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Bike-Tour: Parkplatz Veringenstadt – Jungnau – Oberschmeien – Unterschmeien – Thiergarten – Stetten a. kalten Markt – Storzingen – Winterlingen – Veringenstadt
GPS-Bike: Lauchert – Schmeie – Donau und zurück
3-Täler-Traum
Viele kennen das Radwegparadies Naturpark Obere Donau. Spektakulär fräst sich dort der Europafluss westlich von Sigmaringen durch die Alb. Weniger populär: Die Lauchert umschlingt das Kleinod Veringenstadt, still mäandriert die Schmeie in ihrem einsamen Tal.
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Unterschmeien: Das Kirchlein St. Anna thront markant seit 1733 auf einem Hügel des 260-Einwohner-Dörfleins.
- ■■ GPS-Bike: 3-Täler-Traum: 56 km / 1028 Hm.
- Start/Ziel: Veringenstadt
- Höhe: min/max 580/812 m
- Fahrzeit: 4:00 Std. / mittel
- Pause: Gastronomie und Grillstellen im Donautal, Stetten a. kalten Markt
- Achtung: Im Schneie-Tal bisweilen Rad schieben, da sich Weg verengt.
- ■■ GPS-Hike: Kleine Höhlentour: 5,8 km / 167 Hm.
- Start/Ziel: Veringenstadt
- Höhe: min/max 637/720 m
- Fahrzeit: 2:00 Std. / mittel
Hohenzollerngraben, Lauchertgraben, Trockentäler, Donaudurchbruch und massenhaft Höhlen. Das hört sich an wie eine Zeitreise zu uralten Geschichten der Schwäbischen Alb. Doch keine Sorge, diese Tour blickt nicht mit streng wissenschaftlicher Brille auf ihre geologischen Extravaganzen, die entstanden, als noch wohltemperiertes Meerwasser über die heutigen Gipfel wogte. Nein, sie präsentiert eine weltliche Ansicht, eine köstliche, quasi ein Dreigangmenü, anstrengend für Leib und erholsam für die Seele. Denn: Drei traumhafte Täler schmeicheln Aug und Ohr. Drei Albanstiege quälen die Kondition oder den Akku von E-Bikes. Dreimal darf verschnauft werden auf erholsam rauschenden Abfahrten.

Veringenstadt: Rathaus gebaut 1415.
Ab Kilometer null an Veringenstadts historischem Rathaus führt ein breiter Radweg gemütlich talauswärts an der Lauchert entlang. Doch bereits vor dem ersten Pedaltritt pochen zwei Herzen in der Brust: Was für ein verwunschenes Stadtbild, eingekesselt zwischen steilen Felsen, sechs Höhlen und einem stolzen Burgberg (Kasten unten).
Die Lauchert musste sich hier mühsam durch eine mächtige Schwammriff-Barriere schlängeln, entstanden vor 140 Millionen Jahren. Eigentlich mag man im 2144 Einwohner kleinen Städtle zuerst Wanderschuhe schnüren, bevor der Fahrtwind um die Nase weht. Sphäre stellt für Unermüdliche GPS-Daten eines 5,8 Kilometer kurzen Höhlentrips ins Internet.
Doch zurück zum 3-Täler-Traum: Ein Technikfossil wartet in Veringendorf: Ein Wasserkraftwerk, eines der ältesten Elektrizitätswerke Deutschlands. Es lieferte schon ab 1902 Strom über eine 15 Kilometer lange Leitung zu Albstadt-Ebingens Textilfabriken. Einheimischen ging erst 1916 ein Licht auf. Sie fürchteten Elektrizität als „Teufelszeug“.
Im weiteren Streckenverlauf wogt dann zwischen Lauchert- und Schmeietal eine idyllische Wald- und Wiesenlandschaft zur Fürtstenhöhe hinauf (Bild unten) und hinunter nach Ober- und Unterschmeien.

Fürstenhöhe: Steiniges Feld.
Als wäre es das Ende der Welt, kuscheln sich die beiden Dörflein an die sich zur Donau schlängelnden Schmeie. Für Naturgenießer heißt es: Gang zurückschalten, die Hauptspeise kommt. Der Flusslauf erinnert an die Große Lauter bei Münsingen, allerdings ohne Autos dafür mit Zügle im Zweistundentakt. Es herrscht Ruhe, kein Vergleich zum Trubel im Naturpark Obere Donau.

Donautal: Fluss und Autostraße bohren sich durch Albfels.
Dort werden im Sommer an Wochenenden bis zu 20000 Besucher gezählt. Viel Wasser, Felsen, Autos und Menschen – schnell surren die Reifen auf glattem Radwegasphalt zur köstlichen Nachspeise: dem wilden Trockental von Thiergarten hinauf nach Stetten am kalten Markt mit dem Ortsbild prägenden Truppenübungsplatz Heuberg am Horizont.
Start und Ziel: Kleinod Veringenstadt an der Lauchert
Vom Umgehungsverkehr der B32 verschont, fristet Veringenstadt an der Lauchert ein vom vorbeirasenden Autotourismus unbeobachtetes Dasein. Nur Radweg-Biker entdecken das Nadelöhr, die S-Schleife des Alb-klaren Wassers, die das Städtle umzingelt wie ein Graben eine Burg. Vor mehr als 50000 Jahren hatten Neandertaler hier gehaust. Dies belegen Faustkeile in der Göpfelsteinhöhle und Steinwerkzeuge aus der Nikolaushöhle.
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Burgruine Veringen
Turmfalken und Kolkraben umkreisen Felsen, Kapellen- und Kirchendach, auch die Mauerreste der vor über 900 Jahren errichteten Burg. Erhaben blickten damals die Grafen über die Lauchert hinweg. Fast senkrecht liegt auch heute den Besuchern das verwinkelte Altstädtchen zu Füßen. Ein Spaziergang hinauf durch enge Gassen belohnt jeden Schritt (und Fotografen) mit immerfort neuen Perspektiven.
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Printausgabe: Sphäre 2/2026, Seite 32-33
WEBcode #26233





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Luftschlösser auf Schwäbisch
