{"id":8075,"date":"2013-07-09T10:09:47","date_gmt":"2013-07-09T08:09:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=8075"},"modified":"2013-07-09T14:46:19","modified_gmt":"2013-07-09T12:46:19","slug":"atommull-endlager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=8075","title":{"rendered":"Atomm\u00fcll-Endlager"},"content":{"rendered":"<p><em>Atomm\u00fcll-Endlager an der s\u00fcdlichen Alb m\u00f6glich<\/em><\/p>\n<p>Ein Hauch von Geschichte weht an diesem Freitag (5. Juli 2013) durch den Bundesrat. Nach dem Bundestag hat auch die L\u00e4nderkammer dem Gesetz zur Suche nach einem Atomm\u00fcll-Endlager zugestimmt. Der Einigung war ein jahrzehntelanger Streit vorangegangen. \u201eDas ist wahrlich ein historischer Akt\u201c, sagte Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann, der selbst einen entscheidenden Anteil an dem nationalen Konsens hat.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2640 alignnone\" title=\"neckarwestheim_atom_kernkraft\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/neckarwestheim_atom_kernkraft.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/neckarwestheim_atom_kernkraft.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/neckarwestheim_atom_kernkraft-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/neckarwestheim_atom_kernkraft-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>\u201e50 Jahre nach dem Einstieg in die Atomkraft legen wir heute das Fundament daf\u00fcr, dass der bestm\u00f6gliche Standort f\u00fcr radioaktive Abf\u00e4lle in Deutschland ausgew\u00e4hlt wird\u201c, sagte Kretschmann im Bundesrat. Der Ministerpr\u00e4sident von Baden-W\u00fcrttemberg war es gewesen, der nach seinem Amtsantritt den neuen Anlauf zur Endlagersuche angesto\u00dfen hatte. Kretschmann hat damals einen Vorsto\u00df f\u00fcr eine ergebnisoffene Suche gemacht und sich bereit erkl\u00e4rt, dass auch im S\u00fcdwesten nach einem geeigneten Standort f\u00fcr ein Atomm\u00fcll-Endlager gesucht werden kann. Damit holte er das Thema aus der Sackgasse.<\/p>\n<div id=\"attachment_8084\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8084\" class=\"size-thumbnail wp-image-8084  \" title=\"Winfried_Kretschmann_Quelle_Bundesrat\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Winfried_Kretschmann_Quelle_Bundesrat-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Winfried_Kretschmann_Quelle_Bundesrat-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Winfried_Kretschmann_Quelle_Bundesrat-92x92.jpg 92w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><p id=\"caption-attachment-8084\" class=\"wp-caption-text\">Winfried Kretschmann (Quelle: Bundesrat)<\/p><\/div>\n<p><strong>Es geht um den sichersten Standort<\/strong><\/p>\n<p>Die Suche nach einem Endlager wird jetzt nach wissenschaftlichen Kriterien, ergebnisoffen, transparent und demokratisch erfolgen. Es gehe dabei nicht um die Himmelsrichtung, sondern darum, den geologisch sichersten Standort zu finden, betonte Kretschmann.<\/p>\n<p>Das so genannte Standortauswahlgesetz gibt f\u00fcr die Endlagersuche vier Schritte vor:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Bund-L\u00e4nder-Kommission aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft wird das Auswahlverfahren vorbereiten und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr wissenschaftlich fundierte Standortkriterien vorlegen, \u00fcber die dann der Gesetzgeber beschlie\u00dft.<\/li>\n<li>Anhand der Suchkriterien werden danach Regionen und Standorte zur obert\u00e4gigen Erkundung ermittelt und von Bundestag und Bundesrat festgelegt.<\/li>\n<li>Auf der Basis einer genauen Pr\u00fcfung der oberirdischen Standorte werden die Standorte zur untert\u00e4gigen Erkundung ausgew\u00e4hlt. Auch dar\u00fcber entscheiden Bundestag und Bundesrat.<\/li>\n<li>Nach Auswertung der aus der untert\u00e4gigen Erkundung gewonnenen Erkenntnisse entscheiden Bundestag und Bundesrat bis Ende 2031 \u00fcber den Standort f\u00fcr ein Endlager.