Pfullingen

Der Urschelberg und die Urschel

 

Der Urschelberg und die Urschel

Die bekannteste Pfullinger Sagenfigur ist die „Urschel“. Sie stellt den Mittelpunkt der Pfullinger Sagenwelt dar. Man sagt, die alte Urschel hause heute noch als Geist in und um den im Jahr 1370 erstmals in einer Klosterurkunde genannten Ursenberg, der im Volksmund meist als „Ursulaberg“ oder „Urschelberg“ bekannt ist, denn die Urschel wurde einst vor langer Zeit durch einen bösen Fluch verwunschen und wartet somit bis zum heutigen Tag auf ihre Erlösung.
Es heißt, die Urschel sei von schöner Gestalt mit langem, weißem Kleid und einer prächtigen Radhaube auf dem Kopf, sie trage stets rote Strümpfe und weiße Schuhe und an einem goldenen Gürtel hänge ein ebenfalls goldener Schlüsselbund.Lange ist es her, dass man die Urschel droben am Urschelberg, beim Wasen, in der Sonne sitzen sah, emsig strickend mit ihren goldenen Nadeln und hin und wieder über ihr Strickzeug weg hinabschauend auf das geschäftige Pfullingen, das von dort oben wie eine Spielzeugstadt erscheint.

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Die Urschel zeigte sich bei den Leuten vor allem als hilfreiche und gütige Frau. So pflegte sie zum Beispiel dafür zu sorgen, dass die Fuhrleute mit ihren schwer beladenen Holz und Steinfuhrwerken sicher vom Urschelberg wieder ins Tal kamen. Auch den Holzmachern stand die Urschel in gefährlichen Augenblicken zur Seite und half, dass die Bäume auch ja zur richtigen Seite fielen und nicht etwa einen der Waldarbeiter unter sich begruben.
Den armen Leuten am Ort half die Urschel aus der Not, indem sie ihnen Korn zum Brotbacken schenkte oder sich sogar selber in den Weberhäusern „auf Wiel“ ans Spinnrad setzte. Das geschah meist „im Karz“ bei den abendlichen Spinnstunden. Packte aber jemanden der Übermut, indem er versuchte, die Urschel zu ärgern oder hereinzulegen, dann verstand sie keinen Spaß und versagte fortan ihre Hilfe.
So glaubt man, dass die Urschel heute noch Regentin ihrer drei Schlösser im Innern des Urschelbergs ist, wo sie als Geist mit ihren Nachtfräulein lebt und wo auch die riesige Schatztruhe stehen soll, streng bewacht von einem Pudel mit feuerroten Augen.

 

 

Quelle: Stadt Pfullingen

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