Grün wird salonfähig

Gesellschaft: Biosphärengebiet heißt Lebensraum. Wie nah ist die Alb am Ideal?

Politische Gestaltung spiegelt die Meinung der Bürger. Die Meinung der Bürger orientiert sich an Gesetzen der Natur – so sollte es sein. Welch ein Paradies, was für ein Stück Biosphäre. Doch wie nah ist die Schwäbische Alb tatsächlich an diesem Ideal?

Energie sparen, Roter Milan, Kernzone, Landschaftsschutz – grüne Themen fanden in der Bevölkerung und auch bei Lokalpolitikern lange Zeit wenig Resonanz. Auf der Alb lebte man nutzwertorientiert. Man holte Bruchholz aus dem Wald und verstand nicht, warum nun das gute Brennholz in den Kernzonen einfach liegen bleiben soll. Wer jahrelang dem kargen Albboden mühsam

etwas Frucht abtrotzte, hatte keine Zeit über Rückzugsgebiete und bedrohte Tierarten nachzudenken. Doch alles hängt zusammen – die Heimat, die Wacholderheide, die Streuobstwiese, das alte Fachwerkhaus, der Bauernladen, die regionalen Erzeugnisse. Die Seelenlosigkeit der am Profit ausgerichteten Globalisierung rückt die Suche nach Identifikation in den Mittelpunkt. Im Gleichschritt mit dem Naturschutz finden die Menschen im Biosphärengebiet nun ihren eigenen Weg zurück zur schon immer lebenswerten Schwäbischen Alb. Denn: Das Wertegefühl für eine intakte Heimat und Natur ist nicht gekoppelt an Aktienkurse und am DAX. Weder Finanzkrise noch Inflation können die Schätze der Alb entwerten.

Greifbare Ergebnisse: Um die Schwäbische Alb als besonderen Lebensraum zu bewahren, nehmen Politiker viel Geld in die Hand. Das Regierungspräsidium Tübingen stellt für Pflegemaßnahmen jährlich 70000 Euro bereit, der Landkreis Reutlingen 140000 Euro

Politische Gestaltung spiegelt die Meinung der Bürger. Die Meinung der Bürger orientiert sich an Gesetzen der Natur – so sollte es sein. Welch ein Paradies, was für ein Stück Biosphäre?

Doch wie nah ist die Schwäbische Alb tatsächlich an diesem Ideal? Haben die letzten fünf Jahre Entwicklung zu einem der weltweit 500 UNESCO-zertifizierten Modellregionen Spuren im Denken und Handeln hinterlassen? Schön wär´s, denn unser Planet, die Republik, das Ländle braucht dringend eine alternative Wertekultur sowie neue Lebensmodelle. Sulzige Polkappen, marode Atommülllager und verschuldete Banken sind derzeit keineswegs ein Zeichen von Darwin’scher Stärke. Da kommt den Querdenkern ein Modellprojekt wie das Biosphärengebiet gerade recht.

Dieser seit 2009 von der UNESCO geadelte Lebensraum ist zwar von Politikerhand geschaffen, doch schon jetzt zeigt sich: Auch das Biosphärengebiet macht Politik und nicht nur die Politik macht Biosphärengebiet. Dies durften die Menschen hier, wie auch die vier etablierten Naturschutzverbände (SAV, NABU, BUND, BNAN) in den vergangenen fünf Jahren erfahren. Beispiel regenerative Energie: Noch vor dem Abzug des letzten Soldaten auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Münsingen im Jahre 2005 waren kommunale Entscheidungen in Sachen Heizung und Wärmedämmung stark an der Belastung der Haushaltskassen orientiert. Sogar Elektroheizer mit Nachtstrom standen in der einen oder anderen Gemeinderatssitzung zur Diskussion. Heute dagegen ist ein wahrer Wettlauf der Kommunen entbrannt, wer denn die größte Hackschnitzelheizung hinter seinem Schulgebäude baut, wer die meisten Solaranlagen auf seinen Dächern zählt. Sogar auf das verteufelte Windrad bläst biosphärenweit Rückenwind. Grund: Das Großschutzgebiet holt energiepolitische Debatten und Argumente vor die eigene Haustür. So wurden energetische Sanierungen in den Rat­häusern plötzlich Chefsache. Denn: Mit zugigen Fenstern kann heute keiner biosphärengrünes Profil gewinnen. Dafür aber mit Engagement. Deshalb widmet sich der BUND Neckar-Alb dem Energiethema besonders intensiv. Barbara Lupp, Regionalgeschäftsführerin, formuliert: „Unser Ziel ist es, eine Vollversorgung der Alb mit erneuerbaren Energien bis 2040 zu erreichen.“

Grasgrün ist bei den Städtern in: Nicht nur die Ausflügler suchen in Scharen das naturbelassene Pastell der Schafweiden, auch hochrangige Landespolitiker pendeln spürbar öfter zwischen leuchtend grünen Buchen hinauf auf das Dach der Alb. Sanfter Tourismus, Naturschutz, regionale Produkte, Streuobstwiesen, nachhaltiges Wirtschaften – das sind die Themen wofür sie werben. Die Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit der UNESCO-Weihen erhellt einerseits politisches Handeln, anderseits unterstreicht die Präsenz der Regierungsprominenz die Bedeutsamkeit der UNESCO-Alb, was letztlich Menschen und Lokalpolitiker zu einem grünen Gesinnungswandel bewegt.

Strahlkraft: Vermarktungsmöglichkeiten von landwirtschaftlichen Produkten haben sich verbessert. Paradebeispiel Streuobst. Die Dettinger Rosstriebkellerei lancierte Produktinnovationen am laufenden Band.

Das war nicht immer so. Am Synonym für das Biosphärengebiet, dem ehemaligen Truppenübungsplatz, entbrannten noch vor fünf Jahren hitzige Diskussionen um die Nachnutzung. Die über 100 Jahre konservierte, von Schäfern geprägte, unzerschnittene Kulturlandschaft war in Gefahr. Lupp erinnert sich: „Die Ankündigung des Abzugs der Bundeswehr nach über 100 Jahren Manöverbetrieb wurde von vielen Menschen als existenzielle Bedrohung angesehen. Der Truppenübungsplatz war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der dünn besiedelten Region. Unmittelbar nach Ankündigung des Abzugs wurden viele Vorschläge entwickelt, was mit dem „frei“ werdenden Gelände angefangen werden könnte. Die Palette reichte vom Bau einer Autorennstrecke über Ansiedlung eines Freizeitparks und Gewerbeansiedlungen bis zum Bau einer Straße quer durch den Platz als Anbindung an die Autobahn Stuttgart-München.“ Folge: Letztere Idee löste heftige Debatten und Leserbriefschlachten aus, die den Raum Münsingen mobilisierten, wie schon lange kein Thema zuvor. Und heute: Nach fünf Jahren Biosphäre würde kaum einer der Beteiligten diese Gedanken ernsthaft diskutieren. Biosphäre macht grüne Gedanken salonfähig.

Da will die ausnahmslos wirtschaftliche Nutzung der Ringstraße im ehemaligen Truppenübungsplatz für Testfahrten der Automobilindustrie so gar nicht zum Image eines Biosphärengebietes passen – touristische Nutzung bleibt ausdrücklich unerwünscht. Natürlich – Firmen wie Liebherr brauchen Erprobungsstraßen für die Entwicklung der Lastkräne. Doch ist man nicht zugleich Nachbar einer Region? Deshalb haben wie selbstverständlich beispielsweise die Radvereine rund um den Platz sich schon früh um eine mögliche Nutzung der knapp 40-Kilometer langen, am Wochen­ende fast verkehrsfreien Traumstraße für sportive Jugendarbeit bemüht. Doch außer Erklärungsversuchen mit einem massiven Aufgebot an Verbotsschildern und harten Geldstrafen für „Schwarzradler“ ohne Ausnahmegenehmigungsschein, bereicherten nur wenig erhellende Argumente die Diskussion. Dabei gäbe es aus naturschutzfachlicher Sicht gar nichts einzuwenden, bewertet Lupp die Situation und ergänzt, „sofern die Ringstraßenbesucher den Weg nicht in geschützte Bereiche verlassen.“ Eine Öffnung hält sie aber derzeit für nicht realistisch, solange keine Betreuung des Gebietes durch Ranger organisiert ist. Warum also dann die Verbote? Versicherungstechnische Gründe, heißt es offiziell. Inoffiziell: „Nur keine Begehrlichkeiten wecken, die Angst vor der ganzen Hand als Folge des berühmten kleinen Fingers ist wohl groß.

Doch die Biosphäre orientiert sich nicht am bequemen Minimalkonsens. Dafür sorgen schon die UNESCO-Statuten: Wie in der Schule wird regelmäßig, alle zehn Jahre geprüft. Hat die Schwäbische Alb ihre Hausaufgaben nicht gemacht, so wird die UNESCO-Lizenz entzogen – Klassenziel nicht erreicht. Prominentes Beispiel: Der Naturpark Bayerischer Wald darf sich seit 2006 nicht mehr Biosphärenreservat nennen. Aufgrund erheblicher Widerstände der Bevölkerung war keine Ausweisung einer von der UNESCO geforderten Entwicklungszone möglich.

