{"id":6626,"date":"2009-12-17T18:33:24","date_gmt":"2009-12-17T17:33:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6626"},"modified":"2020-02-03T12:34:51","modified_gmt":"2020-02-03T11:34:51","slug":"tulpenblute-gonningen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6626","title":{"rendered":"Tulpenbl\u00fcte G\u00f6nningen"},"content":{"rendered":"<p><em>Tradition &amp; Garten: G\u00f6nninger Tulpenbl\u00fcte<\/em><\/p>\n<p><strong>Allj\u00e4hrlich sehnt das Dorf G\u00f6nningen mit einem Tulpenmeer den Fr\u00fchling herbei. Dies hat eine \u00fcber 100-j\u00e4hrige Tradition. Fr\u00fcher und heute zieht dieses anmutige Zwiebelgew\u00e4chs nicht nur tausende Besucher an den Fu\u00df der Alb, sondern hatte auch schon K\u00f6niginnen gelockt.<\/strong><!--more--><\/p>\n<div id=\"_mcePaste\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6627\" title=\"tulpen_3BFW1565\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/tulpen_3BFW1565.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/tulpen_3BFW1565.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/tulpen_3BFW1565-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/tulpen_3BFW1565-480x320.jpg 480w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/tulpen_3BFW1565-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/div>\n<p><em><span style=\"color: #888888;\">Spekulationsgier: Sowohl die Farben, als auch die erhabene Gestalt einer Tulpe hinterl\u00e4sst Eindruck. Bisweilen so stark, dass um 1637 Menschen Haus und Hof riskierten f\u00fcr ein seltenes Exemplar.<\/span><\/em><\/p>\n<div>\n<p>Tulpen aus Amsterdam \u2013 mit diesem musikalischen Blumengru\u00df eroberte die Niederl\u00e4nderin Mieke Telkamp in den 50er Jahren die Herzen der Deutschen und frischte damit die Begeisterung f\u00fcr die strahlende Eleganz dieses Gew\u00e4chses erneut auf. So wie die K\u00f6rperspannung einer Balettt\u00e4nzerin die Zuschauer hypnotisiert, so zieht die aufrecht erhabene Bl\u00fctenkrone auf geschmeidig-schlankem Stiel die Menschen in ihren Bann.<\/p>\n<p>Die Tulpe galt vor 1637 als Blume des Adels, seltene St\u00fccke erzielten astronomische Preise. Schnell entwickelte sie sich zu einer der beliebtesten Zierpflanzen Europas und schaffte gar den Sprung auf die Alb. Beispiel: Wer Mitte April durch das Dorf G\u00f6nningen Richtung Sonnenb\u00fchl Genkingen der Alb entgegenstrebt, darf sich freuen \u00fcber ein ungew\u00f6hnlich heiteres Bl\u00fctenmeer an Hausecken, \u00f6ffentlichen Wiesen, ja sogar auf dem Friedhof. Die Tulpenbl\u00fcte gibt der Sehnsucht nach Fr\u00fchling eine farbenfrohe Gestalt.<\/p>\n<p>Dies hat Tradition. Ein Auszug aus der Ortsgeschichte der G\u00f6nninger erz\u00e4hlt, dass seine Einwohner schon seit der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts Handel mit Blumen, Gem\u00fcsesamen und Zwiebeln getrieben haben \u2013 bis heute. Diese Geschichte ist nicht nur in B\u00fcchern dokumentiert, auch das Samenhandelsmuseum im Rathaus belegt diese geschichtstr\u00e4chtige Tradition. Dabei wecken ab Mitte April die gro\u00dfen Tulpenschauen bei beispielsweise \u201eSamen Fetzer\u201c (Foto unten) und die ber\u00fchmten Tulpen auf dem G\u00f6nninger Friedhof touristisch h\u00f6chstes Interesse. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts galt es als Ehrensache, die Gr\u00e4ber der Angeh\u00f6rigen mit den damals besonders teuren und wertvoll Tulpen zu bepflanzen. Dadurch entwickelte sich der G\u00f6nninger Friedhof im letzten Jahrhundert zur touristischen Attraktion. Sogar die w\u00fcrttembergische K\u00f6nigin Charlotte reiste 1912 mit dem wenige Jahre zuvor eingeweihten \u201eG\u00f6nninger B\u00e4hnle\u201c herbei um die Friedhofs\u00adtulpen zu schauen. In den drei\u00dfiger Jahren des letzten Jahrhunderts kamen an Wochenenden viele tausend Besucher nach G\u00f6nningen, bis in die 50er Jahre hinein. Dann verflog das Interesse an der Tulpenbl\u00fcte. Sie wich der Freude am kunterbunten Wirtschaftsboom.