{"id":6047,"date":"2013-08-19T18:03:56","date_gmt":"2013-08-19T16:03:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6047"},"modified":"2025-12-05T10:37:25","modified_gmt":"2025-12-05T09:37:25","slug":"grose-kleinkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6047","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Kleinkunst"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em>K\u00fcnstlerportr\u00e4t: Simone Schulz<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u00a0\u201eKunst ist kein Breitensport\u201c. Punkt. Somit ist klar, was Simone Schulz mit ihren Werken bezweckt: Kunst soll provozieren, muss unbequem sein.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/>PDF-Download:\u00a0<\/em><em><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Kunst_Simone_Schulz_SPHAERE.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Print-Artikel runterladen<!--more--><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6049\" title=\"Kuenstlerin_Schulz3BFW0684\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Kuenstlerin_Schulz3BFW0684.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Kuenstlerin_Schulz3BFW0684.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Kuenstlerin_Schulz3BFW0684-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Kuenstlerin_Schulz3BFW0684-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kunst muss anecken\u201c, so sieht das Simone Schulz. Ihre Werke r\u00fctteln wach, transportieren Botschaften. Die K\u00fcnstlerin aus Untermarchtal bei Munderkingen malt, modelliert oder mei\u00dfelt Skulpturen aus Stein. Sie traut sich, auch mal den Rahmen zu sprengen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So zeigt beispielweise ihre grau in grau-Malerei in der Cafeteria des T\u00fcbinger Zeicheninstituts bis 17. November ganz authentisch und g\u00e4nzlich ungesch\u00f6nt die Lebenswirklichkeit auf Baustellen. Staub, Dreck und L\u00e4rm aber auch \u201epraktisch motivierte Herzlichkeit\u201c, kann der aufmerksame Betrachter in den Gem\u00e4lden finden. Schulz verarbeitet darin reale Szenen, die f\u00fcr sie als Restaurateurin auf dem Bau zum Alltagsgesch\u00e4ft geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Raue Baustellenwirklichkeit und anspruchsvolle Kunst? \u201eMan braucht keine Toskana, um kreativ zu sein, genau hier f\u00e4ngt\u00b4s an\u201c, erkl\u00e4rt Schulz ihre Liebe zum Detail. \u201eAlles, was ich erlebe, setze ich k\u00fcnstlerisch um\u201c, lacht die 50-J\u00e4hrige. Und sie ist sich sicher: Vielen Menschen hat die Bilderflut der Medien l\u00e4ngst die Sinne verstopft. Die F\u00e4higkeit, genau hinzuschauen, geht verloren und damit die Achtsamkeit f\u00fcr einfache Dinge.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Genau das lernte Simone Schulz von ihrem Vater im heimischen Biberach. Hinschauen und beobachten. Der Vater vermittelte ihr Grundbegriffe beispielsweise der Luftperspektive und hinterlie\u00df wertvolle Fotografien. Die leidenschaftliche Naturbetrachterin erinnert sich gerne an einen \u00e4lteren Zeichenlehrer im Kunstleistungskurs, der die Toleranz mitbrachte, die Eigenwilligkeit und Eigenst\u00e4ndigkeit der ambitionierten Sch\u00fclerin zu erkennen und zu verstehen. Gleichzeitig konnte er ihren ungest\u00fcmen Drang liebevoll b\u00e4ndigen: \u201eNein, das ist am Thema vorbei, das ist kein Impressionismus, das ist Simone Schulz.\u201d Ansons\u00adten wurde sie gepr\u00e4gt vom Ansinnen vieler Erwachsener, junge Menschen in ein Schema pressen zu wollen. \u201eErb\u00e4rmlich\u201c, st\u00f6\u00dft Schulz beim Gedanken daran hervor. Schablonendenken ist ihr ein Graus. Deshalb erarbeitete die Querdenkerin ihr Konzept f\u00fcr die freie Jugendkunstschule in Riedlingen, die sie 2005-2008 f\u00fchrte, nach den Erfahrungen, die sie selbst als Sch\u00fclerin gesammelt hatte. Und so lehrt sie auch heute in Workshops Kinder und Erwachsenen, den Blick zu \u00f6ffnen, trainiert mit ihnen Dinge zu betrachten und aufs Blatt zu \u00fcbertragen und nicht zuletzt den Prozess, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ihr Projekt \u201eLandschaft entdecken\u201c im ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz vermittelt den Teilnehmern via Zeichenstift eine achtsame Ann\u00e4herung an die Natur: Still und leise. \u201eIm Angesicht der Gottessch\u00f6fpung kann man auch mal das Maul halten\u201c, poltert die K\u00fcnstlerin pl\u00f6tzlich in waschechtem Schw\u00e4bisch. Simone Schulz hat Ecken und Kanten, ist ab und an unbequem \u2013 wenn sie sich kritisch zu Wort meldet. Eine streitbare K\u00fcnstlerin, die wortgewaltig und engagiert im Biosph\u00e4rengebiet nicht nur eine biologische Diversit\u00e4t fordert, sondern auch eine kulturelle Vielfalt. Will hei\u00dfen, sie w\u00fcnscht sich von Verantwortlichen den Mut, Neues zu wagen, nicht nur nach Altbew\u00e4hrtem zu greifen, sondern vielen verschiedenen K\u00fcnstlern eine Plattform zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Einen