{"id":6173,"date":"2012-12-10T11:08:36","date_gmt":"2012-12-10T10:08:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6173"},"modified":"2012-12-10T11:08:36","modified_gmt":"2012-12-10T10:08:36","slug":"luchs-und-wolf-auf-der-alb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6173","title":{"rendered":"Luchs und Wolf auf der Alb"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em>Baden-W\u00fcrttemberg bereitet sich auf die R\u00fcckkehr von Luchs und Wolf vor<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Gro\u00dfraubtiere Luchs und Wolf breiten sich mehr und mehr in Mitteleuropa aus. Luchs und Wolf unterscheiden sich jedoch in ihrem Ausbreitungsverhalten: &#8222;Die nat\u00fcrliche Zuwanderung einzelner W\u00f6lfe nach Baden-W\u00fcrttemberg ist jederzeit m\u00f6glich,<!--more--> langfristig ist sogar eine Rudelbildung denkbar&#8220;, wie Micha Herdtfelder von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg (FVA) erl\u00e4utert. Hinweise auf die sporadische Anwesenheit einzelner Luchse gibt es hingegen schon seit vielen Jahren im Land, die Etablierung einer Luchspopulation w\u00e4re jedoch laut Herdtfelder nur m\u00f6glich, wenn diese aktiv angesiedelt w\u00fcrden. Hierf\u00fcr gibt es derzeit allerdings keinen politischen Konsens.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Luchs_3BFW4482.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6174\" title=\"Luchs_3BFW4482\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Luchs_3BFW4482.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Luchs_3BFW4482.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Luchs_3BFW4482-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Luchs_3BFW4482-140x94.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Obwohl der erste sichere Nachweis eines Wolfes im Land noch aussteht und bislang nur selten ein Luchs auftaucht, setzt sich das Land gemeinsam mit Verb\u00e4nden aus Jagd und Naturschutz daf\u00fcr ein, \u00fcber die Tiere aufzukl\u00e4ren und im Dialog mit der Landwirtschaft schon im Vorfeld m\u00f6gliche Konflikte zu entsch\u00e4rfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine Gefahr f\u00fcr Waldbesucherinnen und Waldbesucher bestehe jedoch keinesfalls, wenn die Tiere zur\u00fcckkehren. &#8222;Luchse und W\u00f6lfe sind bereits in der Schweiz, in den Vogesen, in Sachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz sicher nachgewiesen worden und leben dort teilweise schon als kleine Populationen, ohne dass es in diesen Regionen bislang zu gef\u00e4hrlichen Situationen mit Menschen kam&#8220;, erkl\u00e4rt der Wildbiologe, der an der FVA f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung von Luchs- und Wolfhinweisen zust\u00e4ndig ist. Dies entspr\u00e4che der nat\u00fcrlichen Zur\u00fcckhaltung dieser Tiere gegen\u00fcber dem Menschen, der sie einst verfolgt und ausgerottet hat. \u201cDennoch sind es Wildtiere, denen man mit Respekt begegnen muss\u201d, so Herdtfelder. Lebensraum finden die anpassungsf\u00e4higen Tiere auch in Baden-W\u00fcrttemberg, beispielsweise im Schwarzwald oder auf der Schw\u00e4bischen Alb. Herausforderungen durch die R\u00fcckkehr von Luchsen und W\u00f6lfen sind dort f\u00fcr die Nutztierhaltung zu erwarten: Ungesch\u00fctzte Schafe oder Gehegetiere werden insbesondere von W\u00f6lfen gerne als leichte Beute angenommen. Ein effektiver Herdenschutz kostet Zeit und Geld &#8211; und erfordert Erfahrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6175\" title=\"wolf_3BFW4507\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507-160x116.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507-140x101.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Verb\u00e4nde aus Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz arbeiten seit Jahren in der Arbeitsgruppe Luchs zusammen, welche im Jahr 2004 durch das Ministerium f\u00fcr L\u00e4ndlicher Raum und Verbraucherschutz initiiert wurde. Aus der Arbeitsgruppe heraus ist ein zukunftsweisendes Projekt entstanden: Die FVA und die Universit\u00e4t Freiburg haben unter Beteiligung der Verb\u00e4nde das &#8222;Transfer- und Kommunikationsprojekt zum Umgang mit Gro\u00dfraubtieren in Baden-W\u00fcrttemberg&#8220; ins Leben gerufen. Das Projekt wird vom Land finanziert. Ein erkl\u00e4rtes Ziel ist die Information der Bev\u00f6lkerung \u00fcber wissenschaftliche Erkenntnisse zu