{"id":7589,"date":"2014-06-10T09:13:59","date_gmt":"2014-06-10T07:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=7589"},"modified":"2019-02-13T18:49:55","modified_gmt":"2019-02-13T17:49:55","slug":"entstehung-das-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=7589","title":{"rendered":"Entstehung &#8211; das Meer"},"content":{"rendered":"<p>Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Zeit der Schw\u00e4bischen Alb, bis hinein ins Erdmittelalter vor rund 240 Millionen Jahren: Es existiert ein einziger gro\u00dfer Superkontinent, der bald durch gewaltige Kr\u00e4fte im Erdinnern beginnen wird, zu zerfallen. Riesige Kontinente wandern, Ozeane entstehen.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7590\" title=\"Nebel_Albrand_3BFW8471\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nebel_Albrand_3BFW8471.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nebel_Albrand_3BFW8471.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nebel_Albrand_3BFW8471-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Nebel_Albrand_3BFW8471-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><em>Die Alb taucht aus den Fluten auf:\u00a0Die watteweichen Wolken, die hier den Albtrauf umspielen, muten an wie Wellen des Jurameers. Aus ihm erhob sich die Schw\u00e4bische Alb vor 150 Millionen Jahren.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Hier steigen wir ein, besuchen die f\u00fcr die Schw\u00e4bische Alb wichtigsten Stationen, um ihre Beschaffenheit und Relief zu verstehen. Denn neben den tektonischen Kr\u00e4ften ist es vor allem das Wasser, das durch Meeresablagerungen schon vor Urzeiten die Alb pr\u00e4gte. Und es feilt noch immer an der Gestalt dieses 220 Kilometer langen Karstgebirges zwischen N\u00f6rdlingen und Tuttlingen.<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-14315\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Geopark_logo.jpg\" alt=\"Geopark_logo\" width=\"107\" height=\"112\" \/>UNESCO Geopark Schw\u00e4bische Alb: Mehr Infos erhalten Sie unter: <a href=\"https:\/\/www.geopark-alb.de\" target=\"_blank\">www.geopark-alb.de<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Was sind schon l\u00e4ppische 240 Millionen Jahre? \u00dcbertr\u00e4gt man die Erdgeschichte seit ihrer Entstehung vor 4600 Millionen Jahren bis heute auf eine 24-Stunden-Skala, so beginnt unsere Zeitreise am Anfang des Erdmittelalters etwa um 22.45 Uhr. Das ist eigentlich noch gar nicht so lange her. Genauer: Ab 23 Uhr zerf\u00e4llt der Superkontinent Pang\u00e4a. In 20 Minuten entwickeln sich die Kontinente, wie wir sie heute kennen. Dazwischen, von 22.50 Uhr bis 23.40 Uhr, beherrschen die Dinosaurier den Planeten. Wir, die fr\u00fcheste Form des modernen Menschen (archaischer Homo sapiens), entwickeln uns vor 100000 bis 200000 Jahren, zwei bis vier Sekunden vor Mitternacht.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Alb. Wie bildete sich ihr typisches Relief? J\u00e4h erhebt sich heute der markante Albtrauf um bis zu 400 H\u00f6henmeter aus dem Albvorland empor. Stolz ragen an dieser steilen Nordwestseite zerkl\u00fcftete Felsen in den Himmel. Lieblicher pr\u00e4sentiert sich dahinter, in s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung auf der Albhochfl\u00e4che die dicht bewaldete Kuppenalb mit ihrem sanft welligen Relief. Eine Klifflinie markiert den \u00dcbergang zur Fl\u00e4chenalb, die sich sacht nach S\u00fcdosten zur Donau hin neigt. Klifflinie? Schwer vorstellbar, dass Meeresfluten einst die Schw\u00e4bischen Alb bedeckten.<\/p>\n<p>Doch bevor das Meer das heutige Europa erreichte, waren alle Kontinente noch in der riesigen Landmasse Pang\u00e4a vereint: Es ist hei\u00df und trocken, gigantische W\u00fcsten breiten sich aus, bedingt durch die enorme Landfl\u00e4che. Zeitsprung, die Uhr zeigt zirka 23 Uhr: Wir befinden uns in der sogenannten Jurazeit, deren Gesteinsschichten die Schw\u00e4bische Alb heute ausmachen, vor rund 190 Millionen Jahren. Hier beginnt der Superkontinent langsam durch die Verschiebung riesiger Platten auseinanderzubrechen \u2013 in den n\u00f6rdlichen Teil Laurasia und den s\u00fcdlichen Gondwanaland. Das Tethysmeer, das bislang nur den Osten des Superkontinents umspielte, verschafft sich Raum und breitet sich nach Westen Richtung Europa aus. Tiefseebecken wogen, Korallenriffe bilden sich, verschiedenste Meerestiere schwimmen in den Fluten. Das Klima \u00e4ndert sich: Im Bereich des Tethysmeers ist die Luft feucht und warm, tropische Gew\u00e4chse entfalten ihre Bl\u00e4tter- pracht, Dinosaurier bev\u00f6lkern das Land. Unterdessen driften die Kontinente immer weiter auseinander, die Meeresstr\u00f6mungen, die seither f\u00fcr den globalen Temperaturausgleich gesorgt haben, werden unterbrochen, das Weltklima dadurch rauer. Als die Landmassen das Tethysmeer schlie\u00dflich umgeben, entwickeln sich seine Sedimente zu einem Sammelbecken von Fossilien \u2013 auch die Dinosaurier haben hier ihre Spuren hinterlassen. In unseren Breiten taucht am Ende der Jurazeit S\u00fcdwestdeutschland aus den mehrmals hereingeschwappten Fluten auf. Die Schw\u00e4bische Alb erblickt das Licht der Welt.