{"id":7271,"date":"2013-02-07T11:55:15","date_gmt":"2013-02-07T10:55:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=7271"},"modified":"2013-02-07T14:03:52","modified_gmt":"2013-02-07T13:03:52","slug":"die-abgesturzten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=7271","title":{"rendered":"Die Abgest\u00fcrzten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em>Buchbesprechung &amp; Tipp:\u00a0\u201eDie Abgest\u00fcrzten&#8220; von\u00a0Otmar Gotterbarms\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Otmar Gotterbarm, pensionierter Realschullehrer und Volkshochschulleiter aus M\u00fcnsingen hat, angeregt durch ein Absturzereignis im heimischen Lautertal das Forschen \u00fcber den Luftkrieg zwischen Schw\u00e4bischer Alb und Oberschwaben zu seiner Passion gemacht. Neben Vortr\u00e4gen und Zeitungsartikeln entstand 2003 die inzwischen vergriffene Buchver\u00f6ffentlichung &#8222;Als die Feinde vom Himmel fielen&#8220;.<!--more--><\/p>\n<p>Anfang 2013 legte Gotterbarm sein zweites Buch &#8222;Die Abgest\u00fcrzten&#8220; vor. Er legt darin den Fokus auf eine ganz besonders tragische Nacht vom 25. auf 26. April 1944, als auf dem R\u00fcckflug von einem verheerenden Angriff auf Augsburg gleich drei Bomber \u00fcber der Schw\u00e4bischen Alb abst\u00fcrzten, bei Frankenhofen, Gro\u00dfengstingen und Seeburg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-7272\" title=\"abgestuerzte\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/abgestuerzte-224x320.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/abgestuerzte-224x320.jpg 224w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/abgestuerzte-112x160.jpg 112w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/abgestuerzte-98x140.jpg 98w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/abgestuerzte.jpg 246w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/p>\n<p>Gotterbarm, lange Jahre als Sprachlehrer in verschiedenen L\u00e4ndern t\u00e4tig, nutzte seine Sprachkenntnis und seine Kontakte, um sich ein erstaunliches Netz an Zeitzeugen in Europa und weiteren Informationsquellen wie dem britischen Nationalarchiv in London-Kew aufzubauen. Ergebnis seiner langj\u00e4hrigen peniblen Forschungsarbeit ist ein Bericht, der das Geschehen \u00fcber der Alb in jener tragischen Kriegsnacht beinahe modellhaft nachzeichnet. Der Leser erlebt hautnah die Enge und Einsamkeit in den Bombenfliegern, auch die Panik, als Getroffene am Fallschirm abspringen mussten. Wir lernen \u00fcber die Taktiken der Bombergeschwadader und der deutschen J\u00e4ger. Auch die Radarsysteme beider Seiten bleiben uns nicht fremd. Das Leid der Menschen im bombadierten Augsburg bringt uns der Zeitzeugenbericht einer els\u00e4ssischen Fremdarbeiterin nah. Der Leser versteht auch bald die Gef\u00fchle der Menschen in den Albd\u00f6rfern, die in den letzten anderthalb Kriegsjahren keineswegs von den Schockwirkungen des Bombenkrieges verschont wurden. Wir lesen von Angst und Not, aber auch von heimlicher Faszination besonders der Jugendlichen jener Zeit. Akribisch genau verfolgt Gotterbarm auch den beklemmenden Weg der Abgest\u00fcrzten Flieger in die Kriegsgefangenschaft.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=6016\">Link zum Sph\u00e4re-Artikel Absturz<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Den Rahmen der Handlung bildet die anr\u00fchrende Geschichte vom Schulring des bei Seeburg gefallenen Navigators Cyril F. Ridgers, den der G\u00e4chinger Fritz Gro\u00df 12 Jahre sp\u00e4ter am Unfallort fand. Durch Gotterbarms Recherche konnte er ihn noch 2006 in einer bewegenden Zeremonie dem Neffen von Cyril F. Ridgers zur\u00fcck geben (siehe Sph\u00e4re 3\/2012).<\/p>\n<p>Gotterbarm machte sich auch auf die Suche nach dem &#8222;Fliegerbaum&#8220; an dem angeblich ein sterbender Flieger noch seinen Namen eingeritzt haben soll. Trotz der akribischen Sachlichkeit seiner Darstellung wird auch die emotionale Botschaft des Kosmopoliten Gotterbarm deutlich: Als Teil einer Kriegsmaschinerie werden Menschen sehr schnell zu Bestien. Sobald sie sich aber gegen\u00fcber stehen, Auge in Auge, ein jeder in seiner Verletzlichkeit, vergessen sie ihre Fremdheit und oft auch jede Feindschaft. So war es auch im April 1944 auf der Alb. Jene, die vor kurzem noch Bomben auf Unschuldige warfen, strichen deutschen Kindern durchs Haar und schenkten ihnen Kaugummi. Die \u00c4lbler versorgten den eben noch verhassten Feind, der jetzt als frierender schockierter Mensch erschien mit Decken und hei\u00dfen Getr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Gerade heute, da uns die Kriegsgeneration, die uns solche uners\u00e4tzlichen Erfahrungen noch mitteilen kann, langsam verloren geht ist Otmar Gotterbarms Werk von gr\u00f6\u00dftem Wert.<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #800000;\">Otmar Gotterbarm \u201eDie Abgest\u00fcrzten&#8220; 263 Seiten ISBN 978-3-87336-941-2 Gerhard Hess Verlag, 21.90 Euro<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchbesprechung &amp; Tipp:\u00a0\u201eDie Abgest\u00fcrzten&#8220; von\u00a0Otmar Gotterbarms\u00a0 Otmar Gotterbarm, pensionierter Realschullehrer und Volkshochschulleiter aus M\u00fcnsingen hat, angeregt durch ein Absturzereignis im heimischen Lautertal das Forschen \u00fcber den Luftkrieg zwischen Schw\u00e4bischer Alb und Oberschwaben zu seiner Passion gemacht. 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