Insofern ist eine gewisse Ungeduld gerade bei den Naturschutzverbänden der Alb verständlich. Zwar freuen sie sich über die nach fünf Jahren hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, auch habe die Vermarktung von regionalen Produkten zugenommen, skizziert Wolfgang Riedel vom Bund Naturschutz Alb-Neckar (BNAN). Doch trotz Biosphärengastronomie und neuen Schwäbische Alb-Labels (siehe Seite 18) diag­nostiziert Riedel noch Handlungsbedarf: „Wir haben den Eindruck, dass bei den Akteuren in Bezug auf die Naturschutzarbeit nur die These gilt, „Naturschutz durch Nutzung“. Hier profitiert zwar sowohl die Natur als auch der Mensch. Aber dies reicht jedoch nach unserer Erfahrung nicht aus. Wir brauchen auch Naturschutz durch persönlichen Einsatz. Es wäre wichtig, für Landschafts- und Naturschutzgebiete in Pflegezonen ein Biotopmanagement einzurichten.“

Weiter wünscht sich Riedel, dass bei der Forst- und Landwirtschaft in den Pflegezonen die Ökologie und nicht allein die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht. Nur dadurch könne für das Biosphärengebiet eine Nachhaltigkeit entstehen.

Nachhaltigkeit ist auch Pflichtprogramm des Verbandes, der sehr eng mit dem Großschutzgebiet verbunden ist: Dem NABU mitunter sei es zu verdanken, dass es die Biosphäre überhaupt gibt, erinnert sich Helmut Attinger, seines Zeichens Vorsitzender bei NABU Münsingen. „Weil der Schwäbische Albverein vor rund 12 Jahren einen Naturpark über die gesamte Alb geplant hatte, fielen fünf Jahre später die Bemühungen des NABU um eine auf die Mittlere Alb beschränkte Gebietskulisse auf fruchtbaren Boden.“ Attinger sieht im Biosphärengebiet eine Schutzkulisse für besondere Biotope, wie die Hangbuchenwälder oder die Magerrasen. „Im Verbund ermöglicht die Vernetzung der Kernzonen einen großräumigen Schutz von bestimmten Arten. Dies geht nur zusammen mit der Bevölkerung, den Förstern und den Schäfern“, freut sich Attinger, wie diese Idee unterschiedliche Berufsgruppen, Interessensgruppen, ja sogar Parteien und Landkreise vereint. Verschiedene Labels können zu Vermarktungsvorteilen von Produkten aus der Region führen. Gastronomie, Landwirtschaft und einige Handwerksbetriebe können unmittelbar davon profitieren (siehe auch S. 18). Für Attinger geht mit den Kernzonen ein lange gehegter Traum in Erfüllung. Da sie ausschließlich aus Bannwäldern bestehen, „werden diese in etwa 100 bis 200 Jahren richtige Urwälder sein.“

So lange Zeiträume überdauerten weder unsere Staatssysteme, noch weniger einzelne Politikerkarrieren – aber der Schwäbische Alb Verein (SAV). Am 13. August 1888 wurde er in Plochingen gegründet, derzeit zählt er 108000 Mitglieder. Doch trotz dieser Meinungskraft fühlt Ermsgauvorsitzender Günter Walter den Naturschutz im Wirtschaftsleben der Alb nicht optimal verankert. Deshalb hofft er, dass sein Verein im Biosphärengebiet die Gelegenheit erhält, noch mehr als bisher zu wirken. Er will dem Besucher den schonenden Umgang mit der Natur aufzeigen. Denn die Natur und deren Gesetze diktieren idealerweise unser Handeln und nicht umgekehrt.

Schon das Reutlinger Landratsamt wirbt für die vielen Projektförderungen stets mit dem Leitspruch „von unten nach oben“. Wobei unklar ist, wer oben steht: Die Natur oder der Mensch oder deren Volksvertreter als Spiegel der Volksmeinung? Im Zweifel könnte sich die Augenhöhe als niveauvoller Um­gang etablieren – ebenfalls als Modellprojekt für aktuell in Misskredit geratene politische Handlungs- und Entscheidungskultur.

Erfahrung schafft Bewusstsein: Die Waldflächen spielen in den Kernzonen nicht nur für die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt eine wichtige Rolle. Ein Bannwald kann auch den Blick der Menschen für die Zusammenhänge in der Umwelt schärfen – auch wenn diese absolut geschützten Zonen nur drei Prozent des Biosphärengebiets ausmachen. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg gibt es nur 0,25 Prozent Bannwaldflächen. Ein wenig Urwaldgefühle vermittelt schon heute die Trailfinger Schlucht (Seeburg). Das älteste Bannwaldgebiet aus dem Jahr 1932 finden wir am „Nägelesfelsen“ (Bad Urach).

——————————————————

 

Projektbeispiel: Vorleben statt reden – so wird Naturschutz begreifbar

Wacholder Detailkfoto PflanzeDas unverzichtbare Engagement der Naturschutzverbände und -Vereine bereichert zum einen die gesellschaftliche Diskussion, zum anderen regt es zum Nachmachen, zum Mitmachen und Nachdenken an. Als herausragend gilt das öffentlichkeitswirksame Projekt Biosphärenmobil. Für Informationsveranstaltungen kann das mit Videopräsentationen und für Kinder interessanten Lehrspielen bestückte Fahrzeug angefragt werden.

Im Stillen dagegen wirkt das Projekt des BUND. In seinem Auftrag werden Wildbienen kartiert und auch der Bestand der zweitgrößten Tiergruppe erfasst – die der Ameisen. Dabei entdeckte Dr. Wolfgang Münch auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz die aus Norddeutschland stammende Knotige Moorameise, eine hierzulande unbekannte Art.

Anders die bunten Blumenmeere vor den Albgemeinden. Fröhlich leutchtend, machen sie weithin sichtbar auf sich aufmerksam. Sie sind das Verdienst des 2009 gegründeten Vereins Blumenwiesen-Alb.

Aktionismus in Niedergundelfingen: Hier hat das Ziegenfieber den Ort erfasst. Die Wacholderheiden sind den Bürgern so ans Herz gewachsen, dass fast jeder ein bis zwei Tiere der 30-köpfigen Herde be­treut. Ziegen halten die Fläche frei – anders als Schafe knabbern sie auch am unliebsamen Buschwerk.

——————————————————

 

Natur aktiv: Verbände und Vereine engagieren sich

Um eine Modellregion wie das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu formen, sitzen Politiker, Bürgermeister und Naturschutzverbänden an einem Tisch. Ideen werden formuliert, Leitziele in Stellungnahmen formuliert und Menschen motiviert. Nicht nur Politiker wie Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle (Foto) richten das Wort an die Menschen auf der Schwäbischen Alb. Auch die Internetportale der Naturschützer werben und informieren. Welcher Verband viel zum Biosphärengebiet zu sagen hat, zeigt ein kurzer Google-Test:  Schlagworte „Name des Verbandes“ in Kombination mit „Biosphäre-Alb“.

NABU: Der NABU Münsingen-Mittlere Alb zählt über 700 Mitglieder. Der NABU gründet sich auf dem Deutschen Bund für Vogelschutz. Daher der Schwerpunkt Vogelschutz, er hat sich aber ausgedehnt auf die Bereiche Arten- und Biotopschutz. Inzwischen ist es der mitgliedsstärkste Naturschutz-Verband in Deutschland. Schwerpunkte im Biosphärengebiet (BSG): Öffentlichkeitsarbeit durch naturkundliche Führungen und Aktionen für Jung und Alt. Vorzeigeprojekte im BSG gehen zum Teil auf den NABU zurück, wie die Kulturlandschaftsführer Alb-Guides. Auch die Ausbildung der Guides auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz (TrÜPL) hat der NABU geprägt. Die Biosphären-Botschafter sind eine Weiterentwicklung dieser Guides. Auch das Biosphärenmobil, das für das Schutzgebiet wirbt, hatte der NABU gesponsert. Die Alb-Entdecker, eine GPS-Tour über den Gomadinger Sternberg, nützt das moderne interaktive Medium, um Kinder für die Natur zu begeistern.

BUND: Im Einzugsgebiet der Biosphäre zählt der BUND RV Neckar-Alb rund 2500 Mitglieder. Arbeitsschwerpunkt im BSG sind der Erhalt von Streuobstwiesen, Renaturierung von Gewässern, Amphibienschutz, Stellungnahmen zu Eingriffsplanungen. Aktuelle Projekte in enger Kooperation mit den anderen Naturschutzverbänden sind: fachgerechte und zukunftsfähige Entwicklung des BSG, Abgrenzung und Zonierung des Gebietes, Schutz und Erweiterung der Kernzonen, Weiterentwicklung des BSG zu einer Klimaschutzregion, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, Studie zur Verwertung von Landschaftspflegeresthölzern im BSG, Studie zur Vielfalt der Wildbienenarten auf dem ehemaligen TrÜPL Münsingen mit Handlungsempfehlungen für Wildbienen und ihre Lebensräume.

SAV: Der Schwäbische Albverein wurde am 13. August 1888 in Plochingen gegründet. Mitgliederstand: 108 000, davon 6000 im Ermsgau. Paten betreuen 22 Wanderheime und 28 Türme. Ehrenamtliche SAV-Wegewarte unterhalten 24000 Kilometer Wanderwegenetz. Die Vereinsphilosophie fußt auf drei Säulen: Natur, Heimat, Wandern. Ohne das Engagement des SAV wären die eindrucksvollen Türme des ehemaligen Truppenübungsplatzes abgerissen worden.

BNAN: Der Bund Naturschutz Alb-Neckar e. V. (Hauptsitz in Reutlingen, 1400 Mitglieder) wurde 1973 als Alternative zur Naturschutzarbeit des Schwäbischen Albvereins gegründet. Der BNAN setzt sich vor allem für eine vielseitige Kulturlandschaft ein. Er engagiert sich für alle wild wachsenden Pflanzenarten und frei lebenden Tierarten und ihrer Biotope sowie für die Schaffung von Ersatzbiotopen. Auch werden Grundstücke erworben, wie naturbelassene Flachland- und Bergwiesen, Streuobstwiesen, Wacholderheiden, Feuchtgebiete und naturnahe Waldbereiche (168 Hektar eigene, 30 Hektar gepachtete Grundstücke).

