{"id":9998,"date":"2010-10-18T10:16:15","date_gmt":"2010-10-18T08:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=9998"},"modified":"2023-09-20T10:31:43","modified_gmt":"2023-09-20T08:31:43","slug":"muensingen-gundelfingen-granheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=9998","title":{"rendered":"M\u00fcnsingen-Gundelfingen"},"content":{"rendered":"<p><b><span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: normal;\"><b>Der schwarze Pudel<\/b><\/span><\/b><\/p>\n<p><b><!--more--><\/b><\/p>\n<p><b>\t\t<div id=\"maps-marker-pro-13212186\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-13212186\" class=\"mmp-map-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-panel-13212186\" class=\"mmp-panel\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-13212186\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 400px;\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/b><\/p>\n<p>Im Wasserstock drau\u00dfen, zwischen Granheim und Gundelfingen spukt es schon seit alten Zeiten her. Es steht dort ein Feldkreuz und an diesem vorbei zu sein ist jeder recht herzlich froh. Als einst zwei Geschwister von einer Hochzeitsschenk in Gundelfingen nach Hause gingen und zum Kreuze kamen, da sa\u00df ein schwarzer Pudelhund unter dem Kreuze. Er stierte mit seinen feurigen Augen die Heimkehrenden f\u00fcrchterlich an, that Ihnen jedoch nichts. Sein Rachen war auch ganz feurig. Der Bruder, der etwas im Kopfe hatte, wollte mit Steinen nach ihm werfen, dies w\u00e4re b\u00f6s abgelaufen. Zuweilen l\u00e4sst er sich nicht sehen, dagegen m\u00fcssen ihn dann die Leute tragen, bis auf Luken herein, wo man die Kirche sieht. Dann weicht er. Aber unter seiner Last schwitzen die Leute, dass sie es kaum aushalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><i>Aus: Aus Schwaben. Sagen, Legenden, Aberglauben, Sitten, Rechtsbr\u00e4uche, Ortsneckereien, Lieder, Kinderreime. Anton Birlinger (1874)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><i>Zusammengestellt von: Steffen Dirschka, Stadtarchivar M\u00fcnsingen<\/i><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Die feindlichen Br\u00fcder von Gundelfingen<\/b><\/p>\n<p>Auf der Burg Hohengundelfingen im Lautertal lebte vor vielen Jahren ein Ritter, der hatte zwei S\u00f6hne, Eberhard und Konrad. Eberhard war der j\u00fcngere und das Ebenbild des Vaters: rauh, habgierig und j\u00e4hzornig. Deshalb sch\u00e4tzte ihn jener auch und \u00fcbertrug ihm sogar das Recht der Erstgeburt. Eberhard wurde damit der Erbe der Stammburg. Seinem Sohn Konrad baute der Vater eine Burg auf einem H\u00fcgel im Tal und nannte sie Niedergundelfingen.<\/p>\n<p>Der Bau erforderte hohe Kosten und dies \u00e4rgerte Eberhard, der seinem Bruder den Besitz neidete. Als die Burg vollendet war, lud man zu einem gro\u00dfen Fest. Eberhard aber blieb verbittert zu Hause. Wie nun der Vater sp\u00e4t in der Nacht von dem Gelage heimkam, machte der Sohn ihm heftige Vorw\u00fcrfe. Ein b\u00f6ses Wort gab das andere und schlie\u00dflich schlugen die beiden mit den Waffen aufeinander ein. Der Vater, m\u00fcde vom Wein, konnte sich der w\u00fctenden Angriffe Eberhards nicht lange erwehren. Der indessen z\u00f6gerte nicht, ihm den Todessto\u00df zu versetzen und warf den Leichnam \u00fcber die Mauern der Burg Hohengundelfingen hinunter ins Tal. Dort fand Konrad anderntags seinen toten Vater und schwor dem M\u00f6rder blutige Rache. Von nun an gl\u00fchte ein unvers\u00f6hnlicher Hass in den Herzen der beiden Br\u00fcder.