Parkplatz Hexensattel oberhalb Reichenbach im Täle, hinauf zum Haarberg, Abstecher zum Wasserberghaus, zurück und dann über Dalisberg nach Unterböhringen, an der linken Talseite hinab nach Hausen a. d. Fils, Anstieg zum Weigoldsberg, links um den Weigoldsberg auf halber Höhe herum, zurück zum Hexensattel
GPS-Tour: Reichenbach im Täle – Wasserberghaus
Schlingerkurs
Sie fließt nach Osten – die Fils. Dann aber wieder zurück nach Westen. Dazwischen liegt ein von kleinsten Tälern zerklüftetes Stück Schwäbische Alb. Das Besondere: An einem der abgeflachten Tafelberge strahlt ein botanisches Kleinod mit der Sonne um die Wette.
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Filstal bei Bad Ditzenbach: Kein in den Neckar entwässerndes Albtal ist länger, vielleicht schöner, aber unentschlossener in Sachen Fließrichtung.
- ■■ Wasserberg-Tour über Dalisberg: 11,3 km / 364 Hm.
- Start/Ziel: Hexensattel
- Höhe: min/max 514/650 m
- Gehzeit: 3:45 Std. / leicht
- Pause: Wasserberghaus
- ■■ Abstecher Wasserberghaus: 2 x 1,4 km
- ■■ Original Löwenpfad
- ■■ Orchideenpfad
Filstal, Reichenbach im Täle, Hexensattel – dies sind die drei Marksteine für eine Anreise zu einer der schönsten Wanderungen auf der Schwäbischen Alb. Das Ziel: Ein botanisches Kleinod, kurz NSG Nummer 1175 genannt. NSG heißt Naturschutzgebiet, 1175 beziffert als behördlicher Zahlencode das Naturidyll um die beiden Anhöhen Haarberg und Wasserberg. Laut amtlichem Schutzgebietssteckbrief befindet sich dort in südwestlicher Hanglage eine „vielfältige, kleinstrukturierte Landschaft“ geprägt von „Steppenheidewald, Wacholderheiden mit Kalkmagerrasen, Trockenrasen, Hangschutthalden, extensiv genutzten, artenreichen Wiesen, klebwaldartigen Beständen mit Quellbereichen und Buchenhangwald“.

Pausenbänkle: Filstal-Blick auf Reichenbach und Deggingen.
Kurzum, hier fühlen sich Silberdisteln wohl, der Enzian und die laut Roter-Liste als gefährdet eingestufte Küchenschelle. Sogar Menschen blühen hier auf, zumindest jene, die es lieben, an diesen sonnenhitzigen, offenen Heiden über das Machwerk traditioneller Schaf- und Ziegenhaltung nicht nur zu staunen, sondern zu laufen von Aussicht zu Aussicht, von Berg zurück ins Tal.

Wanderglück: in geschützter Natur.
Wie eine Insel umrahmt die wankelmütige fließende Fils diese hier verwinkelte und kleinteilige Topografie. Der Gebirgszug erstreckt sich zwischen Weilheim im Westen bis Geislingen im Osten. Wie mit großer Schaufel plattgedrückt erheben sich dort kleine Tafelberge. Die wiederum werden von Täler und Tälchen begrenzt, in denen sich Straßen und Sträßchen zu illustren Gebirgspässen emporschwingen – ein echtes Eldorado für Rennradler und E-Biker, ein Verwirrspiel, wer sich ohne Karten orientiert.
Dass inmitten dieses märchenhaften Landstrichs auch eine Passhöhe namens Hexensattel liegt, erscheint daher nun mehr logisch als verwunderlich. Denn teuflisch steil geht es mit 15 Prozent von Reichenbach im Täle auf diesen schmalen Gebirgsgrad hinauf und ebenso bodenlos hinunter ins Örtchen Unterböhringen. Auf diesem Parkplatz beginnt für Naturfreunde das Feuerwerk an Emotionen. Ein schmaler Pfad führt hinauf über eine ausgedehnte Wacholderheide. Schilder bitten: „Wege nicht verlassen.“. Oben angekommen biegt der ausgeschilderte Weg (Löwenpfad-Wasserbergtour) rechts ab. An dieser Stelle sei jedoch ein Abstecher zum 1,4 Kilometer entfernten Wasserberghaus empfohlen. Eine weitere Aufhübschung des offiziellen Wegverlaufs im Bereich des Dalisbergs wäre der Pfad vorbei am Gipfel Dalisberg (712 Meter) Richtung Wettereiche (siehe Karte) statt des zwar flachen, aber nach Regen morastigen und breiten Fahrwegs. Hingucker: Beeindruckend ist der westseitige Trail unterhalb des Weigoldsberg zwischen Hausen und Hexensattel.

Küchenschelle: ganz schön giftig.
Naturschutzgebiet: Betreten nur auf beschilderten Wegen
Hexensattel: Wanderparkplatz aus Blickrichtung Unterböhringen.
Hier am Hexensattel im Foto nach rechts breitet sich das Naturschutzgebiet Haarberg-Wasserberg aus. Die gesamte Nord-West-Flanke wird seit 1990 gepflegt und bewahrt: Naturnaher Laubmischwald, Wacholderheiden, Gebüschzonen, Hecken, artenreiche Wiesen mit teils stark gefährdeten Pflanzen- und Tierarten.
Alternative: 9,5-Kilometerrunde über lieblichen Orchideenpfad zum Wasserberghaus.
TrEinkehr: Wasserberghaus
Wasserberghaus: Aussichtsreiche Einkehr, hervorragende Küche.
Wanderunterkunft auf höchstem Niveau. Seit der Wiedereröffnung im Frühjahr 2025 verwöhnt die Küche mit rustikalen Schlemmereien. Doch erst die einfachen aber geschmackvollen Gästezimmer machen den Wanderurlaub im Grünen perfekt. Das Wanderheim des Albvereins wünscht 60 Personen angenehme Ruhe: Einzel-, Doppel-, Vierbett- und Gruppenräume (www.wasserberghaus.com).
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Printausgabe: Sphäre 1/2026, Seite 22-23
WEBcode 26123




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