{"id":9553,"date":"2011-01-10T11:14:10","date_gmt":"2011-01-10T10:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=9553"},"modified":"2014-05-02T11:27:34","modified_gmt":"2014-05-02T09:27:34","slug":"9553","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=9553","title":{"rendered":"Schwimmbad-Chlor gef\u00e4hrlich?"},"content":{"rendered":"<p><em>Babyschwimmen: Asthmagefahr durch Desinfektion mit Chlor?<\/em><\/p>\n<p>Umweltbundesamt (UBA) warnt: F\u00fcr Kinder unter zwei Jahren, die famili\u00e4r mit Allergien vorbelastet sind, vorerst kein Babyschwimmen.<!--more--><\/p>\n<p>10. 1. 20122: Schwimmen ist gut f\u00fcr die Gesundheit. Deshalb &#8211; und auch zum Schutz vor dem Ertrinken &#8211; wird Schwimmen in der Schule unterrichtet. Aber: Zur Desinfektion von Schwimm\u00adbecken\u00ad\u00adwasser ist Chlor erforderlich. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnen Reaktionsprodukte des Chlors bei Risikogruppen zur Entwicklung von Asthma beitragen. Vor allem Trichloramin, ein Reaktionsprodukt aus Chlor und dem von Badeg\u00e4sten eingetragenem Harnstoff, ist als asthmaausl\u00f6sende Substanz in Verdacht geraten. Ob tats\u00e4chlich eine Schadwirkung auf das Lungenepithel im fr\u00fchkindlichen Stadium ausgeht und diese zu Asthma f\u00fchrt, kann auf Grund fehlender Daten zur Wirkschwelle von Trichloramin noch nicht abschlie\u00dfend beurteilt werden. Besorgten Eltern von Kindern unter zwei Jahren, in deren Familien geh\u00e4uft Allergien auftreten, empfiehlt das Umweltbundesamt (UBA), aus Vorsorgegr\u00fcnden vom Babyschwimmen abzusehen, bis gekl\u00e4rt ist, ob sich der Verdacht best\u00e4tigt. Alle anderen Kinder und Erwachsene k\u00f6nnen Schwimmb\u00e4der mit einer Wasseraufbereitung nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik weiter ohne Bedenken nutzen.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #008080;\">Risiko minimieren<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>UBA-Pr\u00e4sident Jochen Flasbarth forderte die Bev\u00f6lkerung auf, einfache Hygieneregeln f\u00fcr ein gesundes Baden zu beachten: \u201eSchwimmen ist gesund f\u00fcr Kinder und Erwachsene. Damit das so bleibt, sollte jede und jeder durch gr\u00fcndliches Duschen vor dem Baden dazu beitragen, dass es nicht zu Gesundheitsgefahren durch Trichloramin kommt.\u201c Trichloramin entsteht, wenn Chlor im Beckenwasser mit dem Harnstoff in Kontakt kommt, den die Badeg\u00e4ste \u00fcber Urin, Schwei\u00df, Kosmetika oder Hautschuppen ins Wasser einbringen. Trichloramin verursacht den typischen Hallenbadgeruch, der als \u201eChlorgeruch\u201c empfunden wird.<\/li>\n<li>Von den Schwimmbadbetreibern verlangt Flasbarth, verf\u00fcgbare Techniken zur Wasserauf\u00adbereitung konsequent zu nutzen: \u201eHallenbadbetreiber k\u00f6nnen die Belastung mit Trichloramin senken, indem sie gen\u00fcgend Frischwasser zuf\u00fchren, ihre B\u00e4der ausreichend bel\u00fcften und nach allgemein anerkannten Regeln der Technik bauen und betreiben. Moderne Technik und intensive Aufkl\u00e4rungsarbeit k\u00f6nnen das Problem so weit l\u00f6sen, dass Gesundheitsrisiken durch Reaktionsprodukte des Chlors minimiert werden.\u201c<\/li>\n<li>\u00d6ffentliche B\u00e4der werden in Deutschland pro Jahr von 250 bis 300 Millionen Menschen besucht. Eine ausreichende Desinfektion des Beckenwassers &#8211; meist mit Chlor &#8211; ist unerl\u00e4sslich: Denn nicht selten ist jemand mit Krankheitserregern infiziert, ohne Krankheitssymptome zu haben. Geht diese Person dann ins Schwimmbad, so ist unvermeidlich, dass Erreger in das Becken\u00adwasser gelangen. Dass durch die Desinfektion &#8211; in geringen Konzentrationen &#8211; Desinfektions\u00adnebenprodukte wie Trichloramin unvermeidlich entstehen, wird als kleineres \u00dcbel akzeptiert.