<\/p>\n<p>Eines Tages verirrte sich Konrad auf der Jagd in der Wald- und Felsenwildnis jener Gegend. Als er endlich aus dem Dickicht herausfand, stand er vor einer kleinen H\u00fctte. Er trat n\u00e4her und bemerkte im Garten bei den Blumen ein M\u00e4dchen, das war so sch\u00f6n, wie er noch keines gesehen hatte. Es lebte in jener Einsamkeit mit seiner Mutter, einer Witwe. Der Ritter wurde freundlich aufgenommen und bewirtet und er f\u00fchlte sich wohl in der bescheidenen H\u00fctte. Immer wieder aber musste er dem M\u00e4dchen bei seinen Hantierungen zuschauen, denn alles, was es tat, war voll Anmut und Liebreiz. Bald ritt er fast t\u00e4glich hin\u00fcber zu der Waldh\u00fctte, um das M\u00e4dchen zu sehen und mit ihm sprechen zu k\u00f6nnen und seine Liebe zu dem sch\u00f6nen Bauernkind wurde so stark, dass er beschloss, es zu seiner Burgherrin zu machen. Die Mutter segnete das Paar und man bestimmte den Tag der Hochzeit, die mit gro\u00dfem Glanz gefeiert werden sollte.<\/p>\n<p>Eberhard hatte jeden Schritt seines Bruders durch Sp\u00e4her \u00fcberwachen lassen und wusste, was ihn nach jenem Waldtal trieb. Auch er erfuhr von dem geplanten Hochzeitsfest und er beschloss in seinem b\u00f6sen Herzen, die Braut zu entf\u00fchren. In einer st\u00fcrmischen Herbstnacht erschien er mit einem Haufen bewaffneter Knechte vor der Waldh\u00fctte, riss das M\u00e4dchen mit Gewalt von der Seite seiner Mutter und wollte es nach Hohengundelfingen bringen. Konrad aber hatte Kunde von der Untat seines Bruders erhalten und versuchte, mit einer Schar Reisiger den R\u00e4ubern den Weg abzuschneiden. Im stockfinsteren Wald kam es zu einem erbitterten Kampf, in dem die sch\u00f6ne junge Braut durch einen Pfeilschuss get\u00f6tet wurde. Konrad irrte die ganze Nacht durch das Geh\u00f6lz, sie suchend und nach ihr rufend. Aber erst in der Morgend\u00e4mmerung fanden seine Knechte die blutige Leiche des M\u00e4dchens. Bei ihrem Anblick wurde Konrad schier ohnm\u00e4chtig vor Zorn und Trauer. Pl\u00f6tzlich ert\u00f6nte \u00fcber ihm ein teuflisches H\u00f6hngel\u00e4chter. Er blickte auf und sah droben auf der Mauer von Hohengundelfingen seinen Bruder stehen, der sich an seinem Schmerz weidete. Da griff Konrad nach Pfeil und Bogen und legte auf den M\u00f6rder an. Im gleichen Augenblick schoss auch Eberhard seinen Pfeil ab \u2013 und beide trafen t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>Von den Burgen Hohen- und Niedergundelfingen blieben nur Ruinen. Die Geister der beiden unseligen Br\u00fcder aber sollen heute noch, wie die Sage erz\u00e4hlt, zwischen den alten Mauern umherirren, \u00fcber den Tod hinaus erf\u00fcllt von gl\u00fchendem Hass.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><i>Aus: Der Schatz im Berg. Sagen aus den Kreisen Reutlingen und T\u00fcbingen (2007)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><i>Zusammengestellt von: Steffen Dirschka, Stadtarchivar M\u00fcnsingen<\/i><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode 233171<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der schwarze Pudel<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82],"tags":[],"class_list":["post-9998","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anekdoten-sagen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9998"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9998\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18653,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9998\/revisions\/18653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}