{"id":6969,"date":"2009-12-19T14:12:16","date_gmt":"2009-12-19T13:12:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6969"},"modified":"2012-12-19T14:54:53","modified_gmt":"2012-12-19T13:54:53","slug":"interview-nationale-landschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6969","title":{"rendered":"Interview: Nationale Landschaften"},"content":{"rendered":"<div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6967\"><span style=\"color: #ff6600;\">zur\u00fcck zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: left;\"><em>Interview: Dr. Elke Baranek, Europarc Deutschland<\/em><\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: left;\"><em><!--more--><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-520\" title=\"Europarc\" src=\"http:\/\/www.qrcode.ialb.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Europarc.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"209\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\">Sph\u00e4re war dies Anlass f\u00fcr ein\u00a0Gespr\u00e4ch mit Dr. Elke Baranek, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Europarc Deutschland. Der Besuch auf der Schw\u00e4bischen Alb bescherte Ihr \u201eEindr\u00fccke, die ich nicht so schnell vergessen werde\u201c, bekannte sie im Interview.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><strong><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #000000; font-weight: normal;\"><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re<\/em><\/strong><strong><em>: <\/em><\/strong><\/span>Die <\/em><em>N<\/em><em>ationalen <\/em><em>Naturl<\/em><em>andschaften erleben derzeit ja ein ungemein gro\u00dfes Interesse seitens der Politik, finden Sie, dass der Naturschutzgedanke bei den Entscheidern nun ausreichend verankert ist?<\/em><\/strong><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek: <\/strong>Gro\u00dfes\u00a0politisches Interesse\u00a0ist\u00a0f\u00fcr die Entwicklung der Nationalen Naturlandschaften unabdingbar. Leider relativiert\u00a0es\u00a0sich\u00a0stark, wenn wir Lobbying in anderen Politikbereichen betrachten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich die Menschen vor Ort f\u00fcr ihre wertvollen \u00a0Landschaftsr\u00e4ume engagieren. Wir haben hier im Biosph\u00e4renreservat Schw\u00e4bische Alb ein unglaubliches Engagement f\u00fcr die Region und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die internationale EUROPARC-Federation-Tagung erlebt. Die Bandbreite ist weit, sie beginnt mit den vielen Helfern und reicht bis zu den Exkursionsbegleitern, die die Besonderheiten und Sch\u00f6nheiten ihrer Region sehr eindrucksvoll zeigten. Nicht zu vergessen die 15 Sponsoren und F\u00f6rderer, darunter \u00a0der Industrieverband Steine und Erden Baden-W\u00fcrttemberg e.V. (iste), der\u00a0den Tagungsteilnehmern ein typisches Pr\u00e4sent in Form eines Ammoniten \u00a0aus den heimischen Steinbr\u00fcchen als Erinnerung mitgab.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re: <\/em><\/strong><\/span>Sind Sie als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der EUROPARC Deutschland e.V. mit den derzeitigen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten zufrieden?