{"id":8318,"date":"2013-10-27T18:50:59","date_gmt":"2013-10-27T17:50:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=8318"},"modified":"2013-10-21T18:58:33","modified_gmt":"2013-10-21T16:58:33","slug":"biokohle-gegen-klimakolaps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=8318","title":{"rendered":"Biokohle gegen Klimakolaps"},"content":{"rendered":"<p><em>Biokohle im Boden reduziert Treibhausgasemissionen<\/em><\/p>\n<p>Umweltmikrobiologen der Universit\u00e4t T\u00fcbingen untersuchen, wie mikrobielle Lebensgemeinschaften die Erzeugung klimasch\u00e4dlicher Gase verringern k\u00f6nnen.\u00a0Durch das Einbringen von Biokohle in landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den l\u00e4sst sich die Zusammensetzung und Aktivit\u00e4t der Bodenmikroorganismen so ver\u00e4ndern, dass Emissionen des Treibhausgases<!--more--> Distickstoffmonoxid, auch Lachgas genannt, verringert werden. Dies haben die Wissenschaftler Johannes Harter und Hans-Martin Krause unter der Leitung der Umwelt- und Geomikrobiologen Dr. Sebastian Behrens und Professor Andreas Kappler vom Zentrum f\u00fcr Angewandte Geowissenschaften der Universit\u00e4t T\u00fcbingen in Kooperation mit der Universit\u00e4t Hohenheim in einer Studie nachgewiesen. Diese Ergebnisse haben nicht nur eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr den nachhaltigen, effektiveren Einsatz von Stickstoffd\u00fcngern in der Landwirtschaft, sie stellen auch eine M\u00f6glichkeit dar, weltweit die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2909\" title=\"wolke_klima_100_0127\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wolke_klima_100_0127.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wolke_klima_100_0127.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wolke_klima_100_0127-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/wolke_klima_100_0127-140x105.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Biokohle ist ein Produkt der chemischen Zersetzung organischen Materials unter Luftabschluss bei hohen Temperaturen, dieser Prozess wird auch Pyrolyse genannt. Biokohle unterscheidet sich von Holzkohle haupts\u00e4chlich durch ihre Verwendung: W\u00e4hrend Holzkohle in der Regel verfeuert wird, findet Biokohle ihre Anwendung als Bodenhilfsstoff in der Landwirtschaft. Lachgas wird im Stickstoffstoffwechsel von Mikroorganismen im Boden produziert, die Emissionen von Distickstoffmonoxid steigen mit dem erh\u00f6hten Einsatz von D\u00fcngemitteln. Biokohle verringert durch ihre Bindungseigenschaften die Auswaschung von N\u00e4hrstoffen aus n\u00e4hrstoffarmen B\u00f6den. Au\u00dferdem beeinflusst sie die Zahl und Zusammensetzung der Lebewesen im Boden, die komplizierte Gemeinschaften mit Beteiligung von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen bilden, in g\u00fcnstiger Weise. \u201eDurch die Erh\u00f6hung der Wasserspeicherkapazit\u00e4t und der Bindung der N\u00e4hrstoffe wird die Fruchtbarkeit des Bodens erh\u00f6ht, die Emission von Treibhausgasen reduziert und mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert\u201c, sagt Sebastian Behrens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die bodenverbessernden und pflanzenwachstumsf\u00f6rdernden Eigenschaften der Biokohle waren bereits fr\u00fchen Indianerv\u00f6lkern in den tropischen Klimazonen Amazoniens und Afrikas bekannt. Die Ureinwohner dieser Regionen nutzten bereits vor mehreren tausend Jahren die Eigenschaften der \u201eTerra preta do indio\u201c, der \u201eSchwarzen Erde\u201c, wie die Biokohle dort genannt wurde. Mit ihrer aktuellen Studie unterstreichen die Wissenschaftler die Bedeutung der Biokohleforschung f\u00fcr die heutige Nutzung: Sie hat nicht nur das Potenzial, neue und profitable M\u00e4rkte f\u00fcr Landwirtschaft und Industrie zu erschlie\u00dfen, sie liefert auch wichtige Erkenntnisse f\u00fcr den Boden- und Klimaschutz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bedeutsam sind die aktuellen Forschungsergebnisse der T\u00fcbinger Wissenschaftler auch im Zusammenhang mit dem neuen Klimabericht (5th Assessment Report), der vom Weltklimarat (IPCC, Intergovernmental Panel on Climate Change) am 30. September 2013 ver\u00f6ffentlicht wurde. Danach sind die Konzentrationen der Treibhausgase Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid in der Atmosph\u00e4re seit 1750 durch Aktivit\u00e4ten des Menschen um 40 Prozent, 150 Prozent beziehungsweise 20 Prozent gestiegen. Die Hauptquelle f\u00fcr Distickstoffmonoxid (Lachgas, N2O) ist mit 84 Prozent die Landwirtschaft. Strategien zur Verringerung der landwirtschaftlichen N2O-Emissionen bei gleichzeitig nachhaltiger Nutzung von Stickstoffd\u00fcnger ohne Ertragsverluste sind daher wirtschaftlich und \u00f6kologisch von gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>WEBcode # 133463<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biokohle im Boden reduziert Treibhausgasemissionen Umweltmikrobiologen der Universit\u00e4t T\u00fcbingen untersuchen, wie mikrobielle Lebensgemeinschaften die Erzeugung klimasch\u00e4dlicher Gase verringern k\u00f6nnen.\u00a0Durch das Einbringen von Biokohle in landwirtschaftlich genutzte B\u00f6den l\u00e4sst sich die Zusammensetzung und Aktivit\u00e4t der Bodenmikroorganismen so ver\u00e4ndern, dass Emissionen des Treibhausgases<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2909,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8318","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8318"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8318\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8321,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8318\/revisions\/8321"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2909"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}