<\/li>\n<li>In der Hallenluft deutscher B\u00e4der fand das UBA Trichloramin-Konzentrationen bis maximal 18,8 Milligramm\/Kubikmeter Luft (mg\/m3). 90 Prozent der gemessenen Werte lagen allerdings unter 0,34 mg\/m3 und damit deutlich unter dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Richtwert von 0,50 mg\/m3. Bei den hohen Messwerten entsprach entweder die Wasseraufbereitung oder die Hallenbadl\u00fcftung nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik [DIN 19643 bzw. VDI 2089 Blatt 1].<\/li>\n<li>Ob von solchen Konzentrationen eine Schadwirkung auf das Lungenepithel im fr\u00fchkindlichen Stadium ausgeht und in wie weit diese zur Asthmaentstehung beitr\u00e4gt, muss in weiteren Studien ermittelt werden. Belgische Autoren hatten 2003 erstmals einen m\u00f6glichen Zusammenhang zwischen Asthma und dem Schwimmen in gechlortem Beckenwasser diskutiert. Ihre Hypothese: Das Risiko von Asthmaerkrankungen steigt, wenn der Spiegel des Clara-Zell-Proteins im Blutserum absinkt. Hintergrund ist, dass dieses Absinken auf eine Sch\u00e4digung des Bronchialepithels hinweist, die &#8211; wenn sie wiederholt auftritt &#8211; vermutlich zu einem erh\u00f6hten Asthmarisiko f\u00fchrt. Als m\u00f6gliche Substanz, die diesen Effekt ausl\u00f6st, gilt das Desinfektionsnebenprodukt Trichloramin. Sp\u00e4tere Studien best\u00e4tigten diese Verdachtsmomente und zeigten eine signifikante Korrelation zwischen dem Zeitpunkt des ersten Schwimmens vor dem zweiten Lebensjahr und dem Abfall des Clara-Zell-Proteins im Blutserum. Noch fehlen aber Daten zur kritischen Konzentration an Trichloramin und ggf. weiterer Nebenprodukte, die einzeln oder gemeinsam diese Effekte ausl\u00f6sen.<\/li>\n<li>Die Schwimm- und Badebeckenwasserkommission des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit (BMG) beim UBA empfiehlt, alle M\u00f6glichkeiten auszusch\u00f6pfen, eine Bildung oder Anreicherung von Trichloramin und anderen Desinfektions\u00adnebenprodukten so gering wie m\u00f6glich zu halten:<\/li>\n<li>Die Aufbereitungs- und L\u00fcftungstechnik sollte auf dem Stand der allgemein anerkannten Regeln der Technik sein.<\/li>\n<li>Die Badeg\u00e4ste sollten \u00fcber ihren Einfluss auf die Wasserqualit\u00e4t informiert werden. Vor allem dar\u00fcber, dass sie durch gr\u00fcndliches Duschen vor dem Baden Schwei\u00df, Hautschuppen, Kosmetika und Urinreste entfernen, aus denen Trichloramin und andere Desinfektionsnebenprodukte entstehen, und dass sie das Becken nicht als Toilette benutzen sollten.<\/li>\n<li>Sowohl Badbetreiber im Rahmen ihrer Eigenkontrollen, als auch Gesundheits\u00e4mter im Rahmen ihrer \u00dcberwachung sollten die chemischen Parameter entsprechend den Vorgaben der DIN 19643 und der UBA-Empfehlung regelm\u00e4\u00dfig pr\u00fcfen und auf deren Einhaltung hinwirken.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Trotz dieser Ma\u00dfnahmen kann ein zus\u00e4tzliches Risiko, an Asthma zu erkranken, nach dem gegenw\u00e4rtigen Wissensstand f\u00fcr die empfindlichste Personengruppe &#8211; Kleinkinder unter zwei Jahren mit allergischer Pr\u00e4disposition &#8211; nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Besorgte Eltern m\u00fcssen den Nutzen, den sie im Babyschwimmen sehen, gegen\u00fcber diesem Risiko abw\u00e4gen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Babyschwimmen: Asthmagefahr durch Desinfektion mit Chlor? 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