<\/p>\n<p>An diesem Punkt n\u00e4hert sich unsere Zeitreise allm\u00e4hlich der Erdneuzeit, so gegen 23.45 Uhr. Ein gewaltiger Bruch der Erdkruste vor rund 50 Millionen Jahren hat weitreichende Folgen: Am Oberrhein zwischen Frankfurt und Basel senkt sich die Erde bis zu 3,5 Kilometer in die Tiefe, die Erdkruste wird bis zu sieben Kilometer auseinander gezerrt \u2013 diese Zugspannungen halten bis heute an. Die R\u00e4nder des Grabens schieben sich in die H\u00f6he, im Westen die Vogesen und der Pf\u00e4lzerwald, im Osten der Schwarz- und Odenwald. Der einstige Meeresboden aus der Jurazeit mit m\u00e4chtigen Schichten aus Ton, Kalk und Mergel hebt sich in Schr\u00e4gstellung empor, nach S\u00fcdost abfallend. Das S\u00fcdwestdeutsche Schichtstufenland entsteht. Die Schw\u00e4bische Alb als Teil dieses Schichtstufenlands besteht aus der j\u00fcngs\u00adten Schicht, dem Jurakalk.<\/p>\n<p>Allen voran ist es das flie\u00dfende Wasser, das die einzelnen Land\u00adstufen herausmodelliert. H\u00e4rteres und weicheres Gestein wech\u00adseln sich im schr\u00e4ggestellten Schichtpa\u00adket ab. Vor allem bei Ge\u00adsteinen der st\u00e4rker gehobenen Land\u00adschafts\u00adteile und bei weniger widerstandsf\u00e4higen Schichten wie Ton und Mer\u00adgel in den geneigten Bereichen hat das Wasser leichtes Spiel.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Gesteins\u00adh\u00e4rten sind auch die Ursache f\u00fcr die sogenannten Zeugenberge, die sich trotzig aus dem Vorland der Schw\u00e4bischen Alb erheben. Wasser und Wind pr\u00e4parierten sie he\u00adraus, ja trennten sie komplett von der Schichtstufe ab, wie etwa die Achalm bei Reutlingen oder die Drei Kaiserberge zwischen G\u00f6ppingen und Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd. Sie beweisen, dass die Alb einst fast bis Stuttgart reichte und heute noch, 1,6 Millimeter j\u00e4hrlich, zur\u00fcckweicht. Anders entwickelten sich die Kegelberge wie die Limburg bei Weilheim an der Teck oder der Jusi in der N\u00e4he Metzingens. Sie zeugen von der hochexplosiven Zeit vor rund 17 Millionen Jahren (23.54 Uhr), als in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern rund um Bad Urach aus 355 Ausbruchstellen Gase, Wasserdampf und Gesteinsbrocken schossen. Mit ihren harten Schlotf\u00fcllungen trotzten sie der Abtragung \u2013 daher die Bezeichnung H\u00e4rt\u00adling. Wo allerdings wasserundurchl\u00e4ssige Schichten die Vulkan\u00adkrater abdichten, sammelt sich Was\u00adser, es entstehen H\u00fclen, Maare oder Torfmoore. Wie das Randecker Maar, dessen Kra\u00adterrand 1,2 Kilometer durchmisst.<\/p>\n<p>Und immer wieder ist es das Wasser, das Bizarres formt, auch unterirdisch. Karsterscheinungen nennt man die Ereignisse, die entstehen, wenn Regen in por\u00f6ses Gestein dringt und dort abflie\u00dft. Regenwasser nimmt beim Versickern durch den Boden Kohlendioxid auf. Es wirkt dann wie eine S\u00e4ure, die Kalk aus dem Stein l\u00f6st. Folge: H\u00f6hlen, Dolinen und un\u00adter\u00adirdische Wasserl\u00e4ufe bilden sich. Erreicht das mit Kalk angereicherte Wasser die Erdoberfl\u00e4che, \u201ef\u00e4llt\u201c der Kalk wieder aus und lagert sich an. Beispiel: die imposan\u00adten, 25 Meter breiten Terrassen aus Kalktuff des G\u00fctersteiner Wasserfalls bei Bad Urach, \u00fcber die das Wasser ins Tal st\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Solche Naturschauspiele wie H\u00f6hlen, Quellt\u00f6pfe oder Fossilienfunde greift der Verein Geopark mit Info\u00adstellen auf der Alb thematisch auf (www. geopark-alb.de), wie beispielsweise das Urweltmuseum in Aalen.<\/p>\n<p>Sekunde null: Starten Sie Ihre Entdeckungsreise in Wanderschuhen, hier und jetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Printausgabe: Sph\u00e4re 1\/2013, Seite 12<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>WEBcode #19139<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Zeit der Schw\u00e4bischen Alb, bis hinein ins Erdmittelalter vor rund 240 Millionen Jahren: Es existiert ein einziger gro\u00dfer Superkontinent, der bald durch gewaltige Kr\u00e4fte im Erdinnern beginnen wird, zu zerfallen. Riesige Kontinente wandern, Ozeane entstehen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7590,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-7589","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-printausgabe-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7589"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7589\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14317,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7589\/revisions\/14317"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7590"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}