42 Prozent größeres Biosphärengebiet

Die Verordnung zur Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb tritt am 15. April 2026 in Kraft getreten

Die Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist offiziell. Die Fläche wächst um über 40 Prozent, die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner um über 80 Prozent. Das ermöglicht, den Grundgedanken des Biosphärengebiets „Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur“ noch umfassender zu erproben und umzusetzen.

Die Verordnung zur Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist am 15. April 2026 in Kraft getreten. Die erweiterte Gebietskulisse liegt südlich von Stuttgart und erstreckt sich von Dettingen unter Teck im Norden, Zwiefalten im Süden, Reutlingen im Westen und Blaubeuren im Osten. Auf einer Fläche von ca. 121.445 ha leben rund 265.000 Menschen in 36 Städten und Gemeinden. Im Zuge des Erweiterungsprozesses brachten 16 bereits beteiligte Kommunen zusätzliche Flächen ein.

Sechs neue Kommunen dazu: Allmendingen, Blaubeuren, Engstingen, Hohenstein, Rechtenstein und Sonnenbühl.

Der über zwei Jahre andauernde Erweiterungsprozess war stark partizipativ angelegt. In über 100 Veranstaltungen, vielen Workshops, Fachgesprächen und Gemeinderatssitzungen wurden Ideen und Anregungen aber auch Bedenken und Zweifel ausgetauscht und besprochen. Das Biosphärengebiet lebt vom Engagement zahlreicher Vereine, Verbände, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern. Es ist ein Modell, das zeigt: Nachhaltige Entwicklung ist möglich. Wirtschaft, Soziales und Naturschutz gehen gut miteinander.

Aktuell läuft eine UNESCO-Prüfung. Die Schwäbische Alb und das Albvorland verfügen über eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft, die weltweit einmalig ist. Teile davon wurden 2008 als Biosphärengebiet und damit als Schutzgebiet ausgewiesen. Ein Jahr später wurde es von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Aktuell läuft der Prüfprozess zur UNESCO-Anerkennung des nun erweiterten Gesamtgebiets.


Sphäre-Wissen

  • Das Biosphärengebiet wächst mit der Erweiterung von 85.266 auf 121.445 ha, die Bevölkerung von 146.000 auf 265.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
  • Mit der Erweiterung vergrößert sich die Kernzone um 1.046 auf 3.691 ha, die Pflegezone von 5.068 auf 40.478 ha und die Entwicklungszone von 30.065 auf 77.276 ha.
  • Seit der Ausweisung des Biosphärengebiets im Jahr 2008 wurden über 640 nachhaltige Modellprojekte umgesetzt.
  • Jährlich werden durchschnittlich 1,9 Mio. Euro in die nachhaltige Entwicklung der Region investiert.
  • Organisatorisch getragen wird das Biosphärengebiet durch das Land Baden- Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und die Regierungspräsidien Stuttgart und Tübingen, die drei Landkreise Alb-Donau-Kreis, Esslingen und Reutlingen, die 36 Städte und Gemeinden innerhalb der Gebietskulisse und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Münsingen.

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