Wandern, Radeln, Paddeln

Naturporträt: Táborská pahorkatina, Multisport in den tschechischen Tábor Uplands

Ein bisschen Schwäbische Kuppenalb – die Tábor Uplands gelten als Geheimtipp zwischen der städtischen Gebäudepracht Prags im Norden und der urigen Naturgewalt des Nationalparks Šumava im Süden. Wie im Schwabengebirge schwingt sich lieblich die einsame Landschaft von Berg zu Tal. Hier allerdings gesprenkelt mit bildhübschen Kleinstädten wie Písek, Tábor oder Bechyně, die ihre verwinkelten Gassen mit ungewöhnlich weitläufigen Rathausplätzen kontrastieren. Die Älbler schätzen ihre wilden Trails am schroffen Albtrauf. Die Tschechen vergöttern ihre wirklich einsamen Pfade entlang der Flusstäler an Moldau, Lužnice und Otava.

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Wanderglück auf der gegenüber liegenden Flußseite des „Lužnice“: Die 55-Kilometer-Wanderung „Lužnice Valley Trail“ ist mit dem europäischen Prädikat „Leading Quality Trail – Best of Europe“ geadelt.


 

Wandern – Radeln – Paddeln

Ein bisschen Schwäbische Kuppenalb – die Tábor Uplands gelten als Geheimtipp zwischen der städtischen Gebäudepracht Prags im Norden und der urigen Naturgewalt des Nationalparks Šumava im Süden. Wie im Schwabengebirge schwingt sich lieblich die einsame Landschaft von Berg zu Tal. Hier allerdings gesprenkelt mit bildhübschen Kleinstädten wie Písek, Tábor oder Bechyně, die ihre verwinkelten Gassen mit ungewöhnlich weitläufigen Rathausplätzen kontrastieren. Die Älbler schätzen ihre wilden Trails am schroffen Albtrauf. Die Tschechen vergöttern ihre wirklich einsamen Pfade entlang der Flusstäler an Moldau, Lužnice und Otava.

Ein bisschen Schwäbische Kuppenalb – die Tábor Uplands gelten als Geheimtipp zwischen der städtischen Gebäudepracht Prags im Norden und der urigen Naturgewalt des Nationalparks Šumava im Süden. Wie im Schwabengebirge schwingt sich lieblich die einsame Landschaft von Berg zu Tal. Hier allerdings gesprenkelt mit bildhübschen Kleinstädten wie Písek, Tábor oder Bechyně, die ihre verwinkelten Gassen mit ungewöhnlich weitläufigen Rathausplätzen kontrastieren. Die Älbler schätzen ihre wilden Trails am schroffen Albtrauf. Die Tschechen vergöttern ihre wirklich einsamen Pfade entlang der Flusstäler an Moldau, Lužnice und Otava.

Orlík-Stausee – zum Fjord mutierte Moldau.

Natur pur – wilde Wälder, spiegelndes Wasser und eine Ruhe, die wirklich als absolut bezeichnet werden kann. Das sind Zutaten für einen perfekten Aktivurlaub. Wenn dann plötzlich am Abend gefiederte Musikanten ein stimmgewaltiges Platzkonzert in die rotgelbe Einsamkeit eines Canyons zwitschern, ist man endgültig weit weg vom Alltag daheim.

Doch wo ist Weit-weg? Nein, weder viele Flugstunden entfernt noch auf der anderen Seite unserer kleinen Welt. Vielmehr genügen kaum 450 Kilometer, um vom Schwabengebirge aus ein unbekanntes Urlaubsglück zu entdecken – die tschechischen Tábor Uplands.

Wo anfangen, wo enden? Diese Frage beschäftigt all jene, die ihr Abenteuer in einer der verschnörkeltsten Flusslandschaften planen. Zuerst die Moldau erkunden mit Nebenarm Otava? Eine 91 Meter hohe Talsperre verwandelt die beiden Flüsse zu gigantischen Fjorden, dem 68 Kilometer langen Orlík-Stausee (Foto). Oder doch lieber den Urlaub an der lieblichen Luž­nice beginnen, deren Wasser bei Tabor träge mit einer 180-Grad-Wende verwildert und leise der Moldau zustrebt (großes Foto oben)?

Wer viel Wahl hat, den plagt die größte Qual. Wie soll ich auf Entdeckungstour gehen: Mit dem Fahrrad auf (wirklich) einsamen Straßen und (tatsächlich) noch einsameren Waldwegen und Pfaden die Tabor Uplands erobern? Oder doch lieber paddeln oder wandern?

Fahrradparadies – idyllische Route an der Otava.

Wandern! Die Entscheidung ist gefallen. Denn der „Lužnice Valley Trail“ ist der erste tschechische Wanderweg, der die prestigeträchtige europäische Zertifizierung von „Leading Quality Trails – Best of Europe“ erhielt. Derzeit gibt es nur 23 dieser geadelten Strecken auf dem alten Kontinent, insbesondere in Deutschland, Griechenland, Österreich oder den Niederlanden. Diese 55 Kilometer lange Traumroute lässt sich in vier Tagesetappen meistern. Einsame Unterkunftshütten und Zeltplätze für Wander- und Bootstouristen gehören zum abenteuerlustigen Standard entlang der Flüsse.