<\/p>\n<p>Erst eine Initiative des Ortschaftsrats belebte 2004 diese alte Tradition des Tulpenfriedhofes. Auch auf \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen und in privaten Vorg\u00e4rten sollten wieder Tulpen bl\u00fchen. Unter der Leitung des Bezirksb\u00fcrgermeisters a. D. Prof. Dr. Paul Ackermann und den noch aktiven Samenh\u00e4ndlern pflanzten B\u00fcrger, Vereine, die Kirchengemeinde mehr als 45000 Blumenzwiebeln. Seit 2006 organisiert der Verein G\u00f6nninger Tulpenbl\u00fcte allj\u00e4hrlich Pflanzaktionen, den Blumenzwiebel-Markt im Herbst sowie die Tulpensonntage mit Fr\u00fchlings- und K\u00fcnstlermarkt im April.<\/p>\n<\/div>\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #333333; font-family: sans-serif; line-height: 13px;\"><span style=\"outline-width: 0px; outline-style: initial; outline-color: initial; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #cccccc; background-position: initial initial; background-repeat: initial initial; padding: 0px; margin: 0px; border: 0px initial initial;\"><script type=\"text\/javascript\">\nvar flashvars1 ={\nautoplay:\"false\",\nflashId:\"1\",\nFKey:\"\",\nGalleryPath:\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/plugins\/oqey-gallery\",\nGalleryID:\"18-6626\",\nFirstRun:\"1\"\n};\nvar params1     = {bgcolor:\"#ffffff\", allowFullScreen:\"true\", wMode:\"transparent\"};\nvar attributes1 = {id: \"oqeygallery1\"};\nswfobject.embedSWF(\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/skins\/oqeymainsk\/oqeymainsk.swf\", \"flash_gal_1\", \"500\", \"300\", \"8.0.0\", \"\", flashvars1, params1, attributes1);\n<\/script>\n<div class=\"oqeytitle\">Freizeit: Tulpenbl\u00fcte G\u00f6nningen<\/div><div id=\"flash_gal_1\" style=\"margin: 0 auto;\">\n<div class=\"oqeyslider\" style=\"background:#ffffff;border:thin solid #8dd3fb;\"><div class=\"oqey-slideshow cycle-slideshow1\"  data-cycle-loader=true data-cycle-progressive=\"#slides1\" data-cycle-manual-speed=\"500\" data-cycle-timeout=0 data-cycle-prev=\".prevControl1\" data-cycle-next=\".nextControl1\" data-cycle-slides=\">div,>img\"><span class=center><span class=\"prevControl prevControl1\"><\/span><span class=\"nextControl nextControl1\"><\/span><\/span><div class=\"oqeyincolumn\"><img decoding=\"async\" class=\"lazy1\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/galleries\/freizeit-tulpenblute-gonningen\/galimg\/tulpen_3bfw1574.jpg\" title=\"\" style=\"max-width:100%;min-width:100%;height:auto;\"\/><\/div>\n<\/div><script id=\"slides1\" type=\"text\/cycle\" data-cycle-split=\"---\">\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/galleries\/freizeit-tulpenblute-gonningen\/galimg\/tulpen_3bfw1591.jpg\" title=\"\" style=\"max-width:100%;\"\/><\/div> --- \n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/galleries\/freizeit-tulpenblute-gonningen\/galimg\/tulpen_3bfw1560.jpg\" title=\"\" style=\"max-width:100%;\"\/><\/div> --- \n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/galleries\/freizeit-tulpenblute-gonningen\/galimg\/tulpen_img_1537.jpg\" title=\"\" style=\"max-width:100%;\"\/><\/div> --- \n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/galleries\/freizeit-tulpenblute-gonningen\/galimg\/tulpen_3bfw1565.jpg\" title=\"\" style=\"max-width:100%;\"\/><\/div> --- \n<\/script>\n<\/div>\n<\/div>\n<script type=\"text\/javascript\">\njQuery(document).ready(function(){\njQuery(\".cycle-slideshow1\").css(\"min-height\", (jQuery(\".cycle-slideshow1\").width()\/1.5));jQuery(\".cycle-slideshow1 div img\").css(\"max-height\", (jQuery(\".cycle-slideshow1\").width()\/1.5));jQuery(\".cycle-slideshow1\").cycle();\n});\njQuery(\".cycle-slideshow1\").on(\"cycle-before\", function( event, opts ) {\njQuery(\".cycle-slideshow1 div img\").css(\"max-height\", (jQuery(\".cycle-slideshow1\").width()\/1.5));});\n<\/script>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><em>Friedhofsbl\u00fcte: Hier liegen die Wurzeln begraben. Die G\u00f6nninger Tulpen auf den letzten Ruhest\u00e4tten sind schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts weit bekannt. Sogar K\u00f6nigin Charlotte reiste 1912 an, um zu schauen.