<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek: <\/strong>Selbstverst\u00e4ndlich w\u00fcnschen wir uns als Dachverband der Nationalen Naturlandschaften mehr Gestaltungsm\u00f6glichkeiten, sowohl f\u00fcr uns als auch f\u00fcr die von uns vertretenen Nationalparke, Biosph\u00e4renreservate und Naturparke. Leider ist das vor allem \u00a0eine Frage von Ressourcen und hier m\u00fcssen wir beobachten, dass die finanziellen und personellen Ausstattungen der Gebiete in den letzten Jahren nicht besser geworden sind. Im Gegenteil, viele stehen vor der gro\u00dfen Herausforderung, mit weniger Personal und Finanzmitteln steigende Qualit\u00e4tsanspr\u00fcche in ihren Schutzgebieten zu erf\u00fcllen. \u201eQualit\u00e4t z\u00e4hlt \u2013 Gewinn f\u00fcr Natur und Mensch\u201c ist auch nicht zuf\u00e4llig das Motto dieser Konferenz. Die Vortr\u00e4ge, Pr\u00e4sentationen und Workshops sollten einen Austausch dar\u00fcber erm\u00f6glichen wie Schutzgebiete weiterhin qualitativ hochwertig entwickelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re: <\/em><\/strong><\/span>Es werden ja die Schutzgebietskategorien \u201eNationalpark, Biosph\u00e4renreservat, Naturpark\u201c wohl gem\u00e4\u00df der Wertigkeit f\u00fcr den Naturschutz bewusst in dieser Reihenfolge so genannt. Kommt aber nicht einem Biosph\u00e4renreservat die tragende Rolle zu, da diese Gro\u00dfschutzgebiete insbesondere den Menschen und dessen Lebensraum nachhaltig pr\u00e4gen und beeinflussen k\u00f6nnen?<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek: <\/strong>So pauschal l\u00e4sst sich das sicher nicht festhalten. Mit jeder Schutzkategorie werden spezifische Ziele verfolgt, die auch das Mensch-Natur-Verh\u00e4ltnis einbeziehen. Das bedeutet beispielsweise, dass die \u00fcberwiegenden Teile von Nationalparke nicht oder nur wenig vom Menschen beeinflusst werden sollen. Allerdings sollten auch Nationalparke mit ihrer Bildungsarbeit wichtige Beitr\u00e4ge zum Naturverst\u00e4ndnis leisten. In Biosph\u00e4renreservaten spielen gelebte Nachhaltigkeitsstrategien sicher eine gr\u00f6\u00dfere Rolle, weil zum einen mehr Nutzung m\u00f6glich ist und sie zum anderen auch als Lernorte f\u00fcr Naturverst\u00e4ndnis und nachhaltige Entwicklung gestaltet werden sollen. Naturparke haben schon aufgrund ihrer Ausdehnung, sie nehmen ca. ein Viertel der Landesfl\u00e4che Deutschlands ein, eine gro\u00dfe Bedeutung. Oft befinden sie sich in der N\u00e4he gro\u00dfer St\u00e4dte und bieten mit ihren vielf\u00e4ltigen Landschaften attraktive Ausflugs- und Naturerlebnism\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re: <\/em><\/strong><\/span>Sind Sie mit der 3%-Regelung f\u00fcr Kernzonen in Biosph\u00e4renreservate zufrieden?<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek: <\/strong>Die Frage stellt sich so nicht. Die Internationalen Leitlinien f\u00fcr Biosph\u00e4renreservate geben eine Einteilung in Zonen vor, in denen dann die jeweiligen Ziele umzusetzen sind. In der Kernzone, das sind in Deutschland mind. \u00a03% der Fl\u00e4che soll die nat\u00fcrliche Gebietsentwicklung ohne unmittelbaren menschlichen Einfluss erm\u00f6glicht werden. Die Pflegezone umfasst mindestens 10 % der Fl\u00e4che und dient dem Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft. \u00a0Zur Entwicklungszone k\u00f6nnen auch Siedlungen und St\u00e4dte geh\u00f6ren. S\u00e4mtliche Nutzen sollen hier den Pr\u00e4missen nachhaltiger Entwicklung folgen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re: <\/em><\/strong><\/span>Verst\u00e4ndnisfrage: Sind alle Biosph\u00e4renreservate der Republik UNESCO-anerkannt? Beziehungsweise pr\u00fcft und wacht die UNESCO auch \u00fcber die Nationalparke? Im Ausland zumindest gibt es einige Biosph\u00e4renreservate ohne UNESCO-Label.<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek:<\/strong> Mit dem MAB \u201eMan and Biosphere\u201c-Programm setzt die UNESCO weltweit den inhaltlichen und organisatorischen Rahmen f\u00fcr alle\u00a0\u00a0Biosph\u00e4renreservate und entwickelt ihn mit den \u00fcber 100 beteiligten L\u00e4ndern fort. Mit Hilfe der Nationalkomitees dieser L\u00e4nder f\u00fchrt die UNESCO alle zehn Jahre eine \u00dcberpr\u00fcfung der anerkannten Gebiete durch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re: <\/em><\/strong><\/span>Sie besuchten ja im Rahmen der\u00a0EUROPARC-Konferenz in Bad Urach das Biosph\u00e4rengebiet Schw\u00e4bische Alb. Welchen Eindruck konnten Sie gewinnen? Was hatte Sie am meisten begeistert? Wo sehen Sie die wichtigsten Handlungsschwerpunkte?