——————————————————

Modellzone: Die UNESCO schützt unser Erbe

Rund 500 Biosphärenreservate weltweit sind von der UNESCO anerkannt (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization). 15 Biosphärenreservate befinden sich in Deutschland, neben 14 National- und über 100 Naturparke. Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb gehört seit dem 26. Mai 2009 dazu. Nationalparke schützen das Naturerbe ursprünglicher Ökosysteme (höchs­ter Schutzstatus). Biosphärenreservate sind großräumige Schutzgebiete, die aus repräsentativen Bereichen an Natur- und Kulturlandschaften bestehen. Hier sollen beispielhaft umweltverträgliche Lebens- und Nutzungskonzepte entwickelt werden. Naturparke sind Kulturlandschaften, die sich besonders für die Erholung eignen.

 

Mutter Erde

Die Biosphäre bietet Chancen für einen Wertewandel

Wer der Mutter Erde mehr nimmt, als sie gibt, steht nach nicht einmal einem halben Jahrhundert mit dem Rücken zur Wand. Die Biosphäre bietet Chancen für einen Wertewandel.

Festen Boden unter den Füßen spürt Anton Schänzle täglich bei der Arbeit. Seine Hände greifen nach den Wurzeln und nicht nach den Sternen. Spekulationsblasen sind der Natur gänzlich fremd. Es erntet nur, wer beizeiten sät.

Die Finanzkrise bestätigt: Das Überlebensprinzip unserer Natur, unserer Väter und der Schwäbischen Alb hatte Jahrtausende Bestand. Wer der Mutter Erde mehr nimmt, als sie gibt, steht nach nicht einmal einem halben Jahrhundert mit dem Rücken zur Wand. Die Biosphäre bietet Chancen für einen Wertewandel. Die Alb ist stark, dies können Hand und Kopf begreifen.

Goldmohn Heilpflanze

Beruhigungspille: Schon Indianer schützten sich mit Goldmohn vor Aufregung und Hektik.

Globalisierung, Währungsunion – nach nicht einmal 60 Jahren kommt unser Wirtschaftssystem an die Grenzen. Nur zehn Jahre hatte der Euro als stabiler Gegenwert im Volksbewusstsein einen sicheren Stand.

Was hat dies mit unserem Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu tun? Viel – denn die Überlebensintelligenz der Alb bietet schon heute mehr Rettungspotential als die Bankenschirme und Konjunkturpakete dieser Welt. Wie die Schulmedizin lindern die Hauruck-Aktionen gleich dem Antibiotika nur die Symptome der kranken Wirtschaft. Die Natur dagegen besitzt langfristige Strategien mit der Heilung als Ziel.

Diese Naturkonzepte bestimmen das Leben von Gärtner Anton Schänzle aus Obermarchtal ganz im Süden der Biosphäre (Foto Seite 6). Er hat sich spezialisiert auf den Anbau von Heilpflanzen, die wegen des Artenschutzes für Wildsammler tabu sind. Sein empfindlichster Züchtungserfolg: Der Sonnentau (Bild oben). Mit einem feinen Gespür für die Bilanzen der Natur gestaltet er dieser fleischfressenden Pflanze eine Art Wirtschaftssystem, in der sie gedeiht und schließlich mit Wirkstoffen bei krampfartigem Husten und Reizhusten den kränkelnden Menschen hilft. Außer Schänzle gibt es nur noch einen Gärtner in Finnland, dem die Kultivierung des Sonnentaus gelang.

Entsprechend hoch ist die Nachfrage. Weltkonzerne für Naturheilmittel und -Kosmetik sind seine Geschäftspartner. Mit Weleda aus Schwäbisch Gmünd oder Wala in Bad Boll seien nur zwei der erfolgreichsten Firmen genannt – übrigens beide mit Sitz auf und an der Alb.

Sonnentau Heilpflanze

Biotop: Kaum zu glauben, dieser penibel nachgebildete Lebensraum des Sonnentaus ist die Voraussetzung für Anton Schänzles Kultivierungserfolg.

„Global denken, lokal handeln“, gerne schmücken Wirtschaftskenner ihre Reden mit diesem Zitat. Doch zeigt die Realität, dass unsere Natur weitaus mehr Weitblick besitzt als alle Wirtschaftsweisen der Welt. Immerhin: Das Öko-System hat sich in den letzten Millionen Jahren prächtiger entwickelt, als die selbstbetrügerischen Geschäftsmodelle der Menschheit.

Die Natur kennt zwar Sparbücher, so legt das Eichhörnchen für den Winter einen Vorrat an Eicheln und Bucheckern an – Schulden und Hypotheken aber sind dem kleinen Nager fremd.

Einer wie Schänzle mit der  Hand am Arm im schwäbischen Boden verwurzelt, erkennt den Wert des Kleinen und weiß um deren Kräfte. Lokal handeln und tatsächlich global in Naturgesetzen denken, das öffnet ihm den Blick für das Wesentliche. Bestes Beispiel: Schänzles Gänseblümchenfeld. Für viele sind dies die netten weißen Tupfer auf den sommerlichen Wiesen der Freibäder. Für den 43-jährigen Pflanzenliebhaber aber bedeuten diese fröhlichen Blüten Teil seines bodenständigen Geschäftserfolgs. Sie sind Ingredienzen für Beauty-Produkte. „Julia Roberts loves Gänseblümchen“, titelten Boulevard-Magazine. Die Schwäbische Alb hat den Sprung über den Teich nach Hollywood geschafft. Julia Roberts lobte in einem Interview Dr. Hauschka (Naturkosmetik Bad Boll) über den grünen Klee und sorgte damit für einen weltweiten Boom. Madonna, Robert Downey, Cate Blanchett, Jennifer Aniston, Keira Knightley spüren auf ihrer Haut ein Stück Biosphäre.

Ob energiepolitisch oder wirtschaftspolitisch – die Menschen leben auf Pump, Subventionen zerstören das gesunde, freie Spiel der Kräfte. Er beneide die Landwirte nicht, sinniert Schänzle und ist stolz, dass seine Unternehmung am südlichen Ausläufer der Alb an keinem Staatstropf hängt.

Alraune Wurzel Heilpflanze

Alraune-Wurzel (Mandragora) ist eine der ältesten beschriebenen Heilpflanzen. Sie wurde früher mit Gold aufgewogen. Die Nutzpflanze wird auch Albruna genannt (Althochdeutsch (alb = Alb + runa = raunen).

Mit ähnlichem Gedanken- und Saatgut gerüstet erhebt Annegret Müller-Bächtle die Alb zum umfassenden Kräuterland. Im Frühjahr 2006 hatte die Münsingerin kräftig getrommelt: Sie versammelte die Macher der Alb am runden Tisch. Qualitätsbewusste Gastronomen, Hobby-Gärtner, Großgärtnereien, Schäfer, Naturliebhaber, Apotheker, Bäcker, Nudelproduzenten und Reha-Kliniken waren bei der Startveranstaltung dabei. Heute zählt der Verein „Kräuterland Schwäbische Alb“ 30 Mitglieder. Müller-Bächtle will „sensibilisieren für die Vielfalt der Natur, die uns gerade in der Biosphäre umgibt.“

So wie Schänzle will auch der Verein auf eigenen Beinen stehen. „Ein Beschluss der Mitgliedsbetriebe lehnt Fördermittel ab.“ Und auch hierin spiegelt sich die aktuelle Diskussion über den Sinn von Rettungsplänen für angeschlagene Unternehmen wie Opel, Märklin und Schaeffler wider. Die Heilpraktikerin weiß um die Selbstheilungskräfte, kennt den Zusammenhang zwischen Hilfe und Hilfsbedürftigkeit und die daraus schnell resultierenden Abhängigkeiten – in der Medizin wie auch in der Wirtschaft.

So hat, wie ein jedes Bächlein im Netzwerk der Flüsse den Weg zu den Weltmeeren findet, auch die Strömung Kräuterland viele Geschäftsbereiche der Schwäbischen Alb erfasst. Kräutergärten sprießen hinter Gasthäusern.  Kräuter werden als Topfpflanzen kultiviert. So finden sie den Weg über heimische Balkone und Gärten in unsere Köpfe und landen frisch geerntet in unseren Töpfen. Kräuterwanderungen, -Seminare, -Kochkurse und „immer wieder strahlende Gesichter“, freut sich Müller-Bächtle, dass ihre Idee auf fruchtbaren Boden fällt. Fast 1000 Personen hat sie bei ihren Kursen und Führungen mit dem Kräuter-Virus infiziert. Das Geheimnis: Die Menschen fühlen Pflanzen, schmecken die Würze, spüren wohltuende Wirkung und dies alles in wilder Natur. Die Schwäbische Alb gibt es noch nicht in Dosen und im Doppel-Billigpack. Das Kräuterland weckt schlummernde Ins­tinkte für das Wertesystem und Strategien unserer Naturwelt.

Und dass diese Welt noch Platz für echte Erfinder hat, zeigt die Erfolgsgeschichte des Getränks „Bionade“ aus dem Biosphärengebiet Rhön. Chef Peter Kowalsky bereitet schon den Absprung seiner Idee „mehr Natur ins Glas“ ins Geburtsland von „Fastfood“ und „All you can eat“. Wird Kowalski die Amerikaner bekehren? Vielleicht. Aber noch gibt es in Deutschland ebenfalls viel für den Bewusstseinswandel zu tun. Diese Überzeugung spornt auch Dieter Burkhardt an. Der jüngste Clou des Laichinger Fruchtsaft-Produzenten: Der 51-jährige Unternehmer will mit Kräutern von der Alb die Ansprüche an Geschmack und Regionalität in Produkten heben. Ab April werden die ersten Flaschen des neuen „Streuobst Bio-Apfelsaft mit Wacholderbeeren- und Zitronenthymianöl“ in den Regalen in und um die Biosphäre stehen (siehe Kasten Seite 9).

