J\u00e4gerschaft zu verdanken&#8220;, sagten der <!--more-->Minister f\u00fcr Ern\u00e4hrung und L\u00e4ndlichen Raum, Peter Hauk MdL, und die BUND-Landesvorsitzende, Dr. Brigitte Dahlbender, am Montag (2. Februar) bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse in Ihringen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg (FVA) konnte f\u00fcr den Bereich Kaiserstuhl und angrenzende Rheinauen ein Wildkatzenvorkommen (Felis s. silvestris) nachweisen. Der Nachweis gelang auf den Gemarkungen Sasbach (Landkreis Emmendingen), Vogtsburg, Breisach und Hartheim (alle Landkreis Breisgau Hochschwarzwald). Der BUND hat die Wildkatze auf der Gemarkung Baden-Baden nachgewiesen. Dieser Befund hat sich bei den f\u00fcr die Planungen zur Anbindung des Baden-Airports an die Autobahn A 5 erforderlichen Untersuchungen best\u00e4tigt. Auch in weiteren Gemarkungen im mittelbadischen Raum, im Stromberg und im Odenwald werden Wildkatzenvorkommen vermutet. Genauere Untersuchungen laufen derzeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mit dem Generalwildwegeplan des Landes Baden-W\u00fcrttemberg und dem bundesweiten \u201eRettungsnetz Wildkatze\u201c des BUND, dessen Schirmherrschaft im Land Minister Peter Hauk \u00fcbernommen hat, liegen nun wichtige Grundlagen vor. &#8222;Ziel dieser Planungen ist es, Lebensr\u00e4ume von Waldtieren wie der Wildkatze gro\u00dfr\u00e4umig zu vernetzen. Diese Planungen werden auch im Generalverkehrswegeplan ber\u00fccksichtigt&#8220;, betonte Minister Hauk. &#8222;Nachdem nun die Vorkommen best\u00e4tigt sind, muss die Frage der besseren Vernetzung der Lebensr\u00e4ume gekl\u00e4rt werden. Um die Wildkatze und andere mobile Arten zu sch\u00fctzen, muss die Landesregierung die Umsetzung dieser Pl\u00e4ne auch finanziell unterst\u00fctzen\u201c, forderte die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nachdem 2006 und 2007 zwei am Kaiserstuhl \u00fcberfahrene Katzen anhand morphometrischer und genetischer Untersuchungen durch die FVA und die Universit\u00e4t Jena als Wildkatzen identifiziert wurden, haben die Wildforschungsstelle in Aulendorf, die FVA und der BUND Landesverband eine systematische Fahndung nach der Wildkatze vereinbart. Dabei konzentrierte sich die FVA auf das Gebiet rund um den Kaiserstuhl, der BUND auf die Region Mittelbaden\/Nordschwarzwald und die Wildforschungsstelle Aulendorf auf den Odenwald und Stromberg. Durch Umfragen bei den J\u00e4gern und Lebensraumanalysen wurden m\u00f6gliche Lebensr\u00e4ume der Wildkatze in Baden-W\u00fcrttemberg erhoben. In diesen Regionen wurde das Wildkatzenvorkommen untersucht. &#8222;Alle Untersuchungen konnten nur in enger Kooperation mit der \u00f6rtlichen J\u00e4gerschaft durchgef\u00fchrt werden. Die Beobachtungen der J\u00e4ger waren bei der Auswahl der Standorte f\u00fcr die Lockst\u00f6cke eine gro\u00dfe Hilfe&#8220;, erg\u00e4nzte Hauk.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Untersuchung erfolgte mit der Baldrian-Lockstockmethode. Bei dieser Methode werden die Katzen durch den Geruch des Baldrians angezogen und hinterlassen beim Reiben an angerauten Holzst\u00f6cken Haare. Anhand der gesammelten Haare kann eine genetische Artzuordnung durchgef\u00fchrt werden. Das Untersuchungsgebiet der FVA erstreckte sich in den Auw\u00e4ldern der Rheinebene von Hartheim bis nach Sasbach, einschlie\u00dflich des Kaiserstuhls. Insgesamt wurden auf einer Fl\u00e4che von 13.882 Hektar 55 Lockst\u00f6cke aufgestellt. An diesen konnten 143 Haarproben gesammelt werden. Erste Analysen der aus den Haaren gewonnenen DNA zeigen, dass es sich bei 77 der insgesamt 79 bisher untersuchten Proben aus dem Kaiserstuhl und den angrenzenden Rheinauen um Wildkatzenhaare handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der BUND f\u00fchrte Lockstockuntersuchungen mit seinen ehrenamtlichen Helfern durch. \u201eF\u00fcnf der bisher untersuchten 14 Proben, die an den 43 Lockst\u00f6cken gesammelt wurden, beweisen, dass die Wildkatze nicht nur am Kaiserstuhl, sondern auch im Nordschwarzwald lebt. Wir wollen uns daf\u00fcr einsetzen, dass die Lebensr\u00e4ume vor allem in dieser Region vernetzt werden, um den Wildkatzenbestand dauerhaft zu sichern\u201c, sagte die BUND-Landesvorsitzende. &#8222;Bei den noch laufenden Untersuchungen f\u00fcr die anderen Landesteile kann mit weiteren Nachweisen gerechnet werden&#8220;, erg\u00e4nzte der Minister.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die bisherigen Ergebnisse lassen noch keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf eine genaue Individuenzahl zu. Dieser Schritt erfordert weitergehende Analysen, die in den kommenden Monaten durchgef\u00fchrt werden. Dennoch kann in den von der FVA beprobten Gebieten schon jetzt von einer Wildkatzenpopulation und nicht nur von einzelnen Individuen gesprochen werden. &#8222;Die Einstufung der Wildkatze als ausgestorbene Tierart in Baden-W\u00fcrttemberg kann also revidiert werden. Dies ist ein Erfolg gemeinsamer Anstrengungen&#8220;, erkl\u00e4rten Hauk und Dahlbender und hoben die Zusammenarbeit staatlicher Stellen mit dem ehrenamtlichen Naturschutz und den J\u00e4gern hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(Foto: Klaus Elche)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wildkatze: Sichere Nachweise am Kaiserstuhl und im Nordschwarzwald Baden-W\u00fcrttemberg: &#8222;Durch eine umfassende Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass die seit 1912 in Baden-W\u00fcrttemberg ausgestorbenen Wildkatzen wieder in den W\u00e4ldern des Landes umherstreifen. Im Gebiet rund um den Kaiserstuhl und im Nordschwarzwald wurden diese scheuen Einzelg\u00e4nger durch genetische Untersuchungen eindeutig nachgewiesen. 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