{"id":7676,"date":"2014-06-12T08:54:53","date_gmt":"2014-06-12T06:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=7676"},"modified":"2025-12-05T10:40:27","modified_gmt":"2025-12-05T09:40:27","slug":"herr-der-dinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=7676","title":{"rendered":"Herr der Dinge"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2873 alignnone\" title=\"Podcast_radio_logo\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Podcast_radio_logo.gif\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"30\" \/><em>REPORT: Gem\u00fcse-Abo aus Dapfen geht auf \u00dcberholspur<\/em><\/p>\n<p><strong>Landwirt J\u00fcrgen Weiss liebt Eigenst\u00e4ndigkeit und unternehmerische Freiheit mehr als den Geldsegen aus Agrarsubventionen. Warum? Er hat das Vermarkten noch nicht verlernt.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7677 alignnone\" title=\"Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1330\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1330.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1330.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1330-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1330-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Wer sind die Besten? Die Originale. Jene, die ab Stunde null erfinden, entwickeln, sich engagieren. Was kommt danach? Die Kopie. Und genau das ist es, was das iPhone von Steve Jobs aus den USA und das Gem\u00fcse-Abo von J\u00fcrgen Weiss aus Dapfen im Lautertal gemeinsam haben. Sie sind Originale und waren die Ersten.<\/p>\n<blockquote><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2947\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-7676-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/gemueseabo_SPHAERE_VERLAG.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/gemueseabo_SPHAERE_VERLAG.mp3\">http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/gemueseabo_SPHAERE_VERLAG.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/gemueseabo_SPHAERE_VERLAG.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?powerpress_pinw=7676-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/gemueseabo_SPHAERE_VERLAG.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"gemueseabo_SPHAERE_VERLAG.mp3\">Download<\/a><\/p><p class=\"powerpress_links powerpress_subscribe_links\">Subscribe: <a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?feed=podcast\" class=\"powerpress_link_subscribe powerpress_link_subscribe_rss\" target=\"_blank\" title=\"Subscribe via RSS\" rel=\"nofollow\">RSS<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Multimillion\u00e4r Jobs (&#x271d;2011) schraubte anf\u00e4nglich in einer Garage an seinen ersten Mac-Computern. Der fr\u00fch von heimischen Albgew\u00e4chsen faszinierte und studierte Gem\u00fcseg\u00e4rtner Weiss startete auf bescheiden-kleinen Feldern. Er schwitzte leidenschaftlich f\u00fcr ein unabh\u00e4ngiges, erf\u00fclltes Landwirtsleben. Die Fr\u00fcchte seiner ersten Ernten chauffierte er noch 1990 mit einem klapprigen Fiesta von Haus zu Haus \u2013 im Kofferraum eine Kiste Kraut und Salat.<\/p>\n<p>20 Jahre sp\u00e4ter f\u00fchrt das mittelst\u00e4ndische Unternehmen im lieblichen Lautertal 1200 Produkte im Sortiment. Die Gesch\u00e4ftsidee der Familie Weiss gibt heute neun Menschen Arbeit und sichert deren t\u00e4gliches Brot. Zwei K\u00fchl-Kleinlaster pendeln zwischen Aalen und Sulz am Neckar. \u00dcberraschend viele Kunden beliefert der 100-prozentige Bioland-Betrieb auf der Alb \u2013 trotz oder vielleicht gerade wegen der noch lebendigen Krautgarten-Kultur? Auf Agrar-Subventionen f\u00fcr seine Grundst\u00fccke verzichtet Weiss: \u201eZu viel B\u00fcrokratie.