Burkhardt Fruchtsäfte gehört zu den Pionieren auf der Alb in Sachen Biogetränke. In seiner Brust schlägt ein Herz für die heimischen Streuobstwiesen und den Genuss des herrlich frischen Apfelsafts. Schließlich: Dieses kernige Obst begründet die schon seit Generationen gehegte und gepflegte Most-Tradition.

So war es denn auch für das Familienunternehmen mehr Kür  als Pflicht, die Kräfte des ökonomischen Netzwerks des Saft­herstellers in den Dienst dieses außerordentlichen Biosiegels zu stellen. Womit die Alb erneut eindrucksvoll beweist, wie zugkräftig Binnenmarkt wirken kann – in einer Zeit, da nur Exporteure als Weltmeister gekürt werden. Ein ordentliches Maß an Geschäftsethik und Kundennähe kann ein Produkt ebenso krisenfest machen – „auch ohne Subventionen“, wie Burkhardt betont, der auf seine 90-jährige Erfolgsgeschichte mit Stolz verweist. Am 12. September 2009 feiert Burkhardt Fruchtsäfte mit Kunden und rund 40 Mitarbeitern ein großes Jubiläumsfest und liefert in Zeiten der Banken- und Firmenpleiten ein Stück Wirtschaftskompetenz „made im Ländle“.

Alblinsen

Rekultiviert : Kleine Alb-Linsen schmecken intensiv

Jubel und Freude erlebte auch Linsenbauer Woldemar Mammel, der Biolandwirt aus Lau­terach im Süden der Biosphäre. Seinem Engagement verdankt es die Alb, dass sie eine längst verschollen geglaubte Kulturpflanze wieder hat. Die 20-jährige Recherche nach dem Saatgut der verschollenen Späth´schen Alb­linsen-Sorten war im Jahre 2006 von Erfolg gekrönt. Im Vavilov-Institut in St. Petersburg schlummerten die Alblinsen unter weiteren 3000 Linsensorten. Die russische Saatgut-Genbank hatte sie alle fünf Jahre vermehrt und somit am Leben erhalten. Die Alb­linsen hatte in den 1940er Jahren der diplomierte Landwirt Fritz Späth aus Haigerloch gezüchtet. Sie galten und gelten als robuste Pflanzen mit sehr schmackhaften  Samen – je kleiner die Linse, umso intensiver. Denn das Aroma der Linsen steckt in den Schalen, kleine Linsen begünstigen das Verhältnis Schale zur Gesamtmenge. Früher füllten Linsen wegen des vielen Eiweißes als Fleischersatz die Kochtöpfe der armen Leute – heute verwöhnen sie als exquisiter Geschmacksträger verwöhnte Gaumen. Landwirt Mammel baut schon seit den 80er Jahren Linsen an, notgedrungen französische und italienische Sorten. Der Querdenker und Biobauer hatte erst in kleinen Schritten und jetzt in Siebenmeilenstiefeln die eiweißhaltige Frucht ins Linsen-und-Spätzles-Land heimgeholt. Heute bauen 30 Bio-Landwirte auf der Alb für die Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“ Linsen an. Mammel kann sich vor Anfragen durch Läden und Gaststätten, inzwischen rund 200 in ganz Baden-Württemberg, nicht retten. Selbst die Norddeutschen sind wild auf die Früchte des Südens. Und wieder bieten die Macher der Alb der Globalisierung die Stirn. Mammel nimmt seine „Alb-Leisa“ aus den Versandhäusern der Republik, er zeigt dem Internet-Handel die kalte Schulter. „Solange die Leute im „Ländle“ noch nach unseren Linsen hungern, sollen die Hamburger ihren Fisch essen“, verkündet der drahtige Mitsechziger seine Geschäftsphilosophie und strahlt: „Wir brauchen die Linsen hier in der Biosphäre selbst.“ Mammels feiner Geschäftsinstinkt lässt sich auch an Wirtschaftsdaten belegen: 20000 Tonnen Linsen importiert Deutschland jährlich. Er und seine Landwirtskollegen in der Biosphäre stärken den plötzlich wieder entdeckten Binnenmarkt mit gerade einmal 30 Tonnen pro Jahr. Es bleibt also viel zu tun für die Querdenker der Alb.

Selbstversorger kann und wird Deutschland nicht sein. Dafür sind wir mit 85 Millionen Einwohnern zu dicht besiedelt. Aber gerade deshalb sollte der Ausverkauf an Kleinstrukturen wohl überdacht sein. Nachhaltigkeit, Regionalität, Qualität – und Lebensqualität kursieren nicht nur als Schlagworte auf der Schwäbischen Alb. Sie werden immer mehr gelebt. Unterstützung findet dieses wiedererwachte Bewusstsein durch die Präsenz von PLENUM als staatliche Förderkulisse, die indirekt politische Entscheider sensibilisiert und Aktivisten in Naturschutz- und Wirtschaftskreisen motiviert.

Und dennoch: Selbst Alb-Leisa, Alb-Dinkel und Alb-Korn können die geballte Finanzkraft der Monopolisten noch nicht stoppen. Seit diesem Jahr sind Einkaufsketten auch im Herzen  der Biosphäre stärker präsent. Ob sie auf Dauer gute Lebenspartner sind? Die Stadt Münsingen macht derzeit die Probe aufs Exempel. Ein Kräftemessen: Alteingesessene Mittelstandsbetriebe im Stadtzentrum müssen sich nun gegen ein neues Einkaufs­zentrum behaupten.

Biosphäre heißt übersetzt: „Lebensraum“. Ein Zusammenwirken von Mensch, Natur und Wirtschaft. Auch hier gilt die Natur als Lehrmeister: Dank der vielen individuellen Überlebensstrategien gewinnt das feinschichtige Ökosystem an Durchsetzungskraft. Die polternde Gewalt der Monopolisten frisst sich in der Natur, wie auch in der Wirtschaft irgendwann selber auf.

Was danach kommt? Wenn Wälder sterben gibt es Raum, die Totholz-Öde gilt als Schlaraffenland für das kleine Leben dieser Erde. Vielleicht macht auch die Wirtschaft für neue Entwicklung Platz. Die Natur ist gelebter Optimismus.

—————————————

Kultiviert: Kräutergarten duften um die Wette auf der Schwäbischen Alb

Kräutergarten AlbgoldKräuter, wohin man auf der Alb auch schaut. Allerdings muss man den Blick für diese unaufdringlichen Schönheiten schärfen. Kräuterwanderungen sind eine Möglichkkeit – oder Sie besuchen einfach den prächtigen Kräutergarten beim Alb-Gold-Kundenzentrum in Trochtelfingen, hart an der Grenze des Biosphärengebietes Schwäbische Alb.

Sogar der SWR war mit einem TV-Team bei Alb-Gold zu Gast (www.alb-gold.de). Im Rahmen der Sendereihe „Essgeschichten“ soll der Film die vielseitige Verwendung der Alb-Kräuter dokumentieren. Alb-Kräuter werden beispielsweise für Kräuter-Weckle, Tinkturen und Salben, Seifen oder Schnaps aber auch für Nudeln eingesetzt. Der SWR3 zeigt die Sendung am 25. April 2009, um 20.50 Uhr.

Ein Ausflug lohnt auch zum Münsinger Bahnhof, am besten gleich mit dem historischen Spätzles-Express (www.albbahn.de). Von dort führt seit 2008 ein Kräuterpfad Richtung Krankenhaus. Idee und Ausführung kommen von der Kräuterland-Chefin Annegret Müller-Bächtle (www.kraeuterland-alb.de). Doch auch Albwirte ernten frische Kräuter direkt hinterm Gasthaus. Einfach fragen: Fohlenhof (Mehrstetten), Gasthof Hermann (Münsingen), Wittstaig (Gundelfingen), Lagerhaus (Dapfen), Rose (Ehestetten).

—————————————

Zivilisiert: Wilder Alb-Wacholder ins Fruchtsaftglas

Wacholder Detailkfoto PflanzeNoch mehr Schwäbische Alb ins Glas. Ab April steht eine neue Geschmacksvariation des renommierten Fruchtsaftherstellers Burkhardt aus Laichingen in den Verkaufsregalen: „Streuobst Bio-Apfelsaft mit Wacholderbeeren und Zitronenthymianöl“. Dass diese Kreation des für seine DLG prämierten Bio-Säfte unter Kennern bekannten Herstellers richtig gut schmeckt, verdankt dieser neue Saft auch dem SPHÄRE-Mitarbeiter und Inhaber der „Alten Apotheke“ in Laichingen, Hans-Peter Eppler (Foto links). Schon lange heftet sich der findige Apotheker den Aromen der Alb auf die Spur. Sein Sachverstand in Sachen Kräuter, sein Engagement im Bereich der Naturheilkunde prägte die Entwicklung dieses Bio-Saftes mit. „Kreieren Sie mit uns gemeinsam den Alb-Geschmack“, formulierte Firmenchef Dieter Burkhardt zu Beginn der Entwicklungsarbeit.