<\/em><\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #ff6600;\">Mythos: Warum Tulpen auf der Schw\u00e4bischen Alb?<\/span><\/h3>\n<p>Nicht nur die G\u00f6nninger sehnen den Fr\u00fchling herbei mit einem farbenfrohen Tulpenmeer, urspr\u00fcnglich die Niederl\u00e4nder noch viel mehr. \u00a0J\u00f6rg Kastner, Autor des Buches \u201eDie Tulpe des B\u00f6sen\u201c sinniert: \u201eWoher aber r\u00fchrte die Begeisterung der Niederl\u00e4nder f\u00fcr die sch\u00f6ne, farbige Tulpe? Waren diese doch eher calvinistisch-sittsam und damals bekannt als eher derb und nicht gerade sch\u00f6ngeistig veranlagt. Gegens\u00e4tze ziehen sich an, hei\u00dft es, und gerade der Gegensatz zwischen der rauhen Lebenswelt der Niederl\u00e4nder, die ihr Land dem Meer abtrotzen mussten, und der schlanken, fragilen, liebreizenden Blume aus dem fernen Osmanenreich mag hier den Ausschlag gegeben haben.\u201c Trifft diese Erkl\u00e4rung auch auf Albbewohner zu? \u201eMit nur einer besonders sch\u00f6nen Tulpe im Haus besa\u00df man schon ein Gegenst\u00fcck zu der harten Welt au\u00dferhalb\u201c, glaubt Kastner. F\u00fcr seinen historischen Roman jedoch bietet nicht die Bl\u00fcte, sondern der Niedergang eines hochspekulativen Gesch\u00e4fts mit v\u00f6llig \u00fcberteuerten Tulpenzwiebeln den spannenden Hintergrund. Im Jahr 1637 l\u00f6ste die Tulpenmanie einen B\u00f6rsenkrach aus. Die Niederlande schlitterte nur knapp an einer ausgewachsenen Finanz- und Wirtschaftskrise vorbei.\u00a0<em>Die Tulpe des B\u00f6sen, Jan Kastner, Verlagsgruppe Droemer Knaur<\/em><\/p>\n<p>Nicht nur holl\u00e4ndische Tulpen inspirieren zu Romanen, auch die G\u00f6nninger Zwiebelgew\u00e4chse. Die bekannte Buchautorin Petra Durst-Benning \u00a0ver\u00f6ffentlichte 2005 ihren Roman \u201eDie Samenh\u00e4ndlerin\u201c. In diesem Beziehungsdrama um 1850 herum spielt ein G\u00f6nninger Samenh\u00e4ndler die Hauptrolle.\u00a0<em>Die Samenh\u00e4ndlerin, Petra Durst-Benning, Ullstein-Verlag<\/em><\/p>\n<p>Info: <span style=\"color: #ff6600;\"><a href=\"http:\/\/www.goenninger\u2013tulpenbluete.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"color: #ff6600;\">www.goenninger\u2013tulpenbluete.de<\/span><\/a><\/span><\/p>\n\t\t<div id=\"maps-marker-pro-d13d60ad\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-d13d60ad\" class=\"mmp-map-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-d13d60ad\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 400px;\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tradition &#038; Garten: G\u00f6nninger Tulpenbl\u00fcte<\/p>\n<p>Allj\u00e4hrlich sehnt das Dorf G\u00f6nningen mit einem Tulpenmeer den Fr\u00fchling herbei. Dies hat eine \u00fcber 100-j\u00e4hrige Tradition. Fr\u00fcher und heute zieht dieses anmutige Zwiebelgew\u00e4chs nicht nur tausende Besucher an den Fu\u00df der Alb, sondern hatte auch schon K\u00f6niginnen gelockt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6627,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[69],"tags":[],"class_list":["post-6626","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-app-edition-gut-erholt-freizeittipps"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6626"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15227,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6626\/revisions\/15227"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}