\u201c Der Gartenbauer legt \u201edie goldenen Ketten\u201c seines bodenst\u00e4ndigen Berufsstands ab und konzentriert sich voll auf sein Kerngesch\u00e4ft. Woche f\u00fcr Woche bringt er so seine Kunden auf den guten Albgeschmack auf M\u00e4rkten in der Region und via Internet. Sein Online-Portal bietet neben der klassischen Einzelproduktbestellung zus\u00e4tzlich drei Abo-Kategorien: Gem\u00fcse, K\u00e4se und Obst. In der Rubrik Gem\u00fcse beispielsweise kann der Kunde zwischen 16 Paketen w\u00e4hlen: Schonkost, Regionalsortiment, B\u00fcrosnack, Rohkostsortiment, alles portioniert f\u00fcr verschiedene Haushaltsgr\u00f6\u00dfen. Beispiel Dezember: Zw\u00f6lf Euro kostete das Rohkost-Kistle (0,6 kg Karotten, 0,5 kg Fenchel, 0,5 kg Paprika rot, eine Staudensellerie, eine Endivie, 0,1kg Champignons und Egerlinge). Je nach Jahreszeit variiert der Inhalt. Der Kunde w\u00e4hlt, ob das Abo-Kistle w\u00f6chentlich, alle zwei Wochen oder monatlich kommen soll. Liefergeb\u00fchren ab 20 Euro Bestellwert sind inbegriffen. Kleinere Bestellungen kosten 1,80 Euro.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1275\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1275.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/p>\n<p>Daf\u00fcr erh\u00e4lt der Kunde ges\u00fcndeste Bioland-Produkte je nach Zusammenstellung zwischen 30 bis 50 Prozent von Weissens \u00c4ckern auf der sch\u00f6nen Schw\u00e4bischen Alb. Was hier wegen des rauen Klimas nicht gedeiht, wird von Biolandbauern aus der Region zugekauft. Das schlagkr\u00e4ftigste Argument f\u00fcr den Erfolg dieses Konzepts sei die Frische, erl\u00e4utert Weiss. Warum? 150 Salatk\u00f6pfe beispielsweise meldet der Gem\u00fcse-Abo-Bestelleingang heute. 150 Salatk\u00f6pfe schneidet Weiss auf seinem Feld noch am Abend. Und 150 Salatk\u00f6pfe gehen am n\u00e4chsten Tag raus \u2013 Punktlandung: Kein Abfall, keine alte Ware und zufriedene Kunden. Der normale Lebensmittelhandel muss die Nachfrage sch\u00e4tzen, Weiss kennt den Tagesbedarf aufs Komma genau.<\/p>\n<p>Der Dapfener liebt vergessene Gem\u00fcsesorten. So baute er die heimische Rauke an, lange bevor sie als italienischer Rucola eine Renaissance erlebte. Wilden Knob\u00adlauch verkaufte er, bevor er als B\u00e4rlauch die Kocht\u00f6pfe der TV-K\u00fcchen eroberte. Jeder kennt die Gelbe R\u00fcbe, die Rote R\u00fcbe und die Rote Beete \u2013 aber wie schmeckt die Gelbe Beete? Seine Liebe zu den Produkten der Region machen ihn zum ungekr\u00f6nten Botschafter der Alb.<\/p>\n<p>Seit 2011 bildet ein neues B\u00fcro- und Verkaufsgeb\u00e4ude samt Produktions- und K\u00fchlr\u00e4umen an der Hauptstra\u00dfe den Betriebsmittelpunkt. \u201eEinen Kaufladen gibt\u00b4s in Dapfen schon lange nicht mehr, weshalb neben Ausfl\u00fcglern gerne auch Einheimische zu uns kommen\u201c, freut sich Weiss \u00fcber die Kundenfrequenz.<\/p>\n<p>Qualit\u00e4t setzt sich eben durch \u2013 wenn dieser hohe Anspruch nicht alleine dem Profit geschuldet ist. Gl\u00fchende Leidenschaft l\u00e4sst sich nicht kopieren, eine emotionslose Gesch\u00e4ftsidee schon. Weiss kennt seine Pappenheimer nur zu gut, die mehr missg\u00fcnstig als nur neugierig seine Gem\u00fcsest\u00e4nde scannten, als er 2011 seinen j\u00fcngsten Coup landete: Seine Gew\u00fcrzmischungen, Salze und Essige (siehe Foto) unter dem Label \u201eAlbfeinkost\u201c wollen selbst H\u00e4ndler in Berlin in ihrem Laden haben. Weiss trifft den Geschmacksnerv vieler Kunden. Weiss steht im Rampenlicht. Dies weckt Begehrlichkeiten: Wie sehen die Verpackungen aus, welches Marketing-Konzept steckt dahinter? So wie im Bereich von journalistischen Magazin-Produkten gerne unverhohlen gekupfert wird, gibt es auch in der Lebensmittelbranche auf der Alb den schn\u00f6den Ideenklau. Doch Weiss steht dar\u00fcber. Denn wer kann schon mit einem Gesch\u00e4ftsmann mithalten, dessen Beruf eigentlich sein Hobby ist?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7679\" title=\"Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1304\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1304.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1304.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1304-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Gemuese_Abo_Juergen_Weiss_3BFW1304-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Printausgabe: Sph\u00e4re 1\/2013, Seite 42<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tradition &#038; Handwerk: Gem\u00fcse-Landwirt aus Dapfen geht auf \u00dcberholspur<\/p>\n<p>Landwirt J\u00fcrgen Weiss liebt Eigenst\u00e4ndigkeit und unternehmerische Freiheit mehr als den Geldsegen aus Agrarsubventionen. 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