Eppler suchte nicht lange, denn sein Gedächtnis ist eine Art wandelnde Geruchs- und Geschmacksbibliothek. Über den nach Zitronen duftenden Albthymian hatte der Apotheker schon in der letzten SPHÄRE-Ausgabe geschwärmt. Robert Greiner von Albduft ist nun der Lieferant des Zitronenthymianöls aus heimischem Anbau. Den fruchtigen Geschmack dieser Komposition verstärkt der Wacholder. Eppler destilliert die selbst gesammelten Alb-Beeren in einer eigens von Burkhardt Fruchtsäfte für diesen neuen Saft angeschafften Kupferdestille. Alles Handarbeit. Nur knapp ein Milligramm Öl lässt sich aus einer Beere gewinnen. Um die richtige Dosis für den neuen Streuobst Bio-Apfelsaft zu finden, waren viele Verkostungsrunden mit unterschiedlichen Probanden bei Firma Burkhardt notwendig. Welche Menge an Wacholderbeeren- und an Zitronenthymianöl ist richtig? In welchem Mischungsverhältnis sollen die beiden Öle zueinander stehen? „Der neue Bio-Saft, den wir bei Burkhardt abgekürzt einfach Apfel-Wacholder nennen, schmeckt als Schorle auch ganz hervorragend“, merkt Dieter Burkhardt an. Burkhardt und Eppler sind sehr gespannt darauf, wie die neueste Kreation beim Verbraucher ankommen wird.

—————————————

Rekultiviert : Kleine Alb-Linsen schmecken intensiv

AlblinsenKleine Linsen schmecken besser als große. Grund: Der Geschmack steckt in der Schale. Je kleiner die Linse, umso größer wird der Aufwand, die Linsen von Steinen und Getreidekörnern zu trennen (siehe Foto). Denn: Die Linsen werden im sogenannten Gemenge angebaut. Die Stängel der Linse sind so schwach (Foto rechts), dass sie standfestes Getreide als Stütze brauchen. Deshalb sieht ein Alblinsenacker eher aus wie ein Kornfeld mit scheinbar Unkraut zwischendrin. Linsen-Pionier Woldemar Mammel musste bislang zum Reinigen der Linsen von Lauterach 40 Kilometer nach Illerkirchberg zockeln. Seit 2009 besitzt er dank finanziellen Beistands von PLENUM Schwäbische Alb selbst eine Linsen-Reinigung. (www.alb-leisa.de)

 

 

Bleiberecht für Vögel – Wegerecht für Touristen

Tourismus: Endgültigen Freigabe der Wege auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz

Seit der Schließung des Truppenübungsplatzes Münsingen Ende 2005 wandern und radeln die Menschen durch diese einmalig ursprüngliche Landschaft. Und auch seltene Vögel nisten. Die Wege hierfür waren deshalb nur vorrübergehend für Besucher freigegeben bis das endgültige Wegenetz beraten und aus naturschutzfachlicher Sicht getestet war. Seit 16. Dezember 2009 nun stehen die endgültigen Routen in der Perle des UNESCO-Biosphärenreservates fest. Weiterlesen »

Sind Kühe glücklich auf der Alb?

Architektur & Landwirtschaft

Warum weiden hier die Kühe nicht im Freien, aber im Allgäu? Wie haben die Tiere früher ihr Dasein gefristet, wie leben sie heute? Geben moderne Stallungen biosphären-gerechten Bewegungsspielraum? 

Nummer 72204 ist zufrieden. 72204 steht am Futtertrog und frisst gemächlich ohne Eile eine gute Morgenportion Raufutter in sich rein. Sie braucht sich auch nicht zu beeilen. Futter ist immer vorhanden dort am Trog an der Futterdurchfahrt, und auch Platz genug, sich dort einzureihen.

Zeichnung & Text von Christoph Lindemann

Dort wo 72204 zu Hause ist, haben die Kühe noch Namen. Alma vielleicht oder Frieda. Das ist nicht überall mehr so, weil dort, wo die Herden größer sind, gibt es meist nur noch die Nummern für die Tiere. Weil der Wechsel im Kuhstall so kurzlebig geworden ist, weil es sowieso staatlich angeordnete Nummern-Verzeichnisse gibt und die Tiere in vielen Ställen elektronisch überwacht werden, genügt eine Nummer für die Unterscheidung der Tiere. Eine Marke mit genau dieser Nummer trägt 72204 seit ihrer Geburt in jedem Ohr.

72204, nennen wir sie hier ruhig Alma, ist eine dreijährige Milchkuh der rotbunten Rasse „Deutsches Fleckvieh“. Das ist eine bei uns noch weit verbreitete Rasse, die als Zwei-Nutzungsrind einen guten Milch- und Fleischertrag liefert. Sie lebt in einem Laufstall. In dem kann sie sich frei und nach Belieben unter Dach oder draußen bewegen. Ihre Vorfahren lebten auf der Alb ihr ganzes Rinderleben lang oft in kleinen, feuchten Ställen und waren angebunden, fast ohne Bewegung – jahrein, jahraus. Später wurden diese Anbindeställe größer, luftiger, aber die Tiere waren immer noch auf den Standplätzen angebunden, wurden dort gefüttert, getränkt und gemolken. Anfangs noch per Hand, später mit Melkmaschinen, die von Tier zu Tier weitergetragen werden mussten.

Der große Umbruch kam mit der Erkenntnis, dass es viel praktischer sei, die Tiere selber zu diesen Verrichtungen, zu den Liegeplätzen, Trögen, Tränken hinwandern zu lassen. Fortan konnte auch das Melken an zentraler Stelle in reinlichen, gefliesten Räumen mit ortsfester Melkeinrichtung geschehen; was auch den immer strenger werdenden Hygienevorschriften entgegenkam. Laufställe hießen diese neuen Ställe und, als man zusätzlich erkannte, dass Rinder keine Wohnzimmertemperatur brauchen, wurden diese Hallen geöffnet oder von vornherein in halb offene, aber zugfreie Hallen und Außenflächen unterteilt.

Jetzt sprach man von Außenklima-Ställen, und inzwischen sind fast alle neuen Ställe Anlagen dieses Typs. Das Anbinden von Tieren ist übrigens ab 2013 gesetzlich verboten.

Früher: Anbindestall – so haben kleinbäuerliche Betriebe vor noch nicht allzulanger Zeit Milchkühe gehalten.

Alma, immer noch am Trog, hört ein bekanntes rutschendes Geräusch. Sie hebt gemächlich ein Bein nach dem anderen, als der Faltschieber unter ihr hindurchzieht. Der schiebt von Zeit zu Zeit alles, was Alma auf dem Laufgang fallen lässt, den Gang entlang, bis an dessen Ende. Dort fällt es durch Bodenschlitze in die große unterirdische Güllegrube aus Beton. In der muss die Gülle einer ganzen Winterzeit Platz haben, weil es Landwirten untersagt ist, Gülle außerhalb der Vegetationszeit auf die Felder auszubringen. Die war im Bau recht teuer und deshalb und auch wegen der vielen mechanischen und elektronischen Installationen kosten Ställe dieses Typs trotz der recht preiswerten Gebäude heute ungefähr 8000 bis 10000 Euro pro Tierplatz mit allem Drum und Dran.

Unsere Alma verspürt inzwischen Durst und wandert zu der nächstgelegenen Tränke. Die ist winters elektrisch beheizt, damit das Trinkwasser nicht gefriert. Auf dem Weg dorthin steht ihr der Sinn nach ein wenig Körperpflege, denn sie kommt an der Kuhbürste vorbei. Sieht aus wie Teile einer Autowaschanlage und Alma lässt sich von den rotierenden Bürsten, die bei Ihrer Annäherung automatisch angesprungen sind, eine Weile den Rücken kraulen. Danach nimmt sie sich aus dem nächstgelegenen Futterautomaten noch ein paar Mäuler Kraftfutter. Das sind Pellets aus einer besonderen Futtermischung. Ohne die, und nur vom Heu, könnte Alma nie und nimmer ihr Milchsoll erfüllen. Der dort angebrachte Sensor hat die Marke an Almas Halsband geortet. Gemessen an ihrer Milchleistung erkennt er, dass Alma heute Morgen noch eine gute Portion zusteht und streut die in den dort angebrachten Futternapf.

Heute: In einem neuzeitlichen Außenklima-Laufstall dürfen sich die Tiere in einer großen Halle frei bewegen.

Jetzt möchte Alma sich ausruhen und betritt ihre trocken unter Dach gelegene Liegebox. Die ist so breit bemessen, dass Alma sich bequem niederlassen kann und so lang, dass Almas Hinterteil ein wenig auf den Gang herausragt und dorthin fallen kann, was fallen muss, wenn Alma zu diesem „Geschäft“ aufsteht.

Zweimal am Tag, sehr früh morgens und am späten Nachmittag, geht Alma zum Melkstand. Freiwillig reihen sich Alma und ihre Schwestern vor den Eingangstüren zum Melkstand auf und treten dann einzeln ein, sobald eine Türe öffnet. Mittig, etwas vertieft liegt die Melkgrube, von der aus der Landwirt die Euter in bequemer Griffhöhe hat (Zeichnung). Sensoren haben Almas Zutritt und ihren Standplatz schon längst erfasst und dem elektronischen Herden-Management-System gemeldet. Das erfasst auch die Milchmenge, die Alma nun gleich abliefern wird.

Euter waschen – Vormelken – Melkzeuge ansetzen – Melken – Abrüsten sind die Arbeitstakte, die für 60 bis 70 Kühe – das ist die durchschnittliche Herdengröße solcher Betriebe – von einer Person mit vielleicht einem Helfer in einer guten Stunde geleistet werden.