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Gemeinsames Handeln notwendig<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMit dem Standortauswahlgesetz kommen wir dem gemeinsamen Ziel n\u00e4her, den Irrweg der Atomkraft ein f\u00fcr alle Mal hinter uns zu lassen\u201c, sagte Kretschmann. Gleichzeitig ist der Weg zur Einigung auf ein Atomm\u00fcll-Endlager steinig und lang: \u201eDie konkreten Entscheidungen, die jetzt anstehen \u2013 Wo wird obert\u00e4gig erkundet? Wo wird untert\u00e4gig erkundet? \u2013 werden schwerere Entscheidungen sein als jene, die wir bis dato treffen mussten\u201c, so der Ministerpr\u00e4sident. Deshalb d\u00fcrften die einzelnen Teilschritte in der Sache zwar hart ausgefochten werden, aber die Einigung m\u00fcsste dann immer wieder streitfrei gestellt werden. \u201eWir m\u00fcssen im Konsens handeln, immer wieder, sonst werden wir das notwendige Vertrauen der Bev\u00f6lkerung, das diesen Prozess tr\u00e4gt, nicht gewinnen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kretschmann mahnt Verantwortung an<\/strong><\/p>\n<p>Zuvor muss aber noch Einigkeit dar\u00fcber erzielt werden, wo die 26 Castoren mit radioaktivem Abfall zwischengelagert werden, die ab 2015 aus Wiederaufbereitungsanlagen in England und Frankreich nach Deutschland zur\u00fcckkehren. Teil der Einigung auf ein Endlagersuchgesetz war, dass keine weiteren Castoren nach Gorleben rollen, um den Eindruck einer Vorfestlegung zu vermeiden. Baden-W\u00fcrttemberg und Schleswig-Holstein haben prinzipielle Bereitschaft signalisiert, Castoren an den Zwischenlagern der Kraftwerke Philippsburg und Brunsb\u00fcttel zu \u00fcbernehmen. Doch zwei Standorte reichen nicht aus. Kretschmann machte daher in seiner Rede deutlich, dass auch andere L\u00e4nder Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcssten: \u201eJeder von uns wei\u00df, dass die Last der Zwischenlager auf mehreren Schultern verteilt werden muss. Schleswig-Holstein und Baden-W\u00fcrttemberg haben entsprechende Angebote gemacht. Diejenigen L\u00e4nder, die mit wenig \u00fcberzeugenden Argumenten abgewunken haben, haben eine Bringschuld.\u201c<\/p>\n<p><strong>Atomendlager in Baden-W\u00fcrttemberg?<\/strong><\/p>\n<p>Auch Baden-W\u00fcrttemberg k\u00f6nnte als Standort eines Atomendlagers in Frage kommen. Das geht aus einer Studie der Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften\u00a0und Rohstoffe (BGR) in Hannover hervor, die im Auftrag der Bundesregierung erstellt wurde. Umgehend regte sich Widerstand.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Errichtung eines Endlagers k\u00f6nnten sich zwei Regionen im S\u00fcdwesten wegen ihrer geologischen Beschaffenheit eignen. Das erste\u00a0Gebiet reicht nach einem Bericht der &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; die Donau entlang von Ulm bis Riedlingen (Kreis Biberach), das zweite befindet sich im Kreis Konstanz ungef\u00e4hr zwischen den Orten Gottmadingen und Engen. Dort gibt es jeweils dicke Tonschichten. Die Untersuchung \u00fcber die Eignung von Tongesteinen ist nach Angaben der BGR allerdings noch nicht abgeschlossen.<\/p>\n<p>Gleichzusetzen mit konkreten Alternativen f\u00fcr Endlagerst\u00e4tten seien die neu erforschten Tongesteinsvorkommen nicht, hie\u00df es. Bislang konzentrierte sich die Suche f\u00fcr ein Atomendlager vor allem auf die Salzst\u00f6cke in Niedersachsen.<\/p>\n<p>Angesto\u00dfen hatte die Diskussion die Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe \u00a0mit ihrer Studie \u00fcber die Verbreitung von Ton als potenzielles \u201eWirtsgestein\u201c f\u00fcr hoch radioaktive Abf\u00e4lle im Jahre 2006. Entsprechende Tonschichten gibt es am s\u00fcdlichen Rand der Schw\u00e4bischen Alb und auch im Raum Engen-Gottmadingen, wo ja die Schweiz aktuell ihr Endlager f\u00fcr Atomm\u00fcll in der N\u00e4he von Schaffhausen, direkt an der Grenze zu Baden-W\u00fcrttemberg, einrichten will.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>WEBcode #132461<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atomm\u00fcll-Endlager an der s\u00fcdlichen Alb m\u00f6glich Ein Hauch von Geschichte weht an diesem Freitag (5. Juli 2013) durch den Bundesrat. Nach dem Bundestag hat auch die L\u00e4nderkammer dem Gesetz zur Suche nach einem Atomm\u00fcll-Endlager zugestimmt. 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