regelm\u00e4\u00dfigen Ausstellungsort f\u00fcr ihre Werke hat Simone Schulz in der Galerie Art &amp; Deco in Metzingen gefunden. Von Anfang M\u00e4rz bis Ende April sind ihre Arbeiten auch im Biosph\u00e4renzentrum im Alten Lager in M\u00fcnsingen zu sehen. Thematisch sind sie auf das Biosph\u00e4rengebiet abgestimmt, sei es durch das Material (Plastiken aus B\u00f6ttinger Mamor, Gauinger Travertin) oder die Motive selbst. Landschaftsaquarelle etwa, die Farben, Strukturen, Details des ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatzes zeigen. Einen gr\u00f6\u00dferen Bogen spannen die griechischen Mythen, die Schulz in ihren Bildwelten verabeitet. Sie geh\u00f6ren dazu, ziehen sich als roter Faden durch ihr Leben, pr\u00e4gen ihre Arbeiten. Die Faszination der griechischen Kultur, das helle Licht, die Musik, die Menschen und die unwahrscheinliche Macht der griechischen Antike erfasste Schulz schon als Studentin und sp\u00e4ter bei einer Bildungsreise. Momentan besch\u00e4ftigt sich die vielseitige K\u00fcnstlerin mit Objekten aus Textilbeton. Einen gewaltigen und gleichzeitig filigranen Vogel mit einer Spannweite von zwei Metern hat sie in Leichtbauweise mit einer Glasfaserarmierung geschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Leicht ist dagegen das Auskommen der Untermarchtalerin als K\u00fcnstlerin nicht. Vehement stemmt sie sich gegen den \u201einflation\u00e4ren Gebrauch des Begriffs Kunst\u201c. Nicht zuletzt deshalb, weil eine Flut von Hobbyk\u00fcnstlern Kurse \u201estrickmusterartig nach Schema F\u201c g\u00fcnstig anbieten. \u201eKunst ist das nicht und es macht die Preise kaputt\u201c, kommentiert Schulz das Massen-Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Manches Vorhaben braucht Zeit und entsprechende Rahmenbedingungen \u2013 wie etwa Schulzes Traum, eine Jugendkunstschule im Biosph\u00e4rengebiet aufzubauen. Noch liegt das nicht in greifbarer N\u00e4he \u2013 aber locker l\u00e4sst sie nie.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Simone_Schulz_IKARUS-VOM-LA\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Simone_Schulz_IKARUS-VOM-LA.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"445\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Ikarus vom Lauteral: Mit dem ber\u00fchmten Flugraderbauer und Vision\u00e4r aus Buttenhausen besch\u00e4ftigt sich dieses Gem\u00e4lde von Simone Schulz. Ausdrucksstark und kraftvoll ist nicht nur die Malerei der K\u00fcnstlerin. Sie arbeitet als Bildhauerin ebenso gewandt wie mit neuen Techniken, etwa der Textilbeton-Kunst. 1999 wurde sie mit dem Kunstpreis des Landkreises Biberach ausgezeichnet.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\">\u00dcberlebenskunst: \u00c4sthetik am Bau<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6050\" title=\"Putzbild-ohne-Sonne-komp\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Putzbild-ohne-Sonne-komp.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Putzbild-ohne-Sonne-komp.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Putzbild-ohne-Sonne-komp-160x125.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Putzbild-ohne-Sonne-komp-140x109.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Den Lebensunterhalt verdient sich Simone Schulz als Restaurateurin in der Baubranche. Die studierte Malerin (Akademie der freien Malerei Stuttgart) bearbeitet Sichtbetonfl\u00e4chen, indem sie sie an die \u00e4sthetischen Erfordernisse angleicht. \u201eEs kommt vor, dass der Sichtbeton nicht so raus kommt, wie sich der Architekt das vorgestellt hat\u201c, erkl\u00e4rt Schulz. Sie arbeitet mit dem Spachtel nach, zieht Fehlstellen glatt und korrigiert die Farbgebung. Beim Auftrag, die Fassade der Kirche in Blaubeuren-Gerhausen zu erneuern, gestaltete Schulz mit Kalkputz Reliefs und Bilder. (Foto rechts: Kalkputz-Relief auf Betonwand, zu sehen im Atelierst\u00fcble Untermarchtal.)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014-<\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/>PDF-Download:\u00a0<\/em><em><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Kunst_Simone_Schulz_SPHAERE.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Print-Artikel runterladen<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Printausgabe: Sph\u00e4re 3\/2012, Seite 44<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014-<\/p>\n<p><em>Ab 1. M\u00e4rz 2013: Kunstausstellung im Biosph\u00e4renzentrum Schw\u00e4bische Alb<\/em><\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin Simone Schulzaus Untermarchtal pr\u00e4sentiert Landschaftsbilder und Skulpturen. Die Exponate sind vielfach dem ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz sowie Gustav Messmer gewidmet. Unter dem Motto \u201eLandschaft entdecken\u201c wird der Besucher angeregt, seine Umgebung aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> \u201eKunst ist kein Breitensport\u201c. Punkt. 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