Ab Verlassen des Euters muss Milch immer unter sechs Grad Celsius gekühlt werden. Ab jetzt bis zu ihrem Eintreffen in der Molkerei oder der hofeigenen Käserei wird sie ständig auf Einhalten dieser Temperatur und der höchst zulässigen Zahl von Keimen überwacht. Zusammen ungefähr 6000 Liter Milch gibt Alma in gut 300 Tagen jährlich in den hofeigenen Kühltank. Ihre Vorfahren lieferten nicht einmal die Hälfte davon. Auf Höchstleistung gezüchtete Kühe, meist aus der schwarzbunten Rasse Holsteiner Friesen, bringen es sogar auf 10000 bis 11000 Liter. Das geht aber nur mit viel zusätzlichem „Kraft“-Futter. Allein mit dem Futter der schönsten Almenwiese würden diese Tiere „verhungern“.

Geben und Nehmen: Nutzvieh mal ganz mit Gegenseitigkeit bedacht. Diese Bürsten bieten ein Stück Lebensqualität.

Alma, vor drei Jahren geboren, verbrachte die ersten Jahre ihres Lebens als „Jungvieh“ in je nach Alter wechselnden Laufställen verschiedener Größe oder auf der Weide. Mit gut 2 ½ Jahren gebar sie ihr erstes Kalb und wurde in die Herde der Milchkühe eingereiht. Etwa ein Jahr danach wird sie ihr nächstes Kalb gebären, in ihrem kurzen Rinderleben zusammen etwa drei bis vier. Dann ist Alma nicht mehr auf diesem Hof. Als männliches Kalb wäre sie wahrscheinlich schon lange nicht mehr am Leben. Von irgendwo her müssen ja auch die Kalbshaxen kommen.

Etwa 32 bis 34 Cent pro Liter Milch erhält gegenwärtig ein Landwirt je nach Vertrag von seiner Molkerei im Schnitt. Jeder Leser wird sich noch an den Ablieferungsstreik der Milchbauern vor zwei Jahren erinnern, als der Preis knapp über 20 Cent lag.

Gut 40 Cent müssten es sein, sagen die Landwirte, wenn es fair zuginge. Deshalb hat „Faire Milch“ genau diesen Preis.

 

Tierhaltung: Ethik gehört auf den Speiseplan

Sind Kühe glücklich? Was immer man darunter versteht, wir wissen es nicht. Gewiss geht es ihnen aber in den neuzeitlichen Laufställen weit besser als ihren Vorfahren. Sie sind glücklich, sagen die Tierhalter, nur zufriedene und gesunde Kühe können so viel Milch geben.

Glückliche Kühe weiden – laut Bildern aus der Werbung – auf blühenden Almen. Warum nicht bei uns? Weil Pflege, Kontrolle und Melken der Tiere einschließlich elektronischer Überwachung von Gesundheit, Milchleistung und der strengen hygienischen Vorschriften nur in einem ortsfesten Melkstand geschehen können und nur dort in vertretbarer Arbeitszeit möglich sind. Und die wenigsten Höfe bei uns haben genug Weideland so nahe beim Stall, dass es möglich ist, die Tiere ohne großen Aufwand von der Weide in den Stall zum Melken zu treiben.

Wer also in unserer Gegend Rinder sommers auf der Weide sieht, sieht Jungtiere, Färsen (trächtige Kühe) oder Bullen.

Und überhaupt: Nüchtern betrachtet sind Landwirte Unternehmer und müssen als solche darauf schauen, pro Arbeitsplatz und Arbeitskraft die höchst mögliche Kostendeckung zu erreichen – schwer genug unter den gegenwärtigen Marktbedingungen – sagen die Milcherzeuger.

Ihre Produktionsmittel sind aber Tiere – und darin liegt das Problem für uns Außenstehende. Diese Tiere sind aus wenigen Rassen auf Höchstleistungen gezüchtet, mit allen vielleicht damit verbundenen Risiken und auch der Folge, dass andere altvertraute Rassen, die typisch für bestimmte Landschaften sind, verloren gehen könnten und mit ihnen unwiederbringlich manch wertvolle Eigenschaft. Sobald die Milchleistung nachlässt, ist das kurze Rinderleben zu Ende – manchmal nicht besonders sanft, wird von Zeit zu Zeit durch Medien berichtet. „Muss man eigentlich Fleisch essen?“, denkt dann vielleicht manch einer, der das hört oder liest.

 

Natur ins Glas

Forschung: Biosphärengebiet als Wissenschaftsprojekt

Millionen schwere Langzeitforschung auf der Alb: Erstmalig in Deutschland untersuchen Wissenschaftler großflächig den Einfluss des Menschen auf die Artenvielfalt in Wiese, Feld und Wald.

Ein Computer-Raster überzieht das Biosphärengebiet. Graue Punkte im 200-Meter-Abstand unterteilen die Flurkarte in winzige Segmente. Schließlich projiziert der Rechner das Raster auf das Luftbild.

Die positionierten Planquadrate helfen, die Landschaft in unterschiedliche Lebensräume einzuteilen und dienen der Vorbereitung eines gigantischen, in Deutschland noch nie da gewesenen Langzeitforschungsprojekts. Wissenschaftler untersuchen eine 100 Quadratkilometer große Fläche von Dottingen bis Magolsheim und Buttenhausen bis Zainingen im Biosphärengebiet auf der Alb.

„Wir sehen das Projekt als einmalige Chance“, beginnt Dr. Elisabeth Kalko, Professorin der Universität Ulm, ihre Einführung in das Großprojekt. Acht Millionen Euro lässt sich die Deutsche Forschungsgesellschaft die Ökologische Langzeitforschung in drei Gebieten Deutschlands kosten. Unter der Federführung von Dr. Markus Fischer, Professor der Universität in Jena, arbeiten Wissenschaftler aus vier Universitäten und einem Institut am Aufbau des Projekts. Unter die Lupe nehmen sie neben dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb ähnliche Lebensraumtypen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg und den Nationalpark Hainich in Thüringen.

„Im Untersuchungsgebiet auf der Alb wählen wir auf der Grundlage der Rasterpunkte die Flächen aus, in denen ab Ende 2007 Biologen Experimente durchführen werden”, beschreibt Dr. Konstans Wells von der Uni Ulm seine koordinativen Aufgaben. Zu diesem Zweck hat ein fünfköpfiges Forscherteam Räume im Alten Lager des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen angemietet. „Die Untersuchungen werden Aufschluss geben, welchen Einfluss die Landnutzung auf die Artenvielfalt in der Landschaft hat und welche Folgen sich daraus ergeben“, erklärt die Leiterin des Projekts.

„Biodiversitätsforschung auf Langzeituntersuchungsfläch­en“, heißt der weltweite Trend in der ökologischen Forschung. In den USA sind diese langfristigen Forschungsplattformen gang und gäbe. Wissenschaftler in Deutschland betreten dagegen Neuland, liefern aber durch die geplanten Experimentierflächen ein neues Konzept. Das Großprojekt hat jeden Grashalm, jede Heuschrecke bis hin zu Molekülen als kleinste Bausteine im Ökosystem im Fokus. Allerdings nicht isoliert, sondern im Gesamtgefüge der Natur. Zunächst hilft das Computer-Raster im Gelände 1000 Untersuchungspunkte festzulegen. 100 von ihnen wählen Biologen als Freiluftlabor aus, als so genannte Exploratorien. Auf vier mal vier Meter großen Wiesenflächen beispielsweise wollen die Wissenschaftler durch veränderte Mähzyklen oder variierende Düngung herausfinden, ob sich die dadurch ändernde Artenvielfalt eine Erhöhung des Grün­ertrags bewirken kann. Düngung fördert einzelne Arten, die andere Kräuter verdrängen. Folge: die Wiese verarmt. Bienengesumm und Schmetterlingsflattern erlebt der Wanderer nur in Wiesen in denen viele verschiedene Kräuter blühen.

„Durch die Streuung der Forschungsplattform in Deutschland erhalten wir zudem die Möglichkeit Untersuchungen zu vergleichen“, erklärt Kalko. Denn Wald ist nicht gleich Wald. Im Hainich wachsen Buchen auf Lös-Böden, in der Schorfheide auf sandigem Untergrund, auf der Schwäbischen Alb auf Kalkverwitterungsböden. „Das hat beispielsweise Auswirkung auf den Wasserabfluss, der maßgebend für den Nährstoffgehalt ist“, erklärt Dr. Wells die Zusammenhänge. Ein Faktor von vielen, der neben der menschlichen Nutzung über Jahrhunderte große Unterschiede in der Artenzusammensetzung von Flora und Fauna bewirkt und schließlich unterschiedliche Landschaften hervorbringt.

Doch geht das Langzeitforschungsprojekt, das über drei Jahre von der DFG gefördert wird, weit über die Bestandsaufnahme hinaus. „Das Erstellen von roten Listen gefährdeter Tierarten reicht nicht aus“, weiß Kalko. Sie möchte die Zusammenhänge verständlich machen. Warum lohnt es, Artenvielfalt zu erhalten?

Flugkünstler: Der Rotmilan fühlt sich wohl in der abwechslungsreichen Kulturlandschaft auf der Alb.

Den ersten Meilenstein zur Lösung dieser Frage wird das Team um Kalko und Wells Ende nächsten Jahres gesetzt haben. Die Testfelder werden ausgewählt und markiert sein mit versenkten Metallköpfen, die die Wissenschaftler mit Hilfe von GPS-Geräten orten. 50 Wie­­­­sen-Experimentierflächen à 4 qm verteilt auf 10 Nutzungs­arten wie etwa Magerrasen, Wirtschafts- oder Fettwiese und 50 Wald-Exploratorien à 30 qm stehen für Versuche bereit. Um sie werden sich Fakultäten aus ganz Deutschland bewerben.

Am Beispiel Lebensraum Baum, könnten durch Ausschlussexperimente Insektenfresser wie Vögel und Fledermäuse durch Netze von Einzelbäumen fern gehalten werden. Wie wirkt sich der vermehrte Blattfraß auf die Vitalität des Baumes und den Fruchtertrag aus? Oder was trägt der Mensch zur Artenvielfalt bei?