Eisensteg an der Lužnice: 55 Kilometer, 80 Prozent echte Naturtrails – diese einsame Route lässt sich gemütlich in vier Etappen schaffen. Info und GPS: www.toulava.cz/stezkaluznice

Kein Auto weit und breit, kein Zivilisationslärm dringt in die rund 50 Meter tiefere Talsohle hinab. Einzig nahe den (wirklich) sehenswerten Altstädten Tábor und Bechyně weht ein leiser Klang gastfreundlicher Einladung herüber, die historischen Zentren zu bestaunen, um anschließend eine kulinarische Wegzehrung zu genießen: Die tschechische Küche bietet eine Vielzahl herzhafter Gerichte. Sie lockt oft mit Knödeln, Fleisch und cremigen Soßen: Darf es „Vepřo knedlo zelo“ sein, alias Schweinebraten, Knödel und Sauerkraut? Tschechiens Nationalgericht füllt ga­rantiert die Energiespeicher auf. Dazu eine Kofola, die heimische Cola-Alternative, macht müde Beine wieder fit.

Písek – die Dekanatskirche Mariä Geburt thront als Wahrzeichen über der historischen Altstadt.

Dasselbe Erlebnispotenzial bieten die Städte am Orlík-Stausee. Besonders Písek an der Otava besticht mit zweierlei Optionen: Entweder flussabwärts am linken Ufer auf einem schmalen verschlungenen Pfad wandern bis zur Moldaumündung und weiter bis zur Staumauer im Norden. Oder auf der rechten Seite mit dem Bike auf beschilderten Radwegen das wilde Ufer und die Einsamkeit der Höhen erleben. Die Tábor Uplands entlohnen jeden Schritt und Tritt mit dem Gefühl weit weg zu sein.

Tábor – Raum für bunten Urlaubstraum.


 

Übersichtskarte

 


 

 

Lužnice Valley Trail: 55 Kilometer Abenteuer pur

Der Weg ist hier Ziel: Zu Fuß, mit dem Boot oder Rad.

Die 55-Kilometer-Wanderung „Lužnice Valley Trail“ ist mit dem europäischen Prädikat „Leading Quality Trail – Best of Europe“ geadelt. Derzeit gibt es nur 23 solcher Superwanderwege. Übrigens: Zwei sogar vor unserer Haustür: der Albtraufgänger und der Donauberglandweg (113 / 57 Kilometer).
Anders als im dicht besiedelten Schwabenländle herrscht hier absolute Ruhe. Tábor, die zweitgrößte Stadt Südböhmens zählt nur 35000 Einwohner. Die Zahl der Bewohner zwischen den Städten geht gegen null (von den für Tschechien typischen Ferienhäuschen an den Ufern abgesehen). Die Lužnice ist bei Kanuwanderern sehr beliebt, ebenso wie der in Europa meistbefahrene Fluss Moldau. Deshalb sollte, wer die Ruhe liebt, diese Flusstäler unbedingt außerhalb der tschechischen Ferien erkunden. Auf dem vorbildlichen Rad­wegenetz jedoch vereinzeln sich die Touristenströme. Sie treffen erst in den Städten zu einer illustren Schar zusammen.

Die 55-Kilometer-Etappentour mit nur 700 Höhenmetern beginnt bei Planá nad Lužnicí und endet an der Moldau-Mündung. Info und GPS: www.toulava.cz/stezkaluznice

 


 

Radnation Tschechien: Freiheit ohne Grenzen

Radweg in Tschechien neu gedacht – Geländetauglichkeit gefragt.

Tschechien dreht am Rad der Zeit. Hier kurbeln die Menschen mit Begeisterung über tausende Kilometer auf ihrem vorbildlichen Radwegenetz. Das Verkehrsministerium stützt diesen Bewegungsdrang seit 1997 mit stetem Ausbau und Beschilderung attraktiver Strecken. Diese erschließen nicht nur Bilderbuchstädte wie Písek, Tábor oder Bechyně. Auch außerordentliche Landschaften und Schutzgebiete haben die Mobilitätsdenker aufgerüstet zum Naturerlebnis auf flotten zwei Reifen. Daher führen die Wege bisweilen gefühlt ans Ende der Welt (Foto oben).

In Städten wie Písek (Foto) oder in wilder Natur – die gelben Fahrradrouten-Schilder weisen offline den Bikern ihren Weg.

Tschechien ist nicht nur bekannt für das außerordentlich weitläufige wie attraktive Radwegenetz, das hier auf dem Foto das Bilderbuchstädtchen Písek ansteuert, sondern auch wegen der touristischen Wasserwege. So eilt der Moldau der feuchtfröhliche Ruf voraus, die meist befahrene Paddler-Route Europas zu sein. Sphäre wollte es genauer wissen und legte sich in die Riemen, paddelte, radelte und wanderte im von Schwaben noch unentdeckten Erholungsland.

 


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Printausgabe: Sphäre 2/2026, Seite 12-15

WEBcode #26215

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