Junger Luchs im Ländle

Erster Luchs-Nachwuchs nach 200 Jahren in Baden-Württemberg

Der Luchsnachwuchs im Schwarzwald ist bestätigt. Dies sei ein wichtiger und besonderer Moment für den Artenschutz in Baden-Württemberg, freut sich NABU BW-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes.

Foto: Jungluchs (FVA / Seeger / Wittemann)

Weiter führt Ickes aus: „Dieser Jungluchs zeigt, dass die Wiederansiedlung Wirkung entfaltet und sich der Luchs im Schwarzwald wieder erfolgreich fortpflanzen kann. Gleichzeitig erinnert der Erfolg daran, dass diese Entwicklung verletzlich bleibt, solange Lebensräume nicht ausreichend vernetzt sind. Gerade der Straßenverkehr bleibt eine der größten Gefahren für Wildtiere – deshalb muss der Generalwildwegeplan konsequent umgesetzt und an kritischen Stellen durch Grünbrücken und weitere Querungshilfen ergänzt werden.

Nur wenn die Wanderkorridore zwischen Schwarzwald, Schwäbischer Alb und den Nachbarregionen durchgängig funktionieren, hat der Luchs eine Zukunft im Land. Der Nachwuchs ist Grund zur Freude, ein Meilenstein – und zugleich Auftrag, sichere Lebensräume für heimische Wildtiere zu schaffen.“

Auch freut sich Marion Gentges über den Erfolg, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat: „Das Luchsmonitoring liefert uns wichtige Erkenntnisse zur Verbreitung und Populationsgröße der Luchse im Land und bildet eine wichtige Grundlage und Entscheidungsbasis für das Luchsmanagement. Aktuell sind mindestens elf Luchse in Baden-Württemberg bekannt. Es freut mich sehr, dass es dem Monitoring-Team des FVA-Wildtierinstituts in der vergangenen Woche gelungen ist, den ersten Luchsnachwuchs im Land zu bestätigen. Anhand der Telemetriedaten wurde die Wurfhöhle von Luchskatze Elisabeth gefunden, die Ende September ausgewildert wurde. Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein im Projekt der Bestandsstützung erreicht und wir können erstmals nach 200 Jahren wieder Luchsnachwuchs im Land begrüßen. Das ist ein großartiger Erfolg für den Artenschutz und das Bestandsstützungsprojekt ‚Luchs Baden-Württemberg‘, das ein nachhaltiges Luchsvorkommen im Land aufbauen will. Dieser Erfolg zeigt, welche große Bedeutung dem kontinuierlichen Luchsmonitoring sowie der Bestandsstützung der Tiere zukommt, dass die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) im Auftrag des Ministeriums sehr sorgfältig und zuverlässig durchführt.“


 

Hintergrundinformationenzum Projekt ‚Luchs Baden-Württemberg‘
Um das Luchsvorkommen im Land zu stärken, wurde 2023 das Projekt ‚Luchs Baden-Württemberg – Bestandsstützung der Luchsvorkommen in Baden-Württemberg und den angrenzenden Regionen‘ ins Leben gerufen. Ziel ist es, durch die gezielte Auswilderung von genetisch geeigneten Luchsen ein nachhaltiges Luchsvorkommen in Baden-Württemberg aufzubauen. Die Besenderung von Luchsen und das Monitoring sind wichtige Bausteine, um die Rückkehr der Luchse wissenschaftlich zu begleiten.
Ein weiteres Ziel ist der Austausch des Bestands in Baden-Württemberg mit den Luchsen im Pfälzer Wald, den Vogesen und dem Jura-Gebirge – so kann ein vernetztes Vorkommen entstehen, was zum Erhalt der Tierart Luchs in ganz Mitteleuropa beiträgt.
Die FVA hat die Projektleitung inne und arbeitet in enger Kooperation mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg, dem WWF Deutschland und dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe sowie der Luchs-Initiative Baden-Württemberg zusammen. Das Projekt wird durch die alosa Stiftung unterstützt. Auftraggeber ist das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg.
Die in Baden-Württemberg ausgewilderten Luchse stammen aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Karpatenluchse, welches durch die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) koordiniert wird.

Luchs im Winter unterwegs (Symbolfoto).


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