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek: <\/strong>Es ist sehr sch\u00f6n, dass dieses sehr junge Biosph\u00e4renreservat die Ausrichtung der Tagung \u00fcbernommen hat und mit einem sehr vielf\u00e4ltigen Exkursionsprogramm wunderbare Einblicke in die Landschaft erm\u00f6glicht hat. Ich pers\u00f6nlich hatte die M\u00f6glichkeit die Forschungsstation Randecker Maar e.V. zu besuchen und war beeindruckt, wie dort auf ehrenamtlicher Basis geforscht wird. Herr \u00a0Dr. Gatter berichtete uns als Exkursionsleiter nicht nur die Highligts der Forschungsstation, sondern erl\u00e4uterte uns kenntnisreich und spannend die Besonderheiten des gesamten Gebietes. Insgesamt Eindr\u00fccke, die ich nicht so schnell vergessen werde.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re: <\/em><\/strong><\/span>Welchen Input f\u00fcr Ihre Arbeit konnten Sie von der Konferenz mitnehmen?<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek: <\/strong>Die Konferenz\u00a0\u00a0hatte nat\u00fcrlich\u00a0viele\u00a0unterschiedliche Facetten mit spannenden Diskussionen, die sich am Thema Qualit\u00e4t ausrichteten. Sie bot dar\u00fcber hinaus Raum f\u00fcr viele \u00a0menschliche Begegnungen und Erfahrungsaustausche und nat\u00fcrlich Begegnungen mit der Region. F\u00fcr mich wurde einmal mehr deutlich, dass Motivation f\u00fcr die Umsetzung einer Idee der\u00a0wichtigste\u00a0Schl\u00fcssel zum Erfolg ist. In diesem Sinne haben diese Tage in Bad Urach viele Impulse und Stoff f\u00fcr neue Ideen gegeben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong><em><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><em>Sph\u00e4re: <\/em><\/strong><\/span>Gibt es Vorzeige-Nationen in Sachen Naturschutz und Nationalparke, von denen Deutschland unbedingt lernen muss oder m\u00fcssen gar die anderen von Deutschland lernen?<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p><strong>Dr. Elke Baranek: <\/strong>Wenn es um Nationalparks geht gucken wir schon Richtung USA, die mit dem Yellowstone-Nationalpark bereits 1872 den erste Naturlandschaft unter Schutz gestellt haben. Das sind fast 100 Jahre mehr an Erfahrungen im \u00a0Bereich des gro\u00dffl\u00e4chigen Naturschutzes. Allerdings ist nicht alles vergleichbar und erst recht nicht \u00fcbertragbar. Das bedeutet, der Erfahrungsaustausch zwischen den Gebieten ist sehr wertvoll und muss unterst\u00fctzt werden &#8211; \u00a0daf\u00fcr stehen sowohl EUROPARC Federation als auch EUROPARC Deutschland als Dachverband mit ihren Aktivit\u00e4ten. \u00a0Viele Herausforderungen zeigen sich allerdings erst in der Umsetzung und hier sind oft sehr individuelle L\u00f6sungswege erforderlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><\/strong><span style=\"color: #ff6600;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6967\"><span style=\"color: #ff6600;\">zur\u00fcck zum Artikel<\/span><\/a><\/strong><\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zur\u00fcck zum Artikel Interview: Dr. Elke Baranek, Europarc Deutschland<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1405,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6969","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6969"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6969\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6971,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6969\/revisions\/6971"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}