Eine ganze Menge. „Der Mensch schafft Biodiversität“, betonen die beiden Wissenschaftler. Ohne Bewirtschaftung wäre unsere vielfältige Kulturlandschaft nicht entstanden. Es gäbe nur Wald, so weit das Auge reicht. Menschlichen Ursprung haben auch die Feldgehölze, die das Ackerland gliedern. Auf Lesesteinriegeln, die die Landwirte über Jahre anhäuften, haben sich Weiß­­dorn, Feldahorn und Schlehe angesiedelt. Ein Lebensraum, der Vögeln Schutz und Nahrung bietet. Sie revanchieren sich dafür durch eifriges Picken als Schädlingsbekämpfer.

Der Kreis schließt sich. Das Verstehen der Zusammenhänge weckt Interesse an der Natur und hilft, den Wert der Artenvielfalt als ökonomischen und ökologischen Faktor zu erkennen.

—————————————-

Altes Lager als Forschungsstation

Experimente

Seit November 2006 nutzt ein fünfköpfiges Forscherteam der Uni Ulm ein kleines Büro im Alten Lager des ehemaligen Truppenübungsplatzes für die Biodiversitätsforschung im Biosphärengebiet. Es dient als Basis für die Feldforschung und Informationsplattform für die Bürger. Die Wissenschaftler planen Informationsabende und Ausstellungen zum Forschungsprojekt.

Lauscht man den Visionen der Experten, versprechen die langfristig angelegten Experimente spannende Fragestellungen: Wie wirkt sich die Klimaerwärmung auf der Alb aus? Wie verschiebt sich das Verbreitungsgebiet von Infektionskrankheiten (Borreliose durch Zeckenstich) durch Veränderungen in der Vegetation? Erhöht die Artenvielfalt einer Wiese den Grünertrag?

GPS-Touren: St. Johann (Sonderdruck)

 GPS-Download >>

Tourismus: St. Johann lockt mit drei GPS-Ausflugstouren und einer tollen Info-Broschüre

„Sphäre-Spezial“ heißt die vierseitige Broschüre, die St. Johanns Bürgermeister Eberhard Wolf gemeinsam mit dem SPHÄRE-Verlag aus Römerstein produzierte. 3 Rad und Wandertouren, ideal für den Wochenendurlaub, schärfen das touristische Ziel dieser Alb-Gemeinde. Weiterlesen »

Die Alb in der UNESCO-Weltliga


Bisophärengebiet Schwäbische Alb: UNESCO-Anerkennung verliehen

Seit dem 26. Mai 2009 ist es amtlich: Die Schwäbische Alb erhält als Biosphärengebiet das begehrte UNESCO-Prädikat. Die Entscheidung zugunsten des Biosphärengebietes Schwäbische Alb fiel im Rahmen der 21. Sitzung des ‚Internationalen Koordinierungsrates‘ des UNESCO-Programms ‚Der Mensch und die Biosphäre‘ (MAB) auf der koreanischen Insel Jeju. Weiterlesen »

Vergangene Werte weisen in die Zukunft

SPHÄRE-TV: Alb-Hymne / Ein Loblied an alte Zeiten

Musikalischer Gruß von der Alb

Alb-Hymne: Dieses Lied mit dem Titel „Erntedank“ könnte wegen seines eindringlichen Textes heute angesichts der weltweiten Krisen in der Gesamtgesellschaft eine Hymne der Landwirtschaft im „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ sein. Denn: Die UNESCO (United Nations Educational Scientific and Culturel Organisation = Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) will mit dem Prädikat „Biosphärengebiet“ eine neue Grundlage für die Vereinbarkeit von Landwirtschaft, Naturschutz und wirtschaftlichen Aktivitäten schaffen. Und genau von diesen Wertvorstellungen handelt dieses Lied des „Bauernchörle Zollernalb“. Auf Anregung von Chormitglied Dr. Gottfried Göggel, auch Leiter des Kreislandwirtschaftsamt Reutlingen in Münsingen“, hat SPHÄRE-TV diese Aufnahme produziert.

Komponist: Karl Roth, Hechingen-Stetten
Text: Franz Bausinger, Hechingen-Stetten

Alb-Hymne

Film ab >>

Die einen schützen, die anderen nützen

Tourismus: Besucherlenkungskonzept für das Biosphärengebiet ist fertig

Stolz präsentieren die Biosphären-Team-Leiterin, Petra Bernert, und der Esslinger Landrat Heinz Eininger die geplanten Begrüßungsschilder. Der Gast der Biosphäre Schwäbische Alb soll sofort erkennen: Hier beginnt ein einmaliger Lebensraum.
Bei der Abschlusspräsentation des Berliner Tourismusmanagement-Unternehmens BTE am 20. 4. in Kohlberg waren Vertreter der 29 Biosphären-Komunen aus 3 Landkreisen, 2 Regierungspräsidien und Repräsentaten von 8 Verbänden vorort. Weiterlesen »

Die Vergangenheit aufspüren

Erlebnis: Freilichtmusum Beuren bietet Führungen mit Audio-Guides

24. März 2009; Freilichtmusum Beuren: Es sieht aus wie ein zu groß geratenes Spielzeug-Handy – ist aber keines. Überraschend klar und wohlformuliert erläutert eine professionelle Sprecherstimme auf Knopfdruck die alten Gebäude des Freilichtmusums. Sie macht die Lebensweisen und Arbeitsmethoden unserer Großväter und -Mütter lebendig. Teilweise werden wie bei einem richtigen Hörspiel Geräusche oder Unterhaltungen auf Schwäbisch live von Beispielsweise zwei Frauen im Backhaus eingespielt. Weiterlesen »

Leiterin des Biosphärengebiets ernannt

Biosphärengebiet Schwäbische Alb: Petra Bernert übernimmt Geschäftsführung

Petra BernertMünsingen, Altes Lager: „Bei Petra Bernert ist das Biosphärengebiet in sehr guten Händen und es ist erfreulich, dass sich für diese wichtige Aufgabe eine Bewerberin aus der eigenen Mannschaft gegen über 100 Bewerber aus dem gesamten Bundesgebiet durchsetzen konnte. Dies zeigt, dass wir mit Frau Bernert als Leiterin des Start-Teams die richtige Frau am richtigen Platz hatten. Diese Entscheidung gibt dem Biosphärengebiet den notwendigen Rückenwind für die nächsten Schritte wie die Ausarbeitung des Rahmenplanes und des Leitbildes“, sagte der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Donnerstag (5. März) bei der Ernennung von Frau Petra Bernert zur Leiterin des Biosphärengebietes Schwäbische Alb in Stuttgart. In einem bundesweit ausgeschriebenen Personalauswahlverfahren konnte sich die Diplom-Biologin, Mitarbeiterin des Regierungspräsidiums Tübingen, durchsetzen. Weiterlesen »

Wir machen den Weg frei

Ehemaliger Truppenübungsplatz: Wege werden nun auch im Winter geräumt

Münsingen/Römerstein/Feldstetten: Am Sonntag genossen tausende Besucher die gleißenden Sonnenstrahlen und den bis zu 80 Zentimeter hohen Schnee auf der Schwäbischen Alb. Besonders die zahlreichen Wanderer in der schier endlosen, unberührten Weite des Truppenübungsplatzes erfreuten sich an den gut präparierten Wanderwegen. Was sie nicht wußten: Sie wohnten einer inoffiziellen Premiere bei. Denn an diesem Sonntag wurden erstmalig fast alle Wege speziell für Wanderer geräumt. Welch ein Genuss, nicht in Eisrinnen der Forstfahrzeuge zu stolpern oder im Tiefschnee zu versinken – wie die drei Jahre zuvor. Weiterlesen »

Wildkatzen zurück im Ländle

Wildkatze: Sichere Nachweise am Kaiserstuhl und im Nordschwarzwald

Baden-Württemberg: „Durch eine umfassende Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass die seit 1912 in Baden-Württemberg ausgestorbenen Wildkatzen wieder in den Wäldern des Landes umherstreifen. Im Gebiet rund um den Kaiserstuhl und im Nordschwarzwald wurden diese scheuen Einzelgänger durch genetische Untersuchungen eindeutig nachgewiesen. Dieser Nachweis ist der hervorragenden Zusammenarbeit der staatlichen Forschungseinrichtungen, dem BUND und seinen ehrenamtlichen Helfern sowie der Jägerschaft zu verdanken“, sagten der Weiterlesen »

Höchstgelegene Brauerei Württembergs

Wirtschaft: Böhringer Privatbrauerei investiert in moderne Abfüllanlage

Abfüllanlage Hirschbrauerei

Böhringen, ein Teilort der Gemeinde Römerstein, liegt mitten auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb im Herzen der Biosphäre auf Tuchfühlung zum ehemaligen Truppenübungsplatz. Die Böhringer Privatbrauerei, die hier ihre Heimat hat, ist die höchstgelegene Brauerei Württembergs. Weiterlesen »

Neue Wege

Tourismus: Wegekonzept für ehemaligen Truppenübungsplatz vorgestellt

Truppenübungsplatz Münsingen

Münsingen: 52 Prozent der Besucher des ehemaligen Truppenübungsplatzes sind enttäuscht. Dies ergab eine Umfrage der EAM (Mieter der Ringstraße), die als Grundlage für die Ausarbeitung des Besucherlenkungskonzepts diente. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben beauftragte ein badisches Unternehmen (ILN Institut für Landschaft und Naturschutz), die bestehenden Wege und die Infrastruktur auf dem Platz unter die Lupe zu nehmen und zu entwickeln. Weiterlesen »

Winterwandern Truppenübungsplatz

Winterwandertipp: Drei tolle Schneetouren

Schwäbisch Sibirien nennen Einheimische dieses karge Land­. Die Hochfläche des alten Militärplatzes Münsingen ist tatsächlich kälter, windiger, aber auch schöner als anderswo. Genießen Sie 45 extraweiße, autofreie Kilometer für Wanderer gespurt.