Luchs und Wolf. Des Weiteren geht es um den Aufbau von Strukturen, welche das Miteinander von Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung im Umgang mit Gro\u00dfraubtieren erleichtern. So bereiten beispielsweise die Projektpartner Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesschafzuchtverband derzeit gemeinsam mit dem Ziegenhalterverband und dem Gehegehalterverband die \u00dcbertragung von Schutzkonzepten aus anderen Wolfsregionen auf Baden-W\u00fcrttemberg vor. \u201eEs ist im ureigensten Interesse des Naturschutzes, dass die Sch\u00e4ferei und die Ziegenhaltung in Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rdert werden. Ohne eine Beweidung k\u00f6nnen Magerrasen, Heiden und Hutew\u00e4lder nicht erhalten werden. Deshalb d\u00fcrfen wir die Tierhalterinnen und Tierhalter nicht mit Wolf und Luchs alleine lassen, Herdenschutz und Rissausgleich m\u00fcssen tragf\u00e4hig organisiert werden\u201c, sagt Andre Baumann, NABU Baden-W\u00fcrttemberg. Neben der Nutztierhaltung besch\u00e4ftigt sich auch die J\u00e4gerschaft mit der R\u00fcckkehr der Tiere: Der Landesjagdverband informiert gemeinsam mit der FVA seine Mitglieder \u00fcber die Biologie und Lebensweise der zur\u00fcckkehrenden Arten. Er informiert auch dar\u00fcber, dass sich die Bejagung von Rehen, Wildschweinen und Hirschen durch die R\u00fcckkehr von Luchs und Wolf zwar ver\u00e4ndern k\u00f6nnte, die Wildbest\u00e4nde dieser heimischen Tierarten jedoch durch die Gro\u00dfraubtiere nicht gef\u00e4hrdet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Dass der Dialog \u00fcber die anstehenden Herausforderungen zwischen den Pro- und Contra-Parteien noch mehr bedarf, betont Projektleiter Micha Herdtfelder von der FVA: &#8222;H\u00e4ufig gibt es auf der regionalen Ebene kaum einen Dialog zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen &#8211; teilweise schwelen alte Konflikte und es fehlt an der Bereitschaft, sich in die Sichtweise der anderen Gruppe hineinzuversetzen&#8220;. Ein nicht zu untersch\u00e4tzendes Problem, welches in dem Projekt intensiv ber\u00fccksichtigt wird. &#8222;Erst wenn es gelingt, dass alle Betroffenen die Interessen der jeweils anderen Seite anerkennen, entsteht die Bereitschaft, gemeinsam nach L\u00f6sungen zu suchen&#8220;, erkl\u00e4rt Herdtfelder. Diese Arbeit erfordere Fingerspitzengef\u00fchl und sei zeitintensiv. Das Projekt konzentriert sich aus diesem Grund auf vier Schwerpunktregionen im Land. Eine davon ist das Biosph\u00e4rengebiet Schw\u00e4bische Alb. In dieser Region werden in den kommenden Monaten zun\u00e4chst die einzelnen Interessengruppen \u00fcber die R\u00fcckkehr der Arten sowie das Projekt informiert. Bei diesen Veranstaltungen erfahren die Projektbearbeiterinnen und Projektbearbeiter ihrerseits von den Teilnehmenden, welche Bef\u00fcrchtungen und Erwartungen die einzelnen Gruppen mit der R\u00fcckkehr von Luchs und Wolf verbinden. &#8222;Im Anschluss daran werden wir Vertreterinnen und Vertreter aus den einzelnen Interessengruppen einladen, gemeinsam an einen Tisch zu sitzen, um zun\u00e4chst die unterschiedlichen Sichtweisen auszutauschen und dann gemeinsam nach konkreten L\u00f6sungen zu suchen, wie zum Beispiel auf der Schw\u00e4bischen Alb langfristig ein Miteinander von zur\u00fcckkehrenden Beutegreifern und Menschen gelingen kann&#8220;, so Herdtfelder. Die Aufgabe der FVA sieht der Projektleiter darin, die wildbiologischen Sachinformationen beizusteuern und die Rahmenbedingungen f\u00fcr eine konstruktive Gespr\u00e4chsf\u00fchrung sicher zu stellen. &#8222;Welcher Weg f\u00fcr die Region der beste ist, k\u00f6nnen wir nicht vorgeben \u2013 das m\u00fcssen die betroffenen Verb\u00e4nde vor Ort gemeinsam erarbeiten\u201d. Neben nachhaltigen L\u00f6sungen erhoffen sich die Projektpartner von diesem Vorgehen zudem einen Vertrauensaufbau auf der regionalen Ebene. Dazu Herdtfelder: &#8222;Im Idealfall kann das auch \u00fcber das Thema &#8222;Gro\u00dfraubtiere&#8220; hinaus positive Effekte f\u00fcr die Region haben&#8220;. Die betroffenen Verb\u00e4nde laden zu den geplanten Veranstaltungen ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Baden-W\u00fcrttemberg bereitet sich auf die R\u00fcckkehr von Luchs und Wolf vor Die Gro\u00dfraubtiere Luchs und Wolf breiten sich mehr und mehr in Mitteleuropa aus. 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