 

banner_sport_holl

Einen Kittel kälter

Der größte Schatz des Münsinger Hardts ist zweifelsohne die über 100 Jahre durch den Militärbetrieb konservierte Natur (Foto oben). Doch gleich danach kommt eine zweite Besonderheit: Das raue Klima. Eben „einen Kittel kälter“ wie der Volksmund sagt oder: „ein halbes Jahr Winter, danach ein halbes Jahr kalt“. Dabei schwingt in diesen Worten nicht selten Stolz. Was den Flachländer fröstelt, entfacht bei Einheimischen wohlige Wärme. Holzfeuer knistert in der guten Stube, Schnee fällt lautlos aufs erstarrte Albland. Die weiße Pracht packt den alten Truppenübungsplatz wie in Watte – für mindestens 90 Tage, sprich einem viertel Jahr. Allein der Kontrast zwischen feuchtem Wintergrau der Tallagen und dem hellfreundlichen Schein des Schnees, lockt tausende Skifahrer auf rund 800 Meter in die Höh´. Was viele nicht wissen: Hier oben lässt es sich auch vortrefflich winterwandern. Während Ortschaften nur wenige wichtige Feldwege räumen, besteht auf dem weitläufigen Münsinger Hardt ein Ausdauer forderndes Winterwandernetz. Bis zu 45 völlig autofreie Kilometer werden seit 2009 für Fußgänger „unregelmäßig“ präpariert. Wobei die Bezeichnung „unregelmäßig“ absichtlich gewählt ist: Denn fällt ein Fußgänger bei regelmäßig geräumten Wegen auf die Nase, sind die Gerichte schnell mit Teilschuld des Eigentümers bei der Hand.

Doch wer dieses stramme Abenteuer über die schneeweiße Biosphären-Alb ins Auge fasst, wird sich ohnehin mehr Gedanken machen über wetterfeste Kleidung und Verpflegung, als über juristische Winkelzüge im Falle motorischen Missgeschicks.

Also, wie der Titel des Artikels schon andeutet, ein Jacke mehr sollte es auf Ihrer Tour schon sein. Wie es sich für Sportler gehört, beachten Sie das Zwiebelprinzip. Mehrere Schichten aus erstens Funktionsunterhemd, zweitens dünnes Ski- oder Jogging-Shirt, danach ein dünnes Fleece und darüber die Jacke. Natürlich gehören Handschuhe, Schal und Mütze ins Gepäck sowie eine Brille gegen Sonne oder den garstigen Wind. Verpflegung nicht vergessen: Auf dem Truppenübungsplatz ist die Wirtschaft im verlassenen Dorf Gruorn winters geschlossen. Reichlich Gasthöfe aber heizen ihre Herde im Umland ein. In der Truppenübungsplatz-Karte des Sphäre-Verlags sind Einkehrtipps und Touren­infos verzeichnet.

———————————————————-

  • Tour 1, 21 Kilometer: Ab Parkplatz Feldstetten – Richtung Böttental – an jeder Wegkreuzung immer rechts – vorbei an Zainingen und Turm Waldgreuth (im Urzeigersinn beschrieben)
  • Tour 2, 12 Kilometer: Ab Parkplatz Trailfingen – Richtung Gruorn – ab Abzweig Gruorn an jeder Wegkreuzung immer rechts – vorbei am Liebherr-Werkstattgelände, dem Gänsewag (im Urzeigersinn beschrieben).
  • Tour 3, 6 Kilometer: Ab Parkplatz Zainingen – Richtung Turm Hursch – links Richtung Turm Waldgreuth – links Richtung Zainingen Ortsmitte – zum Parkplatz Truppenübungsplatz Zainingen zurück (gegen Urzeigersinn beschrieben).

 

Winterwandern Truppenuebungsplatz

Tipp: Winterlandschaft aus der Vogelperspektive

Vier Aussichtstürme gibt es auf dem Truppenübungsplatz (im Winter den Schlüssel auf dem Rathaus erfragen). Der höchste ragt 42 Meter in den Himmel (Turm Hursch), der kleinste gibt mit symbolischen acht Metern vom Sternenberg dennoch einen imposanten Weitblick frei auf einen von Besiedlung und Straßenbau verschonten Landstrich. Die einstige Nutzung des Militärs und die rund 12000 Schafe prägen das Landschaftsbild des 6700 Hektar großen Platzes. Die Panzer verdichteten vielerorts den Boden so stark, dass heute rund 1800 Tümpel den Lebensmittelpunkt vieler Amphibien und Insekten bilden. Drei Sehenswürdigkeiten gibt es zu bestaunen (siehe QR-Code oder Karte unten). Das Maschinenhaus, den Kalkofen und seit dem 10. Oktober 2012 ist der Ort der Stille eröffnet am Sternenbergturm.

——————————————————-

Sphäre-Wissen: Truppenübungsplatz

Der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen wurde Ende 2005 von der Bundeswehr aufgegeben und in die Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Das Gelände ist seit 13. April 2006 auf einem freigegeben Wegenetz für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Wegeangebot wurde zum 15. März 2007 behutsam ergänzt und komplettiert. Für Besucher sind damit ca. 45 Weg-Kilometer frei begehbar. Darüber hinaus
bieten die geschulten Münsinger TrÜP-Guides Führungen durch das Gelände an. Attraktive Ziele für Besucher sind zudem vier ehemalige Beobachtungstürme, das Militärmuseum im Alten Lager und vor allem das ehemalige Dorf Gruorn.

In der ganzen Region gibt es kein vergleichbares Angebot an unzerschnittenem und asphaltiertem Wegenetz, das in einer landschaftlichen Toplage als autofreie Zone genutzt werden kann. Damit bieten sich außergewöhnliche Möglichkeiten des stressfreien, gefahrlosen Rad- und Inlinerfahrens, gerade auch mit Kindern. Darüber hinaus sind einige Streckenabschnitte auch für E-Rollstuhlfahrer sehr gut geeignet.


WEBcode 183102

Ehingen (Sonderdruck)

Tourismus: Ehingen nutzt SPHÄRE-Publikation als Marketing-Instrument auf CMT

Ehingen: „Sphäre-Spezial“ heißt eine vierseitige Broschüre, die Ehingens Tourismus-Chef, Rolf Koch, speziell für die Urlaubermesse CMT Stuttgart gemeinsam mit dem SPHÄRE-Verlag aus Römerstein produziert hat. „Weg vom flachen Prospekt-Jargon, hin zum Nutzwert-orientierten Informationsbeitrag“, so lautete die Devise für dieses am Magazin-Journalismus orientierten Printprodukt. Und so liefert dieses Druckwerk nicht nur schöne Fotos aus den Archiven des SPHÄRE-Verlages, sondern nimmt den Besucher und Biosphären-Interessierten bei der Hand. Weiterlesen »

Buffallo Bill

Büffel bieten mehr als Gaumenfreuden

Nach 300 000 Jahren kehrt der Büffel zurück. Wunderpfitzig wie der Teufel“, schmunzelt Schwaben-Cowboy Willi Wolf, als seine Büffel sich beim Besuch der SPHÄRE wie Schaulustige am Zaun aufreihen. Wer wildschnaubende Bestien erwartet hat, der ist beruhigt: Der „bubalus albensis“, zu Deutsch Albbüffel, ist friedfertig und vor allem an der praktischen Landschaftspflege interessiert. Weiterlesen »

Biosphärengebiet wird Alltag

Münsingen: Biosphärenmarkt und Messe ‚Gut & Schön‘ in Münsingen

  • – Großer Erfolg: Biosphärenmarkt und Schön & Gut wird es wieder geben
  • – Jeweils mehr als 15.000 Besucher bei Schön & Gut und dem Biosphärenmarkt
  • – Staumeldungen auf der Alb als Folge des großen Besucherandrangs
  • – Fotoausstellung auf Messe Schön & Gut war Publikumsmagnet weiter >>
  • Weiterlesen »

    GPS-Marathonwanderung: TrupÜbPlatz

     GPS-Download >>

    Fernwanderweg (48 km): Um den ehem. Truppenübungsplatz (Tour de SPHÄRE)

    Die große Wanderung einmal Rund um den Platz eignet sich als Mehrtagestour oder als Radtour. Erleben Sie die Schwäbische Alb kompakt. Auf der exklusiv in die Karte eingezeichnete 48,3-Kilometer-Tour rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz erleben Sie im Zeitraffer den Wechsel der urigen Landschaftsbilder der Alb. Weiterlesen »

    Größtes Biosphärenereignis im Internet

    Neue Internetseite soll die Premiere des Biosphärenmarktes Münsingen bekannter machen

    Münsingen: Am 3. bis 5. Oktober steht die Innenstadt Münsingens im Zeichen der Gäste, Bewohner und Wirtschaftstreibenden der Schwäbischen Alb. Der erste Biosphärenmarkt soll als Großereignis zum Thema regionale Produkte und nachhaltig Wirtschaften etablieren. Passend zu den hohen Zielen haben die Organisatoren von Gewerbeverein ProMünsingen eine spezielle Internetseite freigeschaltet. Die ersten Informationen und das Konzept klingen vielversprechend – die neue Homepage macht Appetit. …. (© 7. 7. 2008)

